Was herauskommt, wenn Björk und Michel Gondry zusammenarbeiten, kann man auf Spex nachlesen.
Der neuste Wurf nennt sich Crystalline. Et Voilà:
Was herauskommt, wenn Björk und Michel Gondry zusammenarbeiten, kann man auf Spex nachlesen.
Der neuste Wurf nennt sich Crystalline. Et Voilà:
Den spanischen Videokünstler Reynold Reynolds konnte man sich jüngst auf der transmediale.11 visuell einverleiben. Seine zwei organischen Zweikanalprojektionen Secret Life (2008) und Secret Machine (2009) beschäftigen sich mit den von außen aufgezwungenen oder freiwillig eingegangenen Grenzen menschlicher Existenz. Gleichzeitig spielen sie mit der gegenseitigen Befruchtung von Kunst und Wissenschaft, was in Secret Machine auch durchaus verstörend plastische Züge annehmen kann.
Reynold Reynolds
Secret Life, 2008
2-Kanal-Video von 16mm und Stills / Sound
5 Min. Loop
Reynold Reynolds
Secret Machine, 2008
3-kanal-Video von 16mm und Stills / Sound
7 Min. Loop
Eine Review zur Reynolds Beitrag auf der transmediale.11 findet Ihr hier. Und wer mehr über Reynold Reynolds erfahren will, kann sich unter www.reynold-reynolds.com austoben.
Ich war Fischen und hab für euch eine kleine Muschel aus dem Vimeo-Meer gezogen: Marcel the Shell. Sein Erzeuger nennt sich Dean Fleischer-Camp und die zuckersüße Muschelstimme stammt aus dem Mund von Jenny Slate. Bitte zurücklehnen und bemuscheln lassen:
Ohren und Augen auf für MGMT mit “It’s working” aus dem aktuellen Album Congratulations. Regie führte So Me- der Titel ist also Programm:
Der animalisch geartete Kurzfilm Vermin von Dean Francis beginnt mit einem Schmucken Kerl in einer bizarren Situation und endet mit seinem Tod. Dazwischen wird viel miaut. Neugierig? Bitteschön:
Mund zu und Augen auf für Perfomance-Künstlerin Marina Abramović, die jüngst im New Yorker MoMA einige von 1565 kunsthungrigen Augenpaaren zu Tränen rührte.

Foto: © 2010 Marco Anelli via MoMA
Im Rahmen ihrer Retrospektive vom 14. März bis zum 31. Mai, konnte man Marina Abramović gegenübersitzen und sich von ihrer Wirkung beeinflussen lassen. Insgesamt 736 Stunden und 30 Minuten lang war die polarisierende Künstlerin präsent.
Bei art-magazin findet ihr einen Überblick über die obskuren, dramatischen und bescheuerten Vorfälle, die sich während der Auststellung mit dem programmatischen Titel The Artist is Present ereigneten. Hier gibt’s ein Interview und da mehr zu Hintergrund und vergangenen Performances.
Neugierig? Dann ab in den Webcam-Zusammenschnitt:
Wer Lust hat, kann sich hier durch die Masse der Besuchervisagen wühlen oder auf Marina Abramovic Made Me Cry eine Auswahl verweinter Gesichter begutachten.
Howard Silver hat vor The Artist is Present mit Marina Abramović über ihr Œvre gesprochen. Entstanden ist eine Webdoku, die man hier sehen kann.
Warum Kunst kein Geschlecht hat, was körperliche Grenzerfahrungen bedeuten und noch viel mehr erfahrt ihr außerdem in folgendem aspekte-Interview:
Und zum Schluss :
In vielen feministischen Ausstellungen verstecken sich schlechte Künstlerinnen hinter drei guten Namen. Viele Frauen sind nicht bereit, für die Kunst Opfer zu bringen. Sie opfern mehr dafür, Kinder zu haben. Man verfügt nun mal nicht über genug Energie, um alles zu vereinen. [...] Ganz unter uns: Mir gehen Kinder auf die Nerven.
Interview mit art-magazin
Und weil sie außerdem absolut gegen Drogen ist, hab ich mal den bloginternen Algorythmus angeschmissen, um Marina Abramovićs Erzfeind ausfindig zu machen. Das Ergebnis:

Hier wird der überladene Kunstmarkt semi-säuberlich durchwühlt und sinngerecht portioniert. Also Mund zu und Augen auf !
Mit Grenzen und Migration beschäftigt sich Magdalena Hutter in ihrer dokumentarischen 3-Kanal-Videoinstallation Triptych, hier ein kleiner Einblick:
Ursprünglich, so erzählt die HFF-Studentin, sei die Wüste als Metapher gedacht gewesen. Bis die Realität passierte. Denn nicht nur in der Odysee der fünf Protagonisten wirkt die Wüste als Transitraum, desparater Lebensraum oder auch als das Ende einer unerfüllten Hoffnung. Viele der Migranten müssen wirklich irgenwann zu Fuß durch die Wüste.
“…Nigeria – Niger, Niger – désert d’Algérie, Algérie – Maroc, Maroc á l’Europe.”
Wir bewegen uns vorwärts, immer in dieselbe Richtung. Gleichmäßige Schritte. Stimmen. Menschen auf der Flucht.
Triptych. Eine dokumentarische Videoinstallation, Magdalena Hutter 2010
Trocken, karg und hoffnungslos. Triptych will bewegen. Und es kann.
Wann und wo?
Atelier für Medienkunst, Bavariastr.6a, 80336 München
In ihrem nächsten Filmprojekt beschäftigt sich Magdalena Hutter erneut mit Migration und Grenzen. Dann geht es nach Los Angeles, wieder in die Wüste. Wir sind gespannt.
Paul Chan, Sade for Sade's Sake, 2009
Heute mit einem ästhetisch-erotischen Schattenspiel von Paul Chan (*1973). Sade for Sade’s Sake heißt die vielsagende Videoinstallation des US-amerikanischen Künstlers, die derzeit auf der 53. Biennale in Venedig zum Voyeurismus reizt. Darüber gestolpert bin ich beim Durchblättern der prachtvollen francophonen Kunstzeitschrift Beaux Arts Magazine. Nach dem Marquis de Sade steht Erotik für den grundlegenden Modus menschlicher Kommunikation, dessen allegorische Verarbeitung man hier in organischer Bewegtheit sehen kann:
Nachschlag des fast sechsstündigen Sextakels:
Verstörend ist die Mischung aus abstrakten Elementen und sexuell triebhaften/aggressiven Menschenfiguren, im Kontext eines kindlich anmutenden Schattenspiels. Sadismus pur, politische Konnotation ist gewollt. Für Aufsehen sorgte der Künstler zuletzt in New Orleans mit seiner Inszenierung von Samuel Becketts Warten auf Godot. Als Aktivist im Irak machte er durch experimentelle Großreportagen auf sich aufmerksam und ist Bestandteil einer neuen radikal politischen Künstlergeneration. Mehr von Chan, u.a. auch eigens gestaltete Schriftarten zur Komplettierung des Paul Chan Tastengefühls findet man hier. Wer das schaurige Lustspiel sehen will, hat noch bis 22. November Zeit.

Paul Chan, Sade for Sade's Sake, 2009