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Filmfreak Kunsthappen

Banksy – Exit Through the Gift Shop

Ist Exit Through the Gift Shop (2010) wirklich so sehenswert, wie man munkelt? Hier erfahrt ihr es!

Ich wollte einen Film machen, der für Street Art das bewirkt, was “Karate Kid” für den Kampfsport bewirkt hat- ein Film, der jedes Schulkind dazu bewegen würde eine Spraydose in die Hand zu nehmen und los zu legen. Aber wie sich herausstellt, haben wir einen Film gemacht, der für Street Art so viel getan hat, wie der “Der weiße Hai“ für den Wassersport. – Banksy

Wo sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen kommerzieller Gefälligkeit und sinniger Könnerschaft? Sind Kunst und Kommerz überhaupt trennbar? Exit through the Giftshop wirft viele Fragen auf – und wir einen Blick in den Trailer:

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In den 1990er Jahren ist Franzose Thierry Guetta ein gemütlich aussehender Familienvater und Betreiber eines ramschigen Modeladens in Los Angeles. Thierry lässt eine Sache niemals aus der Hand: Seine Videokamera. Er zeichnet alles auf, was um seinen Radius herum passiert. Auch als er seinen Cousin in Frankreich besucht, läuft die Kamera weiter. Das Besondere: Sein Cousin bereichert unter dem Pseudonym Invader die urbane Umgebung mit den Portagonisten des Videospiels Space Invaders. So fängt alles an.

Thierry Guetta beginnt sich immer mehr für das Aufzeichnen von Street Art zu begeistern. Der Nervenkitzel wird für ihn zur Sucht. Weil auch die Künstler der Kurzlebigkeit ihrer Werke entgegenwirken wollen, dulden sie den quirligen Beobachter. Schließlich will dieser das aufgezeichnete Material irgendwann in einen Dokumentarfilm über Streeet Art wandeln.

Thierry knüpft Kontakte zu anderen Street Art Größen, wie Shepard Fairey, Swoon oder Borf, trifft auf Seizer, Ron English und viele mehr. Doch sein größtes Wunschobjekt ist Banksy – und der scheint einfach unerreichbar. Bis eines Tages Thierrys Handy klingelt und man ihn um einen traumhaften Gefallen bittet: Er soll Banksy in Los Angeles assistieren. Und das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Ende.

Naja, nicht ganz. Der gute Thierry kann sich zwar das Vertrauen des Schablonenmeisters sichern, doch als es darum geht, die vielen Kilometer Material endlich in einen ansehnlichen Film zu verbasteln, scheitert der kurze Franzose unerbittlich. Daraufhin nimmt sich Banksy den Film vor und entlässt Thierry mit dem Auftrag, sich weiterhin mit Street Art zu befassen.

Dank der Beschäftigungstherapie mutiert Thierry Guetta zu Mr. Brainwash. Er verkauft seinen Laden, beschäftigt Kreativkräfte unter prekären Umständen, lässt photoshoppen und reproduzieren und erklimmt in kürzester Zeit den Street Art-Olymp. Der manische Aufzeichner wird zum schlagseitigen Quereinsteiger, der die unausgesprochenen Regeln der Street Art-Szene gnadenlos bricht und einfach so absurd viel Geld verdient. Zumindest im Film.

Daneben werden auch die Mechanismen des Kunstmarkts scheinbar offengelegt. Wird das Subversive domestiziert indem man es ausstellt oder auf Film bannt? Wann ist ein Künstler ein Künstler? Laut Beuys ist jeder Mensch ein Künstler, wieso nicht auch Mr. Brainwash? Exit Through the Gift Shop entzieht sich diesen Fragen mit einem ironischen Augenzwinkern.

Wer Mr. Brainwash wirklich ist, ob er tatsächlich existiert oder alles ein ominöser Streich an unserer Wahrnehmung ist, bleibt offen. Egal ob Docu- oder Mockumentary, fest steht jedenfalls, dass dieser Film funktioniert. Und das tut er richtig gut.

[rating=5]

Filmfreak

You Will Meet a Tall Dark Stranger

Ab geht’s mit Woody Allens neustem Baby!

Ich sehe den Mann deiner Träume (You Will Meet A Tall Dark Stranger) 2010 kommt am 2. Dezember in die deutschen Kinos. Ob des Meisters jüngstes Baby an die Wonneproppen früherer Zeiten anknüpfen kann oder sich im cinematographischen Treibsand verläuft, erfahrt ihr hier! Jetzt erstmal in den Trailer schnuppern:

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Zum Plot:

Irgendwo in London geht die alternde Helena (Gemma Jones) auf den Ratschlag ihrer Tochter Sally (Naomi Watts) hin zu einer Wahrsagerin. Ihr Gatte Alfie (Anthony Hopkins) hat sie nach über 40 Jahren Ehe verlassen, was Helena umso empfänglicher für die aufmunternden Worte und Whiskeyrationen der dubiosen Hellseherin macht. Prompt erfährt Helena, dass bald ein unbekannter großer Mann in ihr Leben treten wird.

Derweil hat ihre Tochter ebenfalls mit matrimonialen Mätzchen zu kämpfen. Ihr Mann Roy (Josh Brolin) – eigentlich diplomierter Arzt– arbeitet sich lieber an Romanen als an Patienten ab. Doch leider hat er außer einem mittelguten Buch bislang nichts Lesenswertes produziert. Zwar schreibt er an seinem neusten Schmöker, doch lässt er sich auch zu gern von seiner bezaubernden Nachbarin Dia (Freida Pinto) ablenken, die er täglich vom Fenster aus beim Musizieren beobachten kann.

Auch Sally denkt ans Seitenspringen: Sie arbeitet in einer Kunstgalerie und ist dabei, sich in ihren charmanten Chef Greg (Antonio Banderas) zu verlieben, der widerum für Sallys Protegé Iris (Anna Friel) entflammt.

Alfie hingegen sucht erst sexuelle, dann monogame Erleuchtung bei Charmaine (Lucy Punch), einem Halbzeitcallgirl mit schauspielerischen Ambitionen. Bestenfalls soll sie ihm den Sohn schenken, den er nie hatte. Als Gegenleistung bekommt die schrille Blondine alle Wünsche erfüllt, die sie unter ihrem aufgepumpten Busen trägt. Doch schnell wird klar, dass Alfie seine Hochglanzuschi trotz Potenzpillen nicht vollends befriedigen kann. Zu Helena kann er auch nicht zurück – denn die hat in der Zwischenzeit ihren Traummann kennengelernt…

Kritik:

Alle Figuren sind auf der Suche nach dem Glück in einem von Sinnlosigkeit durchzogenen Leben. Doch ist es gut, der Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz mit einem sinnlosen Film zu begegnen? Allen lässt hier einige Brandherde brodeln und löscht gerade mal einen ab. So plätschern die verschiedenen Erzählstränge vor sich hin, finden im Gegensatz zu Whatever Works nicht zusammen und werden einfach fallengelassen. Wir bekommen also Sackgassen, Umleitungen und Einbahnstraßen geboten. Nur Helena findet einen Parkplatz – ihren großen, dunklen Unbekannten. Der ist zwar klein und hell, aber immerhin gehört ihm ein okkulter Buchladen. Sinnlos also, wir haben verstanden.

Der Film lebt vielmehr von den einzelnen Momenten. Die lassen bestenfalls die Ironie des Lebens mit voller Wucht gegen das irrende Individuum prallen, sind dann aber wieder von nichtigen Plattitüden umsäumt, die ebenso auf Stammtischrunden von Niederbayern bis Neubrandenburg vorzufinden wären.

Was bleibt ist ein zartes Zwicken im Zwerchfell, ein gnädiges Räuspern und die Hoffnung, dass der nächste Woody Allen Midnight in Paris mehr Substanz haben möge- trotz Carla Bruni.

Filmfreak

Rubber

Über Mr. Oizo aka Quentin Dupieux ersten Kinofilm Rubber (2010) hatte ich hier schon berichtet. Nun kommt die Review zum aggressiven Reifen, der das Morden nicht lassen kann!

Rubber

Zum Plot:
Rubber handelt von einem Reifen (Robert) der langsam zum Leben erwacht, seine psychokinetischen Kräfte und daraufhin seine Lust am Morden entdeckt. Er lässt durch pure Willenskraft zunächst ein bisschen Müll und Kleinvieh zerplatzen, bevor er sich an größeres Getier und schließlich menschliche Wesen macht. Diese “Coming of Age”- Story ist eingebettet in eine weitere Geschichte – nämlich die der Zuschauer, die in der Wüste von Los Angeles den Killerreifen per Fernglas beim Morden beobachten. Schließlich finden beide Handlungsstränge zueinander und wir spähen in den aktuellsten Teaser:

Kritik:
Für Quentin Dupieux – das wird ziemlich schnell klar- ist Rubber eine Hommage an die Sinnfreiheit. Klingt zunächst spannend, verliert aber in Anbetracht des ständigen Bestehens auf Absurdität ziemlich schnell an Witz. So wirken Dupieux Bemühungen wie ein nervendes –weil streberhaftes– Aufbegehren gegen gängige Genrebestimmungen und gipfeln in der puren Lust an Selbstbestätigung.
Aus der überschaubaren Handlung, die zum Glück nicht ganz humorfrei ist, wäre wohl ein knackiger Kurzfilm geworden. Denn in 85 Minuten kann man sich trotz beeindruckender Optik und der netten Idee eines Killerreifens das sporadische Gähnen nicht verkneifen. Zumindest dreht der Sound am Kreislauf:

Fazit:
Obwohl er bereits als Kultfilm gehandelt wird, muss man Rubber nicht gesehen haben. Sollte Dupieux seine Attitüde loswerden und den dringenden Willen zur Absurdität in eine subtilere Form zwängen, darf man auf sein nächstes Filmerzeugnis gespannt sein!
Der Film war bislang nur auf Fantasy-Filmfestivals zu sehen, ob er einen deutschen Kinoverleih findet, ist unklar. [rating=3]

Filmfreak

The American

Am 16. September kommt The American (2010), Anton Corbijns sehnsüchtig erwarteter zweiter Film in die deutschen Kinos. Ob er mit seinem erfolgreichen Erstling Control (2007) mithalten kann, erfahrt ihr hier!

The American

Zum Plot:

Eine fehlgeschlagene Mission in Schweden bringt den amerikanischen Profikiller Jack (George Clooney) zu dem Entschluss, dass sein nächster Auftrag auch sein letzter werden soll. Dazu zieht er sich in die Isolation eines Bergdorfes in die Abruzzen zurück und gibt sich bei den neugierigen Einwohnern als Naturfotograf aus. Er soll für die mysteriöse Auftraggeberin Mathilde (Thekla Reuten) eine maßgeschneiderte Waffe anfertigen. In einem abgelegen Haus abseits des Dorfes bastelt er mit fetischistischer Präzision an der bestellten Schusswaffe, deren Zweck ihm jedoch vorenthalten wird.

Und obwohl sich der Einzelgänger geschworen hat, keinen unnötigen Kontakt zur Außenwelt aufzubauen, verspricht das Intermezzo mit der verführerischen Prostituierten Clara (Violante Placido) mehr als nur geschäftlicher Natur zu sein. Doch wem kann Jack noch trauen? Berufsbedingte Paranoia und die dunkle Vergangenheit stacheln sein Misstrauen an und die idyllische Berglandschaft beginnt, zum zwielichtigen Gefahrenherd zu mutieren. Un nun ab in den Trailer:

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Hintergrund:

The American basiert auf dem erstmals 1991 erschienenen Roman von Martin Booth mit dem Titel A Very Private Gentleman. Seit 2010 ist das Buch auch in deutscher Sprache erhältlich.

Die Filmmusik stammt aus der Feder von Herbert Grönemeyer.

Wie bei seinem Erstlingswerk Control, hat Anton Corbijn die Dreharbeiten zu The American in dem Bildband „Inside the American“ festgehalten; einen Teil davon kann man sich auch auf dem Blog zum Film anschauen.

Kritik:

Nach seinem erfolgreichen Debüt, dem Musikdrama Control, in dem Anton Corbijn den Sänger Ian Curtis von Joy Division mit einnehmenden Bildern auf seinem Weg zum Ruhm bis zum frühen Tod inszenierte, wendet er sich mit dem Thriller The American einem gänzlich anderen Genre zu.

Wieder lässt der frühere Starfotograf Bilder sprechen, Dialog setzt er nur sparsam ein. Die raue Schönheit von L’Aquila –zu Drehbeginn von einem der heftigsten Erdbeben der Region geschüttelt– dient Corbijn nicht etwa als bloße Szenerie, sondern spielt neben Clooney quasi eine zweite Hauptrolle. Doch schaffen die ästhetischen Landschaftsaufnahmen The American zu einem gelungen Thriller zu machen? Eher stehlen sie der Handlung die Show. Denn ein Mann, der in der Fremde versucht, ein neues Leben aufzubauen und von seiner Vergangenheit eingeholt wird, bietet nicht wirklich revolutionäres Kinomaterial.

Von der Struktur her gleicht der Film vielmehr einem altbekannten und überholten Genre: dem Western. Nun wäre das an sich nicht schlimm, wenn Corbijn das Material innovativ umgesetzt hätte, statt zu sehr auf das Pendeln zwischen langatmigen Detailaufnahmen des MacGuffins –in diesem Fall der Waffe– und den ästhetisierten Landschaftsinszenierungen zu setzen. Zudem spielt Clooney hier nicht wie gewohnt den smarten Charismaten, sondern einen unscheinbaren Einsiedler– und das macht er so gut, dass man ihm am liebsten nicht zu Nahe kommen will. Schon zu Filmbeginn distanziert der Zuschauer sich vom Filmhelden und findet nicht zu ihm zurück.

The American

Jack entwickelt sich zu einer etwas faden Figur, während die weiblichen Charaktere stereotype Rollen verkörpern dürfen. So wird dem männlichen Part einerseits Clara an die Hand gegeben: Eine warmherzige Prostituierte, die in Jack stillschweigend ihren Seelenverwandten sieht und den Zuschauer mehr durch Erotik als Eloquenz überzeugt. Daneben bleibt Mathilde als kühle und unberechenbare Waffenamazone eher gesichtslos, anstatt einen gelungenen Gegenpart zu Jack zu bilden.
Dennoch sind die Schauspieler nicht Schuld an der Mittelmäßigkeit von The American. Sicherlich geht die gemütliche Dörflichkeit gepaart mit dem Thrillerplot eine ergiebige Symbiose ein und verleiht dem Film die nötige Spannung. Doch der Esprit von Control fehlt gänzlich. Was bleibt ist ein optisch ansprechender und gutbesetzter Film, der vielleicht Reisefieber weckt, jedoch aufgrund der überholt wirkenden Handlung dem Anspruch an Corbijn nicht gerecht wird.

[rating=4]

Diese Review findet ihr auch auf independentfilme.com, wo es in Zukunft öfter mal was aus meiner Tastatur zu naschen geben wird!

Filmfreak

A Serious Man- ab 13. August auf DVD/Blu-ray

Ab dem 13. August lassen die Coen-Brüder mit A Serious Man (2009) den wohl bemitleidenswertesten Unglücksraben seit Peter Sellers in The Party (1968) auf die heimischen Bildschirme los. Eine ausführliche Review und was DVD und Blu-ray zu bieten haben, erfahrt ihr hier!

A Serious Man

1967, in einem jüdisch geprägten Vorort von Minneapolis ist Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) eigenltich ganz zufrieden mit sich und seinem monotonen Leben: An der Uni unterrichtet er Physik mit einer Leidenschaft, die sonst kein anderer mit ihm teilt, sein semi-debiler Bruder Arthur (Richard Kind) hat sich samt einer Nackenzyste in seinem Badezimmer eingenistet, Frau Judith (Sari Lennick) und die zwei Kinder leben jeweils im eigenen Mikrokosmos. Mittendrin und zugleich als Randfigur seines eigenen Lebens steht Larry Gopnik, dessen Charakter sich in der Oszillation zwischen bitterer Tragik und der daraus entstehenden Komik tief in unsere Filmorgane einbrennen wird- versprochen.

Denn das scheinbare Familienidyll wackelt gewaltig, als Judith die Scheidung verlangt, um mit Larrys Kollegen Sy Ableman (Fred Melamed) zusammen zu sein. Das ist nur der Anfang von Larrys Problemen, die an der Leine von Joel und Ethan Coen genüsslich und ausgiebig weitere Kreise um den Radius des korrekten Physikprofessors ziehen – auch die Rabbis seiner Gemeinde können ihm nicht helfen. Wo der Sinn des Schlamassels ist? Eben. Und nun ab in den Trailer:

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Nur die Hälfte verstanden? Für einen kostenfreien Jiddisch-Kurs bitte hier klicken:

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Die Coens bescheren uns mit einer ordentlichen Portion Humor, verschrobenen Charakteren und vor allem durch ihren zärtlich- zwinkernden Blick auf das Jüdischsein ein kultverdächtiges Sehvergüngen vom Allerfeinsten. Die Story um den geworfenen Larry Gopnik wird durch satte 90 Minuten DVD- Zusatzmaterial bereichert: Sehenswert ist neben dem gehaltvollen Interview mit dem New Yorker Theaterschauspieler Michael Stuhlbarg auch das Creating 1967-Feature, das den beeindruckenden Detailfetischismus der Coens bei der Erarbeitung ihres Settings zeigt. Und wieso Fred Melamed The Sex-Guy genannt wird, erfährt man ebenfalls! Hier die DVD- Koordinaten:

Regie/Drehbuch/Schnitt: Ethan Coen, Joel Coen
Kamera: Roger Deakins
Musik: Carter Burwell
Hauptdarsteller: Richard Kind, Michael Stuhlbarg, Fred Melamed, Sari Lennick, Simon Helberg, Adam Arkin, George Wyn
Produktionsland: USA (2009)
Länge: 98 (Min.)
Erschienen bei: Universum Film
Bildformat: 16:9
Ton/Sprache: Dolby Digital 5.1, Deutsch, Englisch
Extras: Featurettes, Trailer & TV-Spots (dt./engl.), Interviews, B-Roll, Making Of

[rating=5]

Filmfreak

Inception

Ist Christopher Nolans Über-Blockbuster Inception (2010) wirklich so gut, wie alle sagen? Hier erfahrt ihr es!

Incpetion

Auf das Wesentliche runtergebrochen erzählt Inception die Geschichte eines Mannes,  dessen innere Konflikte sich an den Grenzen von beruflichen und privaten Fehltentscheidungen entfachen und nach außen strahlen- und das machen sie ziemlich imposant, ab in den Trailer:

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Normalerweise hackt sich Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) in die Traumwelten seiner Opfer ein, um ihnen im Auftrag von Geschäftsleuten wichtige Geheimnisse zu entlocken. Weil er sich damit an den Grenzen der Kriminalität bewegt, wird er vom FBI gesucht und ist zum ewigen Berufsnomadentum verdammt. Diesmal soll er den Konkurrenten des japanischen Großunternehmers Saito (Ken Watanabe) dazu bringen, den vom Vater geerbten Großkonzern zu zerschlagen.

Anders als sonst muss Cobb, statt Geschäftsgeheimnisse zu extrahieren, eine Idee in das Unterbewusstsein seines Opfers einpflanzen. Was für ihn dabei rausspringt, ist die Erfüllung seines Traums: Die eigene Familie endlich wiederzusehen.

Inception

Für diesen heiklen Job rekrutiert Cobb ein hochqualifiziertes Team von Traumdesignern (Ellen Page, Joseph Gordon-Levitt, Tom Hardy, Dileep Rao). Um die Idee sicher zu platzieren beschließt die Crew, mehre Traumebenen ineinander zu verschachteln, also einen Traum in einen Traum in einen Traum zu designen. Dabei dient eine etwas plump aussehende Gerätschaft den Eindringlingen als Medium in die Träume ihrer Opfer. Hört sich kompliziert an, wird aber dank gut differenzierbarer Traumsettings für jeden halbwegs wachen Zuschauer nachvollziehbar.

Cobb selbst, so erfährt man, war mal einer der besten Traumarchitekten, bevor etwas passierte, das ihn und seine Fähigkeiten enorm beeinträchtigte. Dass dieses Ereignis gerade während der komplexen Mission aus den Tiefen seines Unterbewusstseins auftaucht, nagt massiv am Erfolg des minutiös gerplanten Coups und somit am Schicksal aller Beteiligten. Denn Cobbs private Erinnerungen penetrieren immer wieder die kreierten Traumwelten und zehrende Schuldgefühle treiben den Helden in die berufliche und private Vorhölle. Wo Realität aufhört und Traum anfängt, wird dabei immer unschärfer.


Inception

Ähnlich wie in Scorseses Shutter Island wird Leonardo DiCaprio auch in Inception ein Privatleben angeheftet, durch das er immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird. Auch wenn hier das Gegenteil behauptet wird, ist Inception bei weitem sehenswerter als Shutter Island, hat ein knackig-ambivalentes Ende und ist auch weniger kitschig. Durch den sparsamen Einsatz von digitaler Kamera erhalten die beeindruckenden Bilder eine besondere, fast haptische Qualität– ganz ohne 3D.

Was ist also das Manko dieses Films?

Nolan skizziert eine Welt mit eigenen Regeln, doch verdichtet sie nur so weit er es für nötig hält. Man erwartet von ihm zwar keine detailvernarrte Harry Potter- Zauberwelt und auch keine überbunte Light-Version eines LSD-Trips wie in Terry Gilliams Imaginarium des Dr. Parnassus. Aber wozu ist in einem Traum im Traum im Traum denn noch ein Maschinengewehr nötig, wenn nicht zur bloßen Befriedung von Actionfans und letztendlich zum Füllen der Kinokassen?

So interessant und universell das Traumsujet auch ist – das Gerüst, auf dem Inception sich filmisch auf unseren Verstand pflanzt, wackelt. Was bleibt ist ein visuell durchaus ansprechender, geschmeidig geschnittener Sommerlochstopfer, dessen Überlänge man nicht merkt – oder auch ein originell verpacktes Déjà-vu auf hohem Niveau.

Um den philosophischen Aspekt nochmal herauszukramen, lasse ich Woody Allen sprechen:

What if nothing exists and we’re all in somebody’s dream? Or what’s worse, what if only that fat guy in the third row exists? (Without Feathers, 1975)

[rating=4]

Filmfreak Retrospektive Trash

Badi-Turkish E.T.

Achtung, es folgt Trash in absoluter Reinform, nämlich eine ziemlich abgefahrene Interpretation von E.T. dem Außerirdischen: Badi turkish E.T. (1983)

Badi turkish E.T.

Badi ist in dieser Version böse  –naja, ein bisschen vielleicht–er dampft jedenfalls mächtig untenrum. Neugierig? Bitteschön:

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via

Der leicht cholerische Mann mit dem schicken Bart hält Badi zunächst für seinen bescheuert verkleideten Sohn und wird ziemlich wütend. Bis er merkt, dass sein Junge auf der Treppe sitzt, ist Badi bereits dabei, alle mit seinem betörenden Nebel in ein herrliches Chaos zu manövrieren. Weil’s so köstlich ist, noch ein Knusperchen:

http://www.dailymotion.com/video/x7xlak

via nerdcore

Filmfreak Trash Webgestöber

All Women Are Bad, Bang! Bang!

Abgeschmackte und trasghaltige B-Movies aus den 1960ern und 70ern gehn immer.

Also Mund zu und Augen auf für ein paar semi-verstörende, sexistische und herrlich niveaulose Klassiker!


Problem Girls

via flavorwire


Den Anfang macht The Deadly Organ (1967) von Regisseur Emilio Vieyra- Ein bizarrer Kerl mit einer freakigen Maske verführt reihenweise Frauen mit Drogen und betörenden Klängen aus seinem tödlichen Organ-

It’s a nightmare in psychadelic suspense

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via SomethingWeirdDotCom

War noch nicht bescheuert genug? Dann schnell weiter mit Fredric Hobbs’ The Godmonster of Indian Flats (1973), wo ein mutiertes Über-Schaf eine Ranch verwüstet:

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via SomethingWeirdDotCom

Tanzende Frauen in Bikinis werden auf einer Beach Party von einem Monster beobachtet. Es geht natürlich nicht gut aus.The Beach Girls and the Monster (1965) von Jon Hall

Yeh Yeh Yeh! This One Will Kill You!

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gesehen bei nerdcore via SomethingWeirdDotCom

Mehr davon gibt’s bei somethingweird.com.

Wer jetzt Lust auf aktuellere Horrorerzeugnisse bekommen hat, kann sich auf’s Fantasy Filmfest freuen, für Infos auf independentfilme.com klicken!

Filmfreak

My Son, My Son what have ye done?+++Cleveland vs. Wall Street

Weiter geht’s mit den letzten Perlen vom Filmfest-München 2010!

My Son, My Son what have ye done?

Wenn Werner Herzog seinen neusten Film von David Lynch produzieren lässt, hochkarätige Charakterköpfe castet, und die Story von einem Wahnsinnigen handelt, der seine Mutter mit einem Schwert halbierte, dann klingt das vielversprechend. Wir spähen in den Trailer von My Son, My Son what have ye done? (2009):

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San Diego. Als Detective Hank Havenhurst (Willem Dafoe) und Detective Vargas (Michael Peña) zum Tatort kommen, ist es bereits geschehen. Mrs. McCullum (Twin Peaks- Ikone Grace Zabriskie) liegt leblos in ihrer eigenen Blutlache auf dem Wohnzimmerboden ihrer Nachbarin. Zuvor war ihr Sohn Brad (Michael Shannon) mit seinem antiken Schwert auf eine Tasse Kaffee vorbeigekommen.

Nach der Tat verschanzt er sich mit zwei Geiseln im Haus seiner Mutter. Die Detectives umstellen das Haus und versuchen Brad herauszulocken. Eine Pizzalieferung später gesellen sich Brads dumpfe Verlobte Ingrid (Chloë Sevigny) und sein Schauspiellehrer Lee Meyers (Udo Kier) zu der Truppe. In Rückblenden berichten sie, wie Brads Persönlichkeit sich seit dem Peruaufenthalt vor zwei Jahren radikal verändert hat.

Dort war er mit einer Gruppe von Freunden unterwegs und hatte sich als Einziger gegen eine Rafting-Aktion auf dem Urubamba-Fluss gesträubt- und somit überlebt. Seither wollte er Farouk genannt werden und glaubte, dass Gott ihn in der Form des Oatmeal Quakers und mit der Stimme eines asiatischen Schlagersängers kontaktierte.

Ingrid schildert Brads ödipales Verhältnis zur Mutter, und Lee Myers erinnert sich an einen gemeinsamen Ausflug zur Straußenfarm (Herzogs Geflügel- Aversion kommt hier durch) von Brads Onkel Ted (Brad Dourif). Dort hatte Brad das Schwert zunächst als Requisite besorgt. Dass er in Myers’  Theaterstück den Orestes miemte, der in der greichischen Mythologie ebenfalls die eigene Mutter umbringt und wahnsinnig wird, spricht für sich.

Das Versprechen einer Lynch-Produktion strotzt dem erwartungsfrohen Zuschauer bereits in den Eröffnungscredits entgegen. Das Lyncheske von My Son… zieht sich dann auch durch den gesamten Film, schwingt in der Flamingo-im-Vorgarten-Atmosphäre mit und ist den Szenen besonders präsent, in denen die Figuren zu einem statischen Gemälde einfrieren und uns vielsagende Blicke zuwerfen. Da scheint dann Herzogs Vorliebe für Exotik und Surreales perfekt zu passen. Vielleicht auch zu perfekt.

Einige Fragen werden in den Raum geworfen, andere beantwortet- vieles bleibt im Leeren. Das kann zwar durchaus reizvoll sein, in diesem Falll wirkt es allerdings zu gewollt. Das Ergebnis hinterlässt einen eher mauen Nachgeschmack, sodass die Story sich letztendlich spannender anhört, als sie filmisch umgesetzt wurde. Die ununterbrochene musikalische Beschallung kann hier getrost als nervend bezeichnet werden. [rating=3]

Sehenswerter ist hingegen Jean-Stéphane Brons Cleaveland vs. Wall Street-Mais mit dä Bänkler (2010).

Cleveland vs. Wall Street

Der Dokumentarfilm handelt von den Ursachen und Auswirkungen der US-Bankenkrise, dargestellt anhand eines halbfiktiven Gerichtsverfahrens zwischen der Stadt Cleveland und der New Yorker Wall Street:

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Ein Film wie eine Erleuchtung: Diese 105 Minuten machen jeden Menschen schlauer- versprochen. Jetzt fehlt nur noch ein deutscher Verleih. Also Daumen drücken oder warten, bis er irgendwann auf ARTE ausgestrahlt wird! [rating=5]

Filmfreak

Copie Conforme

Weiter geht’s mit einem Festivalbonbon vom Filmfest-München 2010, also Mund zu und Augen auf!


Copie Conforme

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Eines ist klar: Wer nach Abbas Kiarostamis Copie Conforme (2010) nicht ein kleines bisschen in Juliette Binoche verknallt ist, dem ist nicht zu helfen. Also schnell in den Trailer:

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Eine französische Galeristin (Juliette Binoche) und ein britischer Schriftsteller (William Shimell) begegnen sich in der Toskana. Als man sie für ein Paar hält, spielen sie mit-und hören nicht mehr auf. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Realität- zwischen Kopie und Original.

“Our work starts with a lie on a daily-routine basis. When you make a film you bring elements from other places, other environments, and you gather them together in a unity that really doesn’t exist. You’re faking that unity. You call someone a husband or a son. [...] In cinema anything that can happen would be true. It doesn’t have to correspond to a reality, it doesn’t have to ‘really’ be happening. In cinema, by fabricating lies we may never reach the fundamental truth, but we will always be on our way to it. We can never get close to the truth except through lying.”

(Abbas Kiarostami via Filmfest-Blog)

Wieder hat Kiarostami seine für ihn typischen Autofahrten eingebaut, und für ein paar Momente schmiegt sich unser Mageninhalt an die kurvigen Straßen von Lucignano, während ein Mann und eine Frau Wortgefechte mit manchmal allzu klischeehafter Ladung austragen.

Eigentlich war für die Rolle des Schriftstellers Robert De Niro vorgesehen, doch für Kiarostami schien der britische Opernsänger William Shimell besser zu passen. Er verleiht er seiner Rolle eine gewisse Undurchschaubarkeit, die sich gut in die gesamte Dramaturgie einfügt.

Der Präsenz der weiblichen Hauptrolle hinkt er aber ein bisschen nach- Copie Conforme ist eine Hommage an die hinreißende Juliette Binoche.  [rating=4]

Vor 15 Jahren- bevor Der Geschmack der Kirsche 1997 in Cannes ausgezeichnet wurde- hat das Fimfest-München den damals noch fast unbekannten Abbas Kiarostami an die Isar gebracht- seitdem wird das Festival regelmäßig von ihm bespielt und hat iranischen Filmen eine Nische eingeräumt. Wer Shirin (2008) im letzten Jahr verpasst hat, kann sich freuen:

Ab dem 17. September gibt es im Rahmen der Ausstellung Zukunft der Tradition-Tradition der Zukunft eine Retrospektive zu Abbas Kiarostamis Œvre im Haus der Kunst zu sehen.

Filmfreak

The Wanderer+++Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives

Das 28. Filmfest beflimmert immer noch fleißig die Isar, und im Internationalen Programm ist die Welt nach wie vor in Aufruhr.

Experimentalfilmer Avishai Sivan präsentiert mit The Wanderer (2010) sein Spielfilmdebüt und zugleich ein befremdliches Coming-Of- Age Drama. Der Trailer ist harmlos:

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In einem Vorort von Tel Aviv begleiten wir den 16-jährigen Yeshiva-Studenten Isaac (Omri Fuhrer) -einizger Sohn einer dysfunktionalen ultraorthodoxen Famile- bei seinen Streifzügen durch die Stadt.

Mit strengen Bildern, die zugleich statisch und spannend wirken zeigt Sivan einen jungen Mann, der seinem Körper, seiner Umwelt und sich selbst entfremdet ist. Unfähig zur Kommunikation zieht er uns mit in eine beklemmende Enge und Rastlosigkeit, die er gewaltvoll und diffus zu brechen sucht. Zwischendurch werden unmengen an Wasser getrunken und Eier verspeist. [rating=3]

The Wanderer ist mit Sicherheit einer der unbequemsten Filme des Festivals. Bei HEEB kann man sich das Gegenprogramm genehmigen.


Wir verlassen Israel und Blicken Richtung Thailand.


Uncle Boonmee

Apichatpong Weerasethakuls Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives (2010) basiert auf einem gleichnamigen Buch und läuft in der Reihe Fokus Fernost.

Boonmee (Thanapat Saisaymar) ist schwer krank. Schwägerin Jen (Jenjira Pongpas) und Neffe Tong (Sakda Kaewbuadee) pflegen ihn auf seiner Farm im Nordosten Thailands. Eines Abends materialisiert sich der Geist seiner toten Frau Huay (Natthakarn Aphaiwonk) vor ihnen, auch der verschollene Sohn Boonsong (Geerasak Kulhong) taucht als “Monkey Ghost” wieder auf.

Vor seinem Tod wandert Boonmee mit seiner Familie durch den Dschungel und in die Geburtsstätte seines ersten Lebens. Hier der Trailer:

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Uncle Boonmee… ist politisch aber auch voller Humor und vor allem eine Hommage an das frühe Thai-Kino, mit dem der Filmemacher aufwuchs und das -wie Boonmee – zu schwinden droht. In der Oszillation zwischen Fiktion und Dokumentation, schafft Apichatpong ein kontemplatives Imaginarium an mystischen Bildern, deren Zauber man sich kaum entziehen kann.

The film focuses on the beliefs in other-worldly elements
that are actually parts of our lives. I am captivated
by the fact that as we age, our childhood has
become more vivid. I think the curiosity (and perhaps
the fear) of ghosts and of other worlds arises when
we are young and when we are dying. (Apichatpong Weerasethakul)

[rating=5]

Filmfreak

Le Refuge

Ohne lange Einführung machen wir gleich weiter mit einem Glanzlicht des Festivals- also Mund zu und Augen auf!

Le Refuge

In der Reihe Nouveau Cinéma Français konnten die Veranstalter nach jahrelangem Insistieren François Ozon an die Isar gewinnen, um seinen neuen Film Le Refuge (2009) vorzustellen. Informationen zu Diskussionen mit den Filmemachern gibt es hier.

Wir werfen einen Blick in den Trailer, bitte das frankophone Ohr hinhalten:

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Hier geht’s zur untertitelten Version.

Mousse (Isabelle Carré) und Louis (Melvil Poupaud) sind jung, wohlhabend und drogenabhängig. Nach einer Überdosis stirbt Louis. Mousse überlebt und erfährt noch im Krankenhaus von ihrer Schwangerschaft. Mit Methadon im Gepäck entflieht die werdende Mutter der Stadt und bezieht das leerstehende Haus eines Bekannten irgendwo am Meer. Hochschwanger bekommt sie Besuch von Louis’ Bruder Paul (Louis-Ronan Choisy).

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten entwickelt sich eine unkonventionelle Beziehung zwischen den beiden. Und wie weitere Filme dieses Festivals spürt auch Le Refuge den Verästelungen zwischen Familie und Individuum nach.

François Ozon zählt zu den Vertretern des Cinéma du Corps /Cinema of the Body und Isabelle Carrés Babybauch spielt quasi eine dritte Hauptrolle. Er wird inszeniert, ästhetisiert und übt magnetische Anziehung auf seine Umgebung aus. Daran nicht ganz unbeteiligt ist natürlich auch die Hauptdarstellerin, die ihrer Rolle mit spröder Lakonie viel Tiefe verleiht.

Und weil der Film in HD gedreht wurde, wirken die Bilder besonders organisch. Davon kann man sich ab dem 2. September auch außerhalb des Filmfests überzeugen lassen. [rating=4]

Den Sänger Louis-Ronan Choisy hat Ozon von der Bühne weggecastet. Das Lied, das sich wie ein Leitmotiv durch den Film zieht, gibt’s hier:

Filmfreak

Perpetuum Mobile+++Tetro+++Yo,también

München lässt die Isarmeile warmlaufen, vom 25. Juni bis zum 3. Juli werden über 200 Filme Deutschlandpremiere feiern. Die Augenschmeichler des Festivals gibt es hier!

Perpetuum mobile


¡Viva la independencia!- die Parole der Unabhängigkeit steht in der Reihe der Visiones Latinas vor allem für Filmschaffen abseits von Markt- und Massengeschmack. Den Anfang macht Filmguerilla Nicolás Pereda mit seinem dritten abendfüllenden Spielfilm Perpetuum Mobile (2009)- ein bißchen wie Ken Loach in Mexico City.

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Absolut entschleunigt erzählt der 27-jährige Regisseur von Gabino (Gabino Rodríguez), einem Mitzwanziger der bei seiner meckernden Mama (Teresa Sanchez) einquartiert ist, mit seinem Kumpel Fracisco (Francisco Barreiro) gelegentlich Umzüge organisiert, und ansonsten gerne möglichst energiesparend in den Tag hinein lebt. Während Mama ihre grenzenlose Liebe an den Haustieren auslebt, taucht Sohn Gabino in die Wohnräume und Leben anderer Menschen ein und lässt uns daran teilhaben.

Gerade durch die zeitliche Dehnung der einzelnen Sequenzen kann das Dargestellte eine besondere Qualität entfalten. Unaufgeregten Bildern folgen episodenhafte Ausschnitte, die einer möglichen Langatmigkeit mit Witz und Ironie entgegenwirken. [rating=4]


Tetro


“You know what love is in a family like ours? It’s a quick stab in the heart.”


Vom Indiefilm schwenken wir auf das Internationale Programm. Francis Ford Coppolas neuestes Werk Tetro (2009) läuft in dieser Reihe- seit Der Dialog (1974) der erste Film, zu dem der Altmeister auch das Originaldrehbuch verfasste. Wie so oft, handelt es sich auch bei Tetro um ein Familiendrama, dem von allen Seiten autobiographische Züge nachgesagt werden. Für den Trailer bitte sachte nach unten scrollen.

Der 17-Jährige New Yorker Bennie (Alden Ehrenreich) taucht nach jahrelanger Funkstille bei seinem älteren Halbbruder Angelo (Vincent Gallo) in Bueno Aires auf. Angelo, hat mit der Familie gebrochen, nennt sich jetzt ‘Tetro’ und wird durch Bennies Besuch in ein Leben zurückgeworfen, das er sorgfältig abgepackt und weggesperrt hatte. Genau wie seine schriftstellerischen Ambitionen, die der dominante Vater (Klaus Maria Brandauer als Star-Dirigent) zu ersticken suchte.

Bennie nistet sich also bei Tetro und dessen bezaubernder Freundin Miranda (Maribel Verdú) in deren bohèmer, chargenreicher Enklave ein und entflechtet Stück für Stück das Geheimnis, das auf der Familie lastet.

Die Figuren sind exzellent besetzt: Newcomer Alden Ehrenreich wurde direkt an Tochter Sofia Coppola weitergereicht (Somewhere), Maribel Verdú brilliert in ihrer Rolle als emotionales Bindeglied und Vincent Gallo ist Dynamik pur. Die visuelle Finesse der Kamera (Mihai Malaimare Jr.) mit ihren nuancierten schwarz-weiß Bildern macht Tetro zu einem ästhetischen Filmvergnügen, das lediglich durch die larmoyante Melodramatik gegen Ende getrübt wird. [rating=5]

Und auch beim nächsten Film ist die ‘Welt in Aufruhr’:
Mee too-Wer will schon normal sein?

Liebeskomödien müssen nicht schmalzig und können sehr wohl witzig sein- das beweisen die Regisseure Antonio Naharro und Álvaro Pastor mit Yo, también (Me Too- Wer will schon normal sein), den Trailer gibt’s weiter unten.

Der 34-Jährige Daniel (Pablo Pineda) hat eine ihn liebende Familie, einen Hochschulabschluss und neuerdings auch einen Job. Alles bestens also, wenn er nicht außerdem ein Chromosom zu viel hätte. Aber das Down-Syndrom hindert Daniel nicht daran, sich in seine allseits umgarnte Kollegin Laura (Almodovar-Muse Lola Dueñas) zu verlieben. Die beiden kommen sich näher und werden mehr als nur gute Freunde. Esprit, Humor und eine Ladung Menschlichkeit machen das Sujet nicht nur verdaulich, sondern den Film auch sehr amüsant-ohne rührselig zu werden. Dabei geht es neben der Liebe auch um Normalität und ihre Normativität:

“Teilt uns nicht in zwei Gruppen, die Normalen und die Anormalen! Wir sind genauso gleich und verschieden wie Ihr!” (Pablo Pineda)

Bereits in ihrem Kurzfilm Uno más, uno menos (2002) haben Naharro und Pastor die Freundschaft zwischen einer Journalistin und einem Mädchen mit Down-Syndrom inszeniert. Für ihren ersten abendfüllenden Spielfilm Yo, tambièn konnten sie Pablo Pineda gewinnen, der wie sein Filmcharakter als erster Europäer mit Down-Syndrom einen Hochschulabschluss vorweisen kann.

Die beiden Regisseure werden mit den großartigen Hauptdarstelllern zur Filmfest-Eröffnung am 25. Juni in München sein und ab dem 5. August startet Yo, tambièn deutschlandweit im Kino. [rating=5]

Filmfreak

Filmfest München 2010- Eine Vorschau

Vom 25. Juni bis zum 3. Juli 2010 findet mit dem 28. Fimfest-München Deutschlands zweitgrößtes Filmfest statt, Zeit einen Blick ins Programm zu werfen!

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Den Auftakt macht Me too – Wer will schon normal sein? (Yo, también, 2009) von Álvaro Pastor und Antonio Naharro aus der Reihe Visiones Latinas. Eine offbeat Liebesgeschichte, die schon auf dem Festival von San Sebastian die Herzen des filmhungrigen Publikums erreichte. Warum? Darum:

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Abbas Kiarostami wird neben Mads Mikkelsen nicht nur für sein Schaffen mit dem CineMerit Award beehrt, sondern auch mit 6 Filmen vertreten sein, darunter  Copie Confome (2010), für den Juliette Binoche vor kurzem in Cannes ausgezeichnet wurde. Ebenfalls direkt von der Croisette an die Isar kommt Apichatpong Weerasethakul mit Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives (2009).

Im Internationalen Programm lässt Altmeister Franics Ford Coppola Tetro (2009) raus, Roger Ebert ist begeistert- hier ein Vorgeschmack:

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Auch aus dieser Reihe und im Familienmilieu ist Jim Sheridans Brothers (2009), das Remake von Susan Biers dänischem Brødre (2004) angesiedelt und mit Natalie Portman, Jake Gyllenhaal und Tobey Maguire schonmal großartig besetzt.

Indischen Filmen abseits von Bollywood wird eine ganze Retrospektive eingeräumt und wer sein cinéastisches Sitzfleisch testen will, kann sich im Rahmen der Nouveau Cinéma Français Olivier Assayas fünfstündige Mini-Serie über Venezuelas Top-Terroristen Ilich Ramírez Sánchez aka Carlos (2010) genehmigen.

Außerdem wird Patrice Chereau mit Persécution (2009) zugegen sein, Claire Denis und François Ozon bringen auch ihre jüngsten Babies mit. Anhänger der Nouvelle Vague können sich nicht nur auf Jaques Rivettes kürzesten Film 36 vues du Pic Saint Loup (2009), sondern auch auf  Deux de la Vague (2009) von Emmanuel Laurent und Antoine de Baecque freuen:

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Klar, dass Neue Deutsche Kinofilme nicht fehlen dürfen. Kick in Iran (2010) von HFF- Absolventin Fatima Geza Abdollahyan hat schon das Sundance Festival erfolgreich gestürmt- ab in den Trailer:

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Der Dokumentarfilm zieht sich jedenfalls durch alle Reihen, und in der Sektion American Independents kommen nicht nur Underdogs zum Einsatz: Letztes Jahr hatte Steven Soderbergh Sasha Grey in The Girlfriend Experience (2009) mit dabei, dieses Mal ist er mit And Everything is Going Fine (2010), einem dokumentarischen Portrait über den unlängst verstorbenen Alrounder Spalding Gray vertreten.

Und weil es sich im Sommer geradezu anbietet, die Filmfreude draußen auszuleben, gibt’s im Gasteig wieder sieben Filme im Freien.

Der rote Faden: Das Sein. Spike Jonzes Being John Malkovich (1999) ist hier nur eines der Zuckerstücke:

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Mehr zu Rahmenprogramm, Filmen und Fakten findet ihr auf dem Filmfestblog und wenn es losgeht, natürlich auch hier!

Filmfreak

Klischees im Actionfilm

Was haben Goodfellas, Training Day, Speed 2, Mad Max, Face/Off und Point Break – um nur einige zu nennen -gemeinsam? Jedenfalls mehr, als nur Testosteronpegel und Genre.

Jacob Bircca, Soziologe, Cutter, Dokumentar- und Experimentalfilmer aus California hat für uns mal den amerikanischen Actionfilm nach visuellen Klischees abgegrast.

Entstanden ist sein Festivalliebling Pure (2009) – musikalisch eingebettet in 7 vs. 8 von The Jesus Lizard. Ich schlage vor, ihr dreht die Lautstärke bis zum Anschlag und lasst euch vom visuellen Rythmus wegfegen:

via nerdcore

Da muss ich doch glatt das Dogma 95- Manifest rauskramen:

Is that what we are so proud of? Is that what the “100 years” have brought us? Illusions via which emotions can be communicated? … By the individual artist’s free choice of trickery?
Predictability (dramaturgy) has become the golden calf around which we dance. [...] As never before, the superficial action and the superficial movie are receiving all the praise. The result is barren. An illusion of pathos and an illusion of love.

(Lars von Trier/Thomas Vinterberg, Dogma 95)

Filmfreak Trash

Kill Reifen, kill!

Rubber

via twitchfilm.net

Quentin Dupieux alias Mr. Oizo, kennen viele aus nächtlichem Beatzirkus und eher nicht vom Film. Dabei hat er sich schon mehrfach als Filmemacher versucht, 2001 bescherte er uns Nonfilm und 2007 tischte er Steak auf.

Jedenfalls hat der Gute mal wieder ordentlich in seiner Hirnmasse rumgewühlt, bis er auf eine bescheuerte Idee gestoßen ist, die wahrscheinlich jeder andere verworfen hätte. Gut, dass er es nicht getan hat.

Das Resultat ist nämlich ein fieses Roadmovie, mit einem aggressiven Autoreifen namens Robert in der Hauptrolle. Der wurde verstoßen und rollt wütend durch eine Wüstenlandschaft. Als er entdeckt, dass er telepathische Kräfte besitzt, lässt er zunächst Insekten und Kleinvieh zerplatzen- mit purer Willenskraft natürlich. Bald wendet er sich größeren Lebewesen zu…

Schmeckt nach Kult, mehr dazu gibt’s bei De:bug. Debütiert hat Rubber soeben in Cannes, hier findet ihr eine Review. Jetzt aber flott in den Teaser:

Vimeo DirectRubber

Weil das nicht reicht, hier noch ein Knusperchen:

Vimeo DirectRubber

Auch nicht schlecht: Den Soundtrack haben neben Mr. Oizo,  SebastiAN und Justice mitgestaltet.

Rubber rollt ab dem 15. September durch die französischen Kinos und ein US-Verleih hat scheinbar auch angebissen. Hoffen wir also, dass er hier ebenfalls unterkommt!

Filmfreak

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Ab geht’s mit brandheißem Kinofutter und einer visuellen Delikatesse von Haim Tabakman: Einaym Pkuhot- Du sollst nicht lieben (2009).

Eyes wide open

via imdb

Die Titelgebung schmeckt zwar eher nach einem lauen Fernsehfilm mit Bettina Zimmermann, der Inhalt überzeugt aber und ich freue mich gerade wie ein zwiebelnaschender Pavian, dass dieser Film endlich auch deutsche Kinogefilde bespielt, nämlich ab dem 20. Mai!

Man erinnere sich Ang Lees Brokeback Mountain (2005), schiebe die Handlung nun nach Mea Shearim, also ins ultraorthodoxe Viertel von Jerusalem. Die Cowboys sind in dem Fall ein Fleischer und sein Lehrling. Neugierig? Dann ab in den Trailer:

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Zum Plot:

Aaron Fleishman (Zohar Shtrauss) führt ein geregeltes Leben. Gerade hat er die Fleischerei seines verstorbenen Vaters wiedereröffnet, engagiert sich in der Gemeinde und sorgt für Frau und vier Kinder. Doch macht ihn sein Leben glücklich? Er funktioniert lediglich.

Erst durch den Studenten Ezri (Ran Danker), der während eines Unwetters in Aarons Laden nach Unterschlupf und Arbeit sucht, entkommt er der Lethargie seines Alltags.

Eyes wide open

via filmstarts.de


Ezris Andersartigkeit sickert schnell durch die Gemeinde, schneller als Aaron merkt, was in ihm vorgeht. Eine gewisse Spannung an der Fleischtheke ist nicht zu leugnen. Zunächst sieht er in der Versuchung eine Prüfung seines Glaubens.

Wird er widerstehen? Will er? Minimale Mimikdifferenzen in Aarons bärtigem Gesicht lassen erahnen, was in ihm vorgeht. Dass diese Liebelei in der Gemeinde und für Aarons Frau Rivka (Tinkerbell) eine Unmöglichkeit darstellt, ist klar. Wie sich Aaron entscheiden wird, nicht.

Du sollst nicht lieben

via stockholmfilmfestival.se


Im Gegensatz zu Filmen von Eytan Fox wie Yossi & Jagger (2002) oder The Bubble (2006), die sich Tel-Aviv als Kulisse nehmen, lassen die engen Gassen von Mea Shearim kaum Platz für queere Gedanken.

Tabakmans ästhetisierte Bildkompositionen erlauben eine Distanzierung, die den filmischen Realismus entschärft, und das Werk beispielsweise von Trembling before G-d (2001), einem ähnlich verorteten Dokumentarfilm abhebt. Zwar bietet sich der Einsatz von Melodramatik an, aber Tabakman entzieht sich- ohne dabei Nüchternheit zu vermitteln.

Er nimmt sich Zeit. Zeigt, ohne zu polemisieren. Die Bilder, die uns Kameramann Axel Schneppat auf die Augen wirft, wirken reduziert, kraftvoll und einnehmend. Um innere und äußere Konflikte authentisch zu gestalten, hat Tabakman sich von Homosexuellen und Ultraorthodoxen beraten lassen, dazu gibt’s hier ein interessantes Interview.

Fazit: Schöne Bilder, die auch lange nach Filmgenuss im Kopf bleiben und wohlplatzierter Konfliktstoff, der abseits der unmittelbaren Thematik universelle Werte behandelt, ergeben ein sehr sehenswertes Regiedebut, Chapeau! [rating=5]

Filmfreak Kiezgeflüster Schlaumacher

Filmtage in München

Wer beim Anblick der weißen Pest draußen winterschläfrig wird, darf nun zumindest cinéastischem Eskapismus fröhnen: Der Filmfrühling ist ausgeborchen.

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In den nächsten Tagen jedenfalls lohnt es sich, wach zu bleiben! Denn neben den Jüdischen Filmtagen, die vom 14.-17. März im Neuen Gabriel und unter Anwesenheit einiger Regisseure stattfinden, bespukt das Fantasy Filmfest im Rahmen einer deutschlandweiten Tour vom 13.-14. März das Münchner Cinema.

Auf den gegenwärtigen 3D-Zug ist man natürlich auch in Japan aufgesprungen. Wie sich der Effekt im Horrorfilm macht, kann man in Takashi Shimizus neustem Nervenmassaker The Shock Labyrinth (2009) erleben. Wer also pubertierenden Teenies beim Verirren und Verbluten zusehen will, hier ein Vorgeschmack:

http://www.veoh.com/videos/v18919788pWwYKDzK

Auf die Lateinamerikanischen Filmtage, die momentan noch im Gasteig laufen, folgen vom 20.-28. März die 21. Türkischen Filmtage. Den Auftakt macht Üc Maymun-Drei Affen (2008) von Nuri Bilge Ceylan. Das Programm bietet jedenfalls mehr als den hierzulande gerngeförderten Problemfilm mit Opferweibchen und Identitätspatchworkthematik!

Wer da noch filmhungrig ist, dem empfehle ich, ins Filmmuseum zu gehen, wo gerade Gus Van Sant retrospektiert wird. Lust auf einen charmanten Kurzfilm? Voilà:

http://www.dailymotion.com/video/x3mihp
Le Marais, Gus Van Sant, 2003