Der Blobfisch und andere Weichteile
Mund zu und Augen auf für die organischen Fundstücke der Woche!

via mnn.com
Der Blobfisch (Psychrolutes marcidus) gehört zur Familie der Dickkopf-Groppen und ist quasi der Reiner Calmund des Pazifischen Ozeans. Erster Ausruf: WTF! Zweiter: Das arme Ding! Klar, man stelle sich vor, wie der kleine, gallertartige Blobfisch-Junge täglich im Fischgarten von seinen Mitfischen gemobbt wird, weil er seinen Speichelfluss nicht unter Kontrolle hat und aussieht wie ein fleisch- bzw. fischgewordener Hubba Bubba.
Als ob das nicht doof genug wäre, ist er außerdem vom Aussterben bedroht. Wenn also jemand spontan den Drang verspürt, sein künftiges Buch, sagen wir mal Blobfisch-Roadkill zu betiteln, möge er sich bitte bei mir melden. Denn vielleicht kann man so dafür sorgen, dass dieses groteske Geschöpf noch ein paar Lenze weiter herumschwubbern darf. Beim Axolotl hat’s ja auch funktioniert, wie man hier nachlesen kann.
Wir bleiben schleimhaltig. Spätestens seit Isabella Rossellinis Green Porno, wissen wir mehr über das Untenrum von Weichtieren. Martin Püschel, ein deutscher Illustrator, hat sich ganz der akkuraten Wiedergabe von Schneckengenitalien verschrieben. So sieht das dann aus:

via vice
Ein Interview gibt’s hier.
Genug mit dem Tierkram, wir werden wieder anthropozentrisch. Was passiert, wenn man to eat pussy seiner metaphorischen Bedeutung entledigt und in den Ofen schiebt? Anatomisch korrektes Naschwerk, natürlich: Muschi-Cupcakes!

via jetzt.de und buzzfeed.com
Hunger? Bitteschön: Das Rezept zum Nachbacken. Alle anderen dürfen sich bei so viel optischer Reizüberflutung gerne ein regressives Nickerchen gönnen, eingebettet in diese organischen Sofakissen:

via etsy
So, und wann gibt’s endlich Blobfischkissen oder jemanden, der sich grafisch, vielleicht sogar kulinarisch mit dem Reproduktionsorgan von besagtem Meeresbewohner auseinandersetzt? Neuigkeiten bitte an mich weitergeben!
Wie anal darf es sein?
Hier wird der fein überladene Kunstmarkt semisäuberlich durchwühlt, einige beachtenswerte Prachstücke werden aufgegriffen und sinngerecht portioniert. Also Mund zu, Augen auf!

via nerdcore
Wie anal darf Kunst eigentlich sein? Das niederländische Künstlerkollektiv Atelier van Lieshout bewegt sich an der Bruchlinie zwischen Ästhetik und Nützlichkeit. Bis zum 2. Mai kann man die organischen Skulpuren der Künstler auf dem Außengelände des MUMOK in Wien begehen. Nebst der obigen BarRectum (2005), kann man sich dort auch in einen großzügig dimensionierten Damentorso namens Bikinibar (2006) und Darwin (2008), ein dunkelblaues Spermium, hineinfühlen. Hier eine kleine Einführung:
BarRectum, Arsch Bar, Asshole Bar, Bar Anus. While the translations sound different, the form is universally recognizable. The bar takes its shape from the human digestive system: starting with the tongue, continuing to the stomach, moving through the small and the large intestines and exiting through the anus. While BarRectum is anatomically correct, the last part of the large intestine has been inflated to a humongous size to hold as many drinking customers at the bar as possible. The anus itself is part of a large door that doubles as an emergency exit.
via ateliervanlieshout.com
Also, wer die Kombination aus Alkohol und Anus anregend findet, weiß wohin er gehen muss! Zum Rahmenprogramm gehört außerdem die Installation
„Anal Reactions 2.0.: Man vs. Woman“ von Jana Herwig a.k.a. digiom, BIKUM/quartier21:

Die Installation bewegt sich im Windschatten eines Internetphänomens: Ein
unaussprechlicher Trailer gerät in die Social Web-Zirkulation und taucht invisibilisiert
in Formvon Reaktionsvideos und somatischen Experimentalsituationen
wieder auf, in die Freundinnen ihre Freundinnen, Freunde ihre Freunde
versetzen und immer live mitfilmen.via MUMOk
Zum Abschluss entzückt uns Devendra Banhart mit dem melodischen Baby aus den Tiefen von Analistan:
via jetzt.de
Es fischelt und die Top 5 der bescheuertsten Suchbegriffe
Aufgepasst, ich hole aus zum organischen Rundumschlag, einmal queer durchs Netz und zurück, also Mund zu und Augen auf!

via keeper.com
Weil ich weiß, wie sehr ihr weibliche Hygeneprodukte schätzt, stelle ich euch ein Utensil vor, das den niedlichen Namen Mooncup trägt und nach Klempnerwerkzeug von Fisher-Price aussieht. Was das mit Amy Winehouse zu tun hat, erfahrt ihr bei heebmagazine.com und wie es funktionieren soll seht ihr hier:
Wer Gefallen an der Protagonistin gefunden hat, der kann sich auf houseochicks.com seine persönliche Schmusevulva besorgen.
Es bleibt fischig und wir Blicken wieder filmwärts. Genauer gesagt zu einem bedeutenden Wendepunkt aus Francis Ford Coppolas Meisterwerk Der Pate.
Erinnert ihr euch an die Szene im ersten Teil, als Santino einen toten Fisch aus der kugelsicheren Weste des (ebenfalls toten) Luca Brasi auswickelt? Nach diesem Ereignis fügt sich Michael endlich der familiären Ordnung, quasi Fisch sei Dank.
Wer nun dem akuten Bedürfnis nachgehen möchte, sämtliche Fischsorten durchzudeklinieren, kann sich unter asicilianmessage.tumblr.com sattsehen, hier ein Vorgeschmack:

via asicilianmessage.tumblr.com
Den Kontext dazu gibt’s hier.
Zum Absch(l)uss folgt eine Liste der fünf denkwürdigsten Suchbegriffe, mit denen dieses Blog gefunden wurde (Ja, ich kann das sehen):
- Auf Platz 5 Hugh Hefner (in allen möglichen Schreibweisen), weil hier marginal erwähnt.
- Platz 4 geht an Kader Loth (bevorzugt oben ohne), weil hier behandelt.
- Platz 3 geht an Bartwichse in München kaufen (gibt’s in der Drogeriemarktkette Müller und hier online)
- Auf Platz 2 Hermaphroditen Sex Film, vielleicht kann Isabella Rossellini hier helfen.
- Somit auf Platz 1 Blut im Stuhl Muskelkater panik
Don’t panic, it’s organic!
Untenrum abgefüllt
Am besten ihr lehnt euch schonmal schön zurück, denn was jetzt folgt, ist harte Kost.
Also Mund zu und Augen auf für den äußerst organischen Nasenschmeichler eines deutschen Parfumkreateurs: Vulva.

Via Vice
Was steckt drin? “Urin, Schweiß und weibliche Erregung.” So formuliert das jedenfalls Guido Lenssen, Chef der Firma rund um das Geschäft mit dem Muschiduft.
Beim Vice Magazine gibt’s ein nettes Interview mit dem Duftgenie. Die genaue Quelle der olfaktorischen Reizüberflutung wird uns aber auch dort vorenthalten.
Wer mit dem Zeug seine Geruchsknospen befruchten will, kann sich auf die vielsagende Homepage schleichen: smellmeand.com
Dort sollte man sich unbedingt das geschmacklich einwandfreie Werbevideo genehmigen: Zu sehen gibt’s einen verzückten Kerl, dessen Nase am nassgeradelten Sattel einer nicht weniger nassen Blondine kleben bleibt. Das Ganze sprudelt natürlich vor ästhetischer Raffinesse. Männer wollen ihn und Frauen so sein wie er! Vielleicht auch andersrum.
Riecht jedenfalls nach Erfolg und bestimmt ist das nächste Wässerchen aus Urin, Schweiß und Penissaft auch schon in Planung. Ideal gegen Reiseübelkeit wären auch Duftbäumchen mit der Essenz eines gebrauchten Tampons. Aphrodisierende Momente auf romantischen Autobahnraststätten sind quasi vorprogrammiert!
Genug davon, an einer Kaffeebohne zu schnüffeln, könnte jetzt helfen.
Übrigens, wer von der duften Website aus beschließt, auf Ausgang zu klicken, wir direkt zu Benjamin Blümchen weitergeleitet.
Männer, Frauen und Fleisch
Es knarzt mal wieder aus der Genderecke und wir folgen- es geht bauchnabelabwärts.

Ein Zentimeter untenrum gleicht einem Kilometer innerhalb der Hirnrinde. Wir sehen einen Mann, der sich gleich unters Messer legen wird, um seine Männlichkeit durch eine Penisverlängerung aufzustocken. Es ist der vielversprechende Beginn eines französischen Dokumentarfilms namens La domination masculine (2009) von Patric Jean.
Und wie der Titel verrät, geht es um die männliche Herrschaft in unserer Gesellschaft. Doch was wie ein Porträt der westlichen Geschlechterrollensozialisation anfängt, endet in einem Wildwuchs aus Stereotypen, bei denen Frauen entweder als Opfer oder radikale Feministinnen und Männer als karikaturhafte Freaks erscheinen. Der Film ist zwar gutgemeint- Jean bezeichnet sich selbst als Pro-Feminist- hinkt aber etwas an der Umsetzung.
Eines schafft er jedenfalls: Er regt zur Diskussion an. Hier ein Blick in den Trailer, bitte frankophones Ohr hinhalten:
Mehr gibt’s auf arte.tv.
Als Objekt und meist unter männlicher Regie dienen Frauen der Vermarktung von verführerischen Deos und schmackhaften Dosenravioli. Auch wenn Werbung, Gender und Diversity inzwischen näher zusammengerückt sind- aber seht selbst:
http://video.google.com/videoplay?docid=5695422070182142487gesehen bei dokumentarfilm24.de
Schmackhaft geht es weiter:
gesehen bei mädchenmannschaft.de
Und wir bewegen uns eine Etage tiefer:
Werfen wir nun einen Blick auf den Testosteronpegel der Hochglanzpresse. Auffällige Werte haben drei relativ neue Babies aus der FrauenMännersektion: BEEF! ist neben Gala Men und Business Punk Frischfleisch in der Magazinwelt von Gruner+Jahr.

Neben redaktioneller Ein- und zielgruppenspezifischer Ausgrenzung, soll Humor dem hippen Leser ins dreitagebärtige Gesicht lachen, wie sein Spiegelbild nach dem täglichen Kaviarpeeling. Klappt leider nicht ganz. Beweis hierfür ist das fade BEEF!-Interview mit dem Chefredakteur Jan Spielhagen. Ein Blick ins Magazin, das mit 9,80 Euro entsprechend arrogant fern ab von Lisa und Brigitte aufwuchert, lässt zögernde Neugier schnell und resolut einsinken.
Klar huschen gegen Magazinmitte und nach abgehackten Fischköpfen auch unbekleidete Frauenkörper kontextlos durch fleischlastige Rezeptideen. Den Tiefpunkt der Humorfreiheit bildet die letzte Seite mit der ausladenden Rubrik “So kochen Frauen. So Männer.” Der Freitag hat sich hierüber lecker ausgelassen und in der taz lest ihr, wie bei Gala Men die Untenrumthematik redaktionell bearbeitet wird.

Mein Mitleid gilt also dem “neuen Mann”, der vermutlich mehr aus finanzieller Ratlosigkeit heraufbeschworen wird, als dass ihm endlich der Lesestoff zukommt, auf den er ungeduldig warten musste. Wir sehen, die Krise greift Budget und Birne gleichermaßen an.
Genug davon, jetzt gibt’s was auf die Augen:http://www.veoh.com/videos/v14246195QMw8KKWk
Zum Schluss noch ein etwas abseitiger Satz von Pythagoras:
Es gibt ein gutes Prinzip, das die Ordnung, das Licht und den Mann geschaffen hat, und ein böses Prinzip, das das Chaos, die Finsternis und die Frau geschaffen hat.
Green Porno
Ab geht’s mit animalisch heißem Filmstoff, noch mehr Pappmaché und den akut-organischen Aufklärungsfilmchen von und mit Isabella Rossellini!

Warum nicht auf Pornofeldforschung im eigenen Vorgarten gehen, um mehr oder weniger Fleischliches unterhaltsam und gleichzeitig wissenschaftlich- korrekt darzustellen? Mit ihrem Regiedebüt zeigt Tochter von Ingrid Bergmann, Ex-Frau von Martin Scorsese und Muse von David Lynch, dass es funktioniert. Und zwar mit einer ordentlichen Portion Humor, einer Menge Papier und natürlich haufenweise organischer Kreativität. Achtung, es folgt Schneckensex:
Angeregt? Hier kommt Nachschub von der Spinnenfront:
Nicht zu vergessen, die Hermaphroditen, sehr anschaulich:
Auf der Berlinale von 2008 erstmals öffentlich zu sehen, gibt es jetzt schon die dritte Staffel von Green Porno, mittlerweile wird die grüne Seite stärker fokussiert. Vorher ergründet Isabella aber noch das Sexualverhalten von Meeresbewohnern. Hier ein Einblick in die asexuelle Fortpflanzung von Seesternen, man beachte das schelmische Grinsen:
Wer Lust auf Hintergrundiges und die dritte Staffel der einminütigen Dokuquickies bekommen hat, klicke sachte auf den Sundance Channel.
Brüno

Kürzlich angetestet und jetzt im Rahmen des Mongay gesichtet- Brüno. Wer sich fragt, was der kontroverse Streifen bei Betroffenen auslöste: Rings um mich herum wurden Tränen geheult und Schenkel bis zum Zerbersten geklopft. Brüno treibt seine kalkulierte Provokation bis auf den bitteren Seitenstreifen der Geschmacklosigkeit, wie in Borat ist Fremdschämen erwünscht. Dass Sasha Baron Cohen ungelyncht davonkommen konnte, verwundert. Chapeau und ein Blick in den Trailer:
Zum Plot: Nach mehrfachem Scheitern, versucht die österreichische Fashionista, Brüno, in den USA seinem Herzenswunsch näherzukommen: Er will der “größte homosexuelle Filmstar seit Arnold Schwarzenegger” und mindestens der “berühmteste Österreicher seit Adolf Hitler” werden. Begleitet wird er von seinem masochistisch veranlagten, rothaarigen Diener Lutz. Brünos eigenwilliger Entwurf für eine Fernsehshow mit Clelebrities wird von Testsehern für “schlimmer als Krebs” eingestuft, einen republikanischen Ex-Präsidentschaftsanwärter kann er auch nicht zu einem Sex-Video überreden, so bleibt ihm nur eine Charity-Aktion.
Als seine Bemühungen um die Friedensstiftung im nahen Osten scheitern, beschließt er ein afrikanisches Baby zu erwerben- im Tausch gegen einen IPod geht das klar, auch hier kommt der halbdokumentarische Charakter des Streifens rein. Zurück in den Staaten wird ihm das Baby beim ersten Talkshowauftritt vom Jugendamt weggenommen. Zuvor veranstaltet er folgendes Baby-Casting:
Es folgt die bittere Einsicht, dass er nur als Hete Ruhm erlangen kann. Doch, wird ihm psychologische Hilfe zweier Gay-Converter einen enthomoisierten Lebenswandel bescheren?
Man weiß nicht, ob man in stetigem Kopfschütteln verharren, oder in akute Lachanfälle miteinstimmen soll. Letztere lassen sich oft nicht vermeiden, gründen aber auf extrem trivialen Ursachen, die mit viel Nacktheit im Schleudergang zu tun haben, einige Szenen sind einfach nur dämlich.
Klar, man riecht die aus allen Poren des Films strömende Übertreibung, Überladung und Übertuntelung. Dennoch kommt die Botschaft rüber: Wer homosexuell ist, ethnischen oder religiösen Minderheiten angehört, hat oft mit hartnäckigen, absurden Vorurteilen und Ressentiments zu kämpfen. Dass diese Einsicht an authentischen Beispielen festgemacht werden kann, verfehlt ihre subversive Wirkung nicht und die USA bieten erneut mehr oder weniger ertragreichen Nährboden dafür. Zwar scheinen einige Szenen überdreht und wenig innovativ, der Kinosaal bleibt dennoch keine Minute kicherfrei. An in- your- face-Gags wird hier also nicht gespart. Die knarzende Mischung aus Deutsch und Englisch wölbt außerdem die Mundwinkel nach oben.
Wer das komplettrasierte, belipglosste Konterfei erleben will, Kinostart ist der 9. Juli.
Und wer schon immer wissen wollte, wie man gehörlosen Kindern pantomimisch die Gefahren von Promiskuität erläutert, hier ein Ausschnitt, taucht zwar nicht im Film auf, bringt aber die Lachmuskeln zum Zucken:
Ach ja, hier kommt die Blasendruckentlastungsprognose
The Girlfriend Experience
Ab geht’s mit brandheißem Filmstoff:
Zu allererst: Ja Sasha Grey macht Porno, und das nicht zu soft. Doch wer in solcher Erwartung in den Film geht, wird zwangsläufig enttäuscht. Den stinknormalen (bitte Geruchskomponente wegdenken) Arbeitsalltag von Grey im kalifornischen San Fernando Valley kann man sich in 9 to 5 days in porn (Jens Hoffmann) seit dem 2. Juli schmecken lassen.
Zurück zu The Girlfriend Experience. Steven Soderbergh, der Regisseur von Filmen wie Sex, Lies and Videotape, Erin Brockovich, Syriana, Traffic und jüngst Che I/II will hier Porno auf Politik loslassen und sorgt für das Mainstreamdebut der 21- Jährigen, eher bekannt aus Filmen wie Lord of Asses 13 oder Swallow my Children.
Der Plot: Die New Yorkerin Christine/Chelsey wohnt mit ihrem Freund Chris (Chris Santos), einem motivationsfähigen Personal Trainer in einjähriger Beziehung und loftartigem Appartement in Manhattan. Beide verdienen ihr Geld im Verkauf von Waren:
Er mit Fitnesspaketen, Sie- nennen wir es mit organischen Paketen, respektive sich selbst, denn sie ist freiberufliche Escortdame. Man könnte sagen: Er macht Schlaffes stramm, sie bringt Strammes zum Erschlaffen. Aber kann so eine Beziehung funktionieren? Fünf Tage Auf und Ab werden uns präsentiert. Hier erstmal der Trailer zum Warmwerden:
Soderbergh will ein bisschen Gesellschaftsspiegel spielen, denn fast keine Sequenz der 77 minütigen Low-Budget Produktion kommt an der lauernden, bellenden, beißenden Wirtschaftskrise vorbei. Wie diese sich aus warmer Luft nährte, so scheint der gesamte Film fassbare Substanz zu entbeehren, bleibt paradoxerweise ohne Höhepunkt.
Doch gerade das macht den Film aus. Es wird viel geredet, ohne viel auszusagen. Fragen werden gestellt, wenige davon beantwortet. Viele Kerle werden getroffen, doch der Hauptgang fehlt. Das Drumherum macht die Erfahrung aus. Hier ein kommentiertes Hintergrundschmankerl:
Gegessen wird dafür aber in Soderbergh Manier (Brad Pitt in Ocean’s 11/12/13) umso häufiger, was sich natürlich tief und breit metaphorisch ausklopfen ließe. In einem der zahlreichen Handlungsstränge lässt sich Christine (beim Essen) von einem Journalisten interviewen, der ihr Leben für alle Unberotlichteten ein wenig zu beleuchten versucht.
Was beschäftigt die Gute nun also? Neben Konkurrenz und Selbstvermarktungsstrategien eigentlich eine Frage, die uns alle irgendwo betrifft:
Wer interessiert sich genuin für die Person und nicht für die körperhafte Projektionsfläche subjektiver Wunschvorstellungen? Wenn die Darstellerin kühl und charakterlos wirkt, nur hin und wieder einige Anzeichen von Emotion zulässt, so kann das zwar als authentische Charakterstudie verziehen werden, dennoch sehnt sich der Film streckenweise nach mehr Persönlichkeit. Wirklich gut ist die ausschließlich digitale Kamera, hinter der ebenfalls Soderbergh zu finden ist.
Einige Szenen sieht man durch amateurhafte Handkameraaufnahmen, andere durch raffinierte Überwachsungskameras. Mit der Tiefenschärfe wird gespielt und viele Nahaufnahmen sorgen für die richtige Prise Voyeurismus.
Wann der Film hier offiziell startet ist noch ungewiss, September wird gemunkelt. Soderbergh ließ ihn indes bereits im US-Fernsehen, Internet und Kino gleichzeitig auf die filmhungrige Meute los. Hier kann man auf Filmfestpräsens hoffen und derweil einen Blick auf Sasha Grey in Anal Acrobats und dergleichen werfen…
Unterleibsgeflüster
Zeit, sich mit der dunklen Seite menschlicher Hygienebedingungen zu befassen.

Jeden Tag müssen wir uns mit der peinlichen Säuberung postexkrementaler Unterleibsöffnungen herumschlagen, endlich gibt es eine glorreiche Erfindung, die diesen beschämenden Vorgang um eine ca 30 cm lange Vorrichtung entschämbar macht. Schluss mit archaischen Faltmethoden! Distanzgewinn und Mittelbarkeit versprechen nicht nur Versöhnung mit der Putzhand, sondern könnten gar eine Revolution für die Linke in arabischsprachigen Ländern bedeuten! Aber seht selbst:
Zuerst gesehen auf jetzt.de
Plastik ist nix für Euch? Hier die organische Variante:
Wir bleiben unten und beschäftigen und mit organischen Tönen im Kontext därmlicher Unkontrollierbarkeit. Endlich kommt die Verbindung von Business und Blähung, zückt eure Telefone in ergebener Dankbarkeit:
Weiterhin untenrum, jedoch ein paar Zentimeter versetzt- Achtung es wird heiß. Wir wissen, lange Ketten mit diversen Anhängseln sind an vielen Mädchenhälsen vorzufinden. Meist sind das kleine Herzchen, Pferdchen, Sternchen oder Schleifchen. Wäre es nicht absolut organisch, zur Abwechslung ein gutverstecktes, primäres Geschlechtsorgan kettentauglich zu machen?

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Sorgt sicher in engen Clubgemäuern für ordentlich Gesprächsstoff! Für die moderne Individualistin: Einfach den persönlichen Intimabdruck einsenden und sich auf authentische Maßanfertigung freuen! Erinnert an Michel Houellbecqs Roman Plateform, in dem u.a. von einer (fiktiven) Künstlerin die Rede ist, die sich mit klitoralen Eigenabdrücken aus Gummi beschäftigt. Entdeckt bei youknowwhatidontknoweither.blogspot.com und erwerblich unter http://www.etsy.com . Wer lieber pure Weiblichkeit unterm Kopf statt am Hals haben will, knautschige Kissen in Uterus- und Vulvaform gibt’s natürlich auch.

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Alles in liebevoller Handarbeit, natürlich. Wem bei soviel Vulvatalk jegliche Lippen trocknen, der kann sich gleich mit einem veganen Prachtstück namens Large Vegan Vulva beschmieren, wahlweise in Sweet Cherry, Lemon Tart und Honey Pot.

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Gibt’s sowas auch in der Kerlsversion? Ja, zwar weniger kuschelig und anatomisch fragwürdig, dafür absolut reisetauglich und in Plastik!




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