Category Archives: Schlaumacher

transmediale 2k+12

Die transmediale 2012 bespielt vom 31. Januar bis zum 05. Februar das Haus der Kulturen der Welt und ausgewählte Nebenschauplätze. Das Festival für Kunst und digitale Kultur findet in seinem 25. Jubiläumsjahr unter dem Thema <in/compatible> statt. Das Programm ist überaus umfangreich: die zweitägige Konferenz >in/compatible symposium wird von der Ausstellung >dark drives, einem Videoprogramm >satellite stories, Diskussionen, Workshops und Präsentationen >reSource und Performances >the ghosts in the machine bereichert und unterwandert während das CTM.12 unter dem Motto <Spectral> Spielstätten wie das Berghain, den Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und die HAUs kongenial begeistern will.

Im Folgenden soll weder eine schiere Auflistung von Programmpunkten, noch der Versuch einer Kontextualisierung von In/Kompatibilität unternommen werden. Stattdessen werfen wir uns den Deckmantel des Rahmenthemas um und riskieren einen streifenden Blick auf ein paar prominente oder abseitige Schlaglichter: Denn von der legendären Joshua Light Show, über einen Workshop bei dem man Filme auf die gute alte Floppy Disk zu bannen versucht bis hin zu William S. Burroughs und Antony Balchs vom Dadaismus inspirierten Kurzfilm The Cut-Ups (1966) offeriert das Festival ein geradezu ausuferndes Spektrum an In/Kompatiblem.

Erwähnenswert sind vor allem die von Marcel Schwierin in der Sparte Satellite-Stories kuratierten Videos. Diese behandeln im Besonderen die In/Kompatibilität von Menschen zu den von ihnen gestalteten Produkten. Wie im letzten Jahr wird es zudem erneut die Arab Shorts geben, gastkuratiert von Maha Maamoun und Sarah Rifky aus Kairo.

Unter anderem zeigt uns Dominic Gagon wie Netzzensur als Störung verstanden werden kann, die zugleich kreative Potenziale in sich birgt. Wie lange Gagnons “RIP in Pieces America” (2009), ein Found-Footage Video aus zensierten You Tube Clips, dem Flag-Drang der anonymen Netzkontrolle wiedersteht, kann man hier beobachten. Seine neuste Arbeit “Pieces and Love All to Hell” ist als Installation im HKW zu sehen. Darüber hinaus werden die Videos zusätzlich auf transmediale.tv zugänglich gemacht. Steve Reinke präsentiert uns mit Beaver Skull Magic sechs Minuten voll verstörender Interaktion zwischen Mensch und Tier. Anhänger von Tape-Kunst à la Mark Jenkins dürfen sich auf die organischen Performance-Videos von Dennis Feser freuen, der am 3. Februar für das Screening von Vertical Distraction persönlich zugegen sein wird– hier ein kleiner Einblick :

YouTube Preview Image
youtube direkt feser

Und damit das 25- jährige Bestehen des Festivals nicht zu kurz kommt, werden Videoarbeiten von den Anfängen der transmediale (damals noch VideoFilmFest genannt) im Videospiegel von 1988 zu sehen sein. Nicht verpassen sollte man Harun Farockis 44-minütigen Beitrag “Die Schulung – Indoctrination” (1987). Aber auch Camp-Größe George Kuchar wird nebst anderen Ikonen experimenteller Videokunst vertreten sein.

Eine nicht uninteressante Performance kommt von Gæoudjiparl/Goodiepal, der die Frage nach der In/Kompatibilität mit der eigenen (akademischen) Umwelt verbindet. Der exzentrische Musiker/Künstler wurde aufgrund einer Lecture mehrmals von Institutionen in Dänemark und London entlassen. Nun nutzt er die transmediale als Plattform, um seinen gesamten Hausrat zu verschenken – wobei jedes Objekt mit einem Link zur berüchtigten Lecture versehen ist.

Das eigenwillige Design von manuelbuerger.com, timmhaeneke.de und tillwiedeck.com steht ebenfalls unter dem Leitgedanken der In/Kompatibilität und widmet sich den Erwartungen, Hoffnungen und Unruhen, die mit digitalen Technologien in Verbindung gebracht werden können. Dass die drei Herrn ihrem Design nicht gänzlich ironiefrei gegenüberstehen, beweist ein Blick in den Festivalkatalog, der Assoziationen mit Hardware-Manuals und der Speisekarte vom Pizza-Service evoziert. Für die Architektur haben sich raumlabor eine fragmentarische Anordnung von Sitzmöglichkeiten ausgedacht, deren Hybridität uns zwischen Innen und Außen, zwischen Möbel und Bauteil im Zweifel lassen soll. Das war ein erster Ausblick auf die kommenden Tage.

Weitere Informationen gibt es unter www.transmediale.de.

Malen nach Bohnen

Kürzlich durfte man in der SZ lesen, was ein jeder Kaffee-Junkie schon lange ahnte: Die Deutschen trinken mehr Kaffee als Bier, ja sie schütten sogar mehr braunen Treibstoff als Wasser ins sich hinein, nämlich ca. 180 Liter pro Jahr. Wie gut, dass sich die schlauen Köpfe von COLUMN FIVE mit einer Verbildlichung dessen befasst haben, was wir so monatlich durch unseren Organismus jagen. Ausmalen darf man die folgende Infographic natürlich nur mit dem Saft der Arabica-Bohne. Prints davon gibt es hier zu bestellen. Et voilà:

IN CAFFEINE WE TRUST by COLUMN FIVE gesehen bei NERDCORE

Filmfest München 2011

Das Filmfest München 2011 ruft und www.dontpanicitsorganic.de wird seine Leser mit frischem Filmfutter versorgen. Das nach der Berlinale zweitgrößte Festival Deutschlands bespielt in diesem Jahr zwischen dem 24. Juni und dem 2. Juli ausgewählte Münchener Lichtspielhäuser rund um die Isar.

Was im letzten Jahr zu sehen war, könnt ihr hier nachlesen. Zwischen dem Eröffnungsfilm Le gamin au vélo und dem diesjährigen Abschlussfilm Le Havre von Altmeister Aki Kaurismäki liegt einiges an Filminput vor uns.

Außer den für München üblichen Reihen Internationales Programm, Visiones Latinas, Nouveau Cinéma Français, Fokus Fernost, American Independents, Neue Deutsche Kino bzw. Fernsehfilme und dem Kinderfilmfest gibt es auch in diesem Jahr einige Spezialreihen: Neben den Independentgrößen Tom DiCillo und John Malkovich gibt es einen Schwedenschwerpunkt und eine Reihe zu Ehren von Roy Andersson, einem Meister des skurrilen nordischen Films. Das kostenlose Open-Air Programm widmet sich der Katze. Alle, die schon immer Russ Meyers Faster Pussycat! Kill, Kill! (bzw. Die Satansweiber von Tittyfeld) auf Großleinwand sehen wollten, sollten also aufmerken, hier der Trailer:

YouTube Preview Image

via

Und natürlich kann man einige der über 200 Premieren nicht nur rezipieren, sondern auch diskutieren. Zum Beispiel bei den täglich stattfindenden Filmmakers Live-Sessions im Gasteig. Mehr zum Programm findet ihr auf der Homepage des Festivals sowie auf dem Festival-Blog.

Das Filmfest- Magazin gibt es hier als PDF. Reviews zu den einzelnen Filmen folgen in Kürze.

David Wants to Fly auf ARTE+7

Der Berliner Filmemacher David Sieveking hat eine Obsession: David Lynch. Um seinem Idol näher zu kommen, besucht er einen Workshop für Transzendentale Meditation (TM). Nach einer kurzen Tuchfühlung findet David bald mehr heraus, als er eigentlich soll. Sein Film David Wants to Fly (2010) feierte auf der 60. Berlinale Premiere. Warum David Lynch das eigentlich verhindern wollte, lässt sich erahnen. Auf ARTE +7 kann man den zwei Davids noch ein paar Tage auf ihrer Sinnsuche zuschauen.

via arte.tv

Die Wiederholung gibt’s am 23. Juni um 10:10 Uhr.

EMERGEANDSEE • media arts festival

Für alle, die nicht wissen, was sie am Wochenende mit sich anfangen sollen, kommt hier der nicht-ultimative (wir sind schließlich in Berlin) Geheimtipp, der vielleicht gar nicht mal so geheim ist:

EMERGEANDSEE

via emergeandsee.org/blog

Das EMERGEANDSEE media arts festival findet vom 3. bis zum 5. Juni 2011 in der alten Bötzow-Brauerei im Prenzlauer Berg statt. En détail, so lautet der diesjährige Geschmacksträger und Leitgedanke des mit internationalen Filmemachern, Künstlern und Nachwuchswissenschaftlern angereicherten Festivals. Dementsprechend detailorientiert fallen •die Kunstwerke, Kurzfilme, Performances und Lectures aus, die auf dem alten Brauereigelände zu sehen und hören sein werden. Das komplette Programm könnt ihr hier runterladen. Und jetzt werfen wir einen Blick in den Trailer:

vimeo direct emergeandsee

Losgetreten wird das Festival heute ab 19:30 klangvoll von Dorothy of the day mit Tape-Collagen von Preslav Literary School, einer nerdigen Schlagzeugkonstellation von Wellenfell und einer Performance von Mediated Bodysuit. Details gibt’s auf dem EMERGEANDSEE-Blog und unter http://emergeandsee.org.

 

ARTE Creative@transmediale.11

Der deutsch-französische Kulturkanal ARTE startet ab Januar 2011 die neue Web-Plattform ARTE Creative.

Das Organ dieser neuen Plattform ist kein Geringerer als Alain Bieber von rebel:art. Doch was genau ist ARTE Creative? Hier kommt ein prägnanter Auszug aus dem Pressetext, der euch hoffentlich einige Fragezeichen aus der Hirnrinde quetschen wird:

ARTE Creative ist ein internationales, redaktionell betreutes und interaktives Netzwerk für junge Künstler, Kulturproduzenten und alle an dem Thema „Kreativität“ Interessierten. Präsentiert werden dort qualitativ herausragende Arbeiten aller kreativen Felder – von Kunst (Fotografie, Malerei, Street Art, New Media, Netzkunst, Videokunst) über Popkultur (Musikvideos, Werbung, Gaming) bis hin zu Design (Grafik-, Produkt- und Webdesign, Typografie) und Architektur.

Der Fokus liegt dabei im Bereich „Bewegtbild“. Neben User-Generated-Content gibt es Inhalte aus Kooperationen von Hochschulen, Festivals, Museen und anderen Institutionen sowie eigene, gemeinsam mit der Community entwickelte, redaktionelle Formate. ARTE fördert damit aktiv den kreativen Nachwuchs und möchte die Zusammenarbeit mit jungen Kulturproduzenten aus ganz Europa verstärken. Ausgesuchte Inhalte der Kreativplattform werden auch auf dem Sender laufen.


Wer sich dem kreativen Webspielplatz beschäftigen will, kann das natürlich online tun oder sich auf der transmediale.11 einfinden. Das Festival für Kunst und digitale Kultur, bespielt vom 01. bis zum 06. Februar 2011 das Berliner HKW und Umgebung. Mit dem diesjährigen Titel RESPONSE:ABILITY spürt das Festival auf unterschiedlichen Feldern unserem Leben im und um das Internetz nach. Das Programm findet ihr hier. Parallel dazu mischt das Festival CTM- Club Transmediale
den Gehörgang mit progressiven Klängen auf.

Mehr zu ARTE Creative gibt es unter creative.arte.tv und einen Beitrag zur transmediale.11 findet ihr im aktuellen Kurzschluss und auf transmediale.tv, dem Channel der transmediale.11 bei ARTE Creative.

Der Fisch und die Frau

In der neuen Sparte Filmlektion gibt es ab jetzt Nützliches aus der Welt des Zelluloids zu sehen. Natürlich ist alles 1:1 auf das analoge Leben übertragbar und wird von mir auch dringend empfohlen.

Wir beginnen mit diesem amüsanten Fragment aus Der Clan der Sizilianer (1969). In folgender Szene zeigen uns Alain Delon und Irina Demick, inwiefern Fischfang und die Aussicht auf ein sexuelles Abenteuer miteinander korrelieren:

YouTube Preview Image

Größe und Proportion des Fisches stehen natürlich in organischer Relation zum Gestus des Maskulinen. Würde also diese Szene mit einem Hering oder einem Blobfisch ebenso gut funktionieren? Bitte ausprobieren und Bescheid sagen!

Baumbeleuchtung via Zitteraal

Eine ausgesprochen organische Beleuchtungsmethode haben sich die Betreiber eines Aquariums im japanischen Kamakura ausgedacht.

Dort sorgt ein Zitteraal mit Muskelkraft für die nicht gerade kitschfreie Weihnachtsbaumbeleuchtung. Besucher des Aquariums sollen so zu mehr Eigenstromerzeugung angeregt werden:

via stern

Übrigens setzen Zitteraale auch bei der Partnersuche auf leichte Stromschläge. Eine Übertragung auf menschliche Paarungsgewohnheiten wäre hier auch nicht uninteressant!

Mehr über den geladenen Meeresbewohner erfährt man in diesem charmanten Lehrfilmchen von 1954:

YouTube Preview Image YouTube Preview Image

ARTE FilmFestival

Filmfestivals gibt es mittlerweile massenhaft, ob Cannes, Venedig, Oberhausen oder Hof- alle machen mit. Doch was, wenn man sich physisch nicht vom Sofa bewegen will, keine Lust auf Schlangestehen oder Pöbeleien vor verstopften Kinokassen hat?

Dann sollte man es sich vom 22. November bis zum 05. Dezember vor dem Fernseher gemütlich machen. Denn auf ARTE kann man sich im Rahmen des 20- jährigen Sendergeburtstages zum ersten Mal ein Festival mit erlesenen Kurz- und Spielfilmen nach Hause holen. Seinen persönlichen Favoriten darf man dann online küren. Hier der Trailer zum Festival:

Unter den Programmhighlights finden sich Filme, die zum Teil nie in deutschen oder französischen Kinos zu sehen waren. Da wäre zum Beispiel Isild Le Bescos zweiter Spielfilm Charly, in dem ein etwas orientierungloser, 14- jähriger Taugenichts eine ungewöhnliche WG-Erfahrung mit einer putzwahnsinnigen Prostituierten macht. Oder Frankreichs “Woody Allen” Emmanuel Mouret, der mit Küss mich Bitte! dem komischen Gebilde namens Beziehung einen oralen Ausgangspunkt unterschiebt. Ein besonderes Schmankerl ist sicherlich Das jüngste Gewitter, ein schwedischer Episodenfilm von Roy Andersson, wo es mit viel sprödem Humor um die Absurdität des Lebens geht.

Mit dabei außerdem Hannes Stöhrs Berlin Calling, der uns mit Paul Kalkbrenner als DJ Ikarus durch das Berliner Nachtleben katapultiert oder Edgar Kerets witzig-melancholischer Jellyfish, in dem das Meer zum Medium für alles Unausgesprochene wird.

Waltz with Bashir, der erste komplett animierte Dokumantarfilm von Regisseur Ari Folmann, zeigt die Vergangenheit eines ehemaligen Soldaten im Libanonkrieg. Nicht weniger politisch brisant geht es in Lemon Tree von Regisseur Eran Riklis um den israelisch-palästinensischen Konflikt, die Hauptrolle spielt ein Zitronenbaum.

Daneben kommen natürlich auch Kurzfilmfans auf ihre Kosten: Yuri Lennons Landing on Alpha 46 von Anthony Vouardoux, Nicolas Braults Animationsfilm Die letzte Vorstellung oder Alice Andersons Die Puppe kann man neben anderen Kurzfilmhappen dann auch sieben Tage lang im Netz abrufen.

Zu einem ordentlichen Festival gehören natürlich auch Diskussionen mit Filmemachern. Filmfans, die das 2.0 Erlebnis auskosten wollen, können ausgesuchte Regisseure im Online- Chat mit ihren Fragen bombardieren.

Mehr zum ARTE FilmFestival findet ihr unter arte.tv.

In diesem Sinne- Bon diffusion!

Diesen Text findet ihr auch unter independentfilme.com

Nichts Schlimmes, nur Berlin.

Vielleicht habt ihr schon gemerkt, dass es hier um München mit der Zeit immer leiser wurde.

Der Grund ist ganz einfach: Berlin. Der Blogradius wird also in die Hauptstadt verlagert und bleibt dort auf unbestimmte Zeit.

Dass es bei don’t panic, it’s organic trotzdem nach wie vor um Film, Kunst und Organisches geht, ist klar.

Bleibt zu hoffen, dass Berlin sich als fruchtbarer Nährboden herausstellt!

Bloglovin

Öfter mal Panik, was zu verpassen? Das muss nicht sein:

Bloglovin

Verfolge don’t panic, it’s organic auf Bloglovin!

Der Blobfisch und andere Weichteile

Mund zu und Augen auf für die organischen Fundstücke der Woche!

Blobfish

via mnn.com

Der Blobfisch (Psychrolutes marcidus) gehört zur Familie der Dickkopf-Groppen und ist quasi der Reiner Calmund des Pazifischen Ozeans. Erster Ausruf: WTF! Zweiter: Das arme Ding! Klar, man stelle sich vor, wie der kleine, gallertartige Blobfisch-Junge täglich im Fischgarten von seinen Mitfischen gemobbt wird, weil er seinen Speichelfluss nicht unter Kontrolle hat und aussieht wie ein fleisch- bzw. fischgewordener Hubba Bubba.

Als ob das nicht doof genug wäre, ist er außerdem vom Aussterben bedroht. Wenn also jemand spontan den Drang verspürt, sein künftiges Buch, sagen wir mal Blobfisch-Roadkill zu betiteln, möge er sich bitte bei mir melden. Denn vielleicht kann man so dafür sorgen, dass dieses groteske Geschöpf noch ein paar Lenze weiter herumschwubbern darf. Beim Axolotl hat’s ja auch funktioniert, wie man hier nachlesen kann.

Wir bleiben schleimhaltig. Spätestens seit Isabella Rossellinis Green Porno, wissen wir mehr über das Untenrum von Weichtieren. Martin Püschel, ein deutscher Illustrator, hat sich ganz der akkuraten Wiedergabe von Schneckengenitalien verschrieben. So sieht das dann aus:

Martin Püschel

via vice

Ein Interview gibt’s hier.

Genug mit dem Tierkram, wir werden wieder anthropozentrisch. Was passiert, wenn man to eat pussy seiner metaphorischen Bedeutung entledigt und in den Ofen schiebt? Anatomisch korrektes Naschwerk, natürlich: Muschi-Cupcakes!

vagina cupcakes

via jetzt.de und buzzfeed.com

Hunger? Bitteschön: Das Rezept zum Nachbacken. Alle anderen dürfen sich bei so viel optischer Reizüberflutung gerne ein regressives Nickerchen gönnen, eingebettet in diese organischen Sofakissen:

organsiche KIssen

via etsy

So, und wann gibt’s endlich Blobfischkissen oder jemanden, der sich grafisch, vielleicht sogar kulinarisch mit dem Reproduktionsorgan von besagtem Meeresbewohner auseinandersetzt? Neuigkeiten bitte an mich weitergeben!

Von Bloggern und Internet-Freaks

Evolution

via dailydesignmag

Googelst du dich manchmal selbst? Und, wenn ja, würdest du es mit ‘intellectual mastrubation’ gleichsetzen?

Sind alle Blogger verkappte Egozentriker und dienen Blogs nur der eigenen Selbstdarstellung? Leben wir in einer Netokratie?

Benjamin Rassat hat sich in seinem Dokumentarfilm Von Bloggern und Internet-Freaks (Frankreich, 2009) diese und ähnliche Fragen auf den Rücken geschnallt und ist damit bei Bloggern, Mediengurus und Freaks wie The Compulsive Confessor, Andrew Keen oder Loïc le Meur hausieren gegangen. Wo Bloggen aufhört und Wahnsinn anfängt ist dabei manchmal nicht ganz klar:

YouTube Preview Image
via makemebad35

Rassat will unsere medial durchwachsene Lebensgestaltung behandeln, schwenkt dann zeitweise eher auf den vermeintlichen Narzissmus der Blogger, um gegen Ende noch die Kurve zu einem gelungenen Meta-Beitrag über unser virtuelles Geblubber zu kriegen. Der Filmkonsum lohnt sich jedenfalls -auch für alle Nichtblogger.

Von Bloggern und Internet-Freaks lief  am 21. April auf ARTE und ist noch ein paar Tage auf ARTE+7 verfügbar.

Untenrum abgefüllt

Am besten ihr lehnt euch schonmal schön zurück, denn was jetzt folgt, ist harte Kost.

Also Mund zu und Augen auf für den äußerst organischen Nasenschmeichler eines deutschen Parfumkreateurs: Vulva.

http://www.viceland.com/blogs/de/files/2010/03/picture-91-635x327.png

Via Vice

Was steckt drin? “Urin, Schweiß und weibliche Erregung.” So formuliert das jedenfalls Guido Lenssen, Chef der Firma rund um das Geschäft mit dem Muschiduft.

Beim Vice Magazine gibt’s ein nettes Interview mit dem Duftgenie. Die genaue Quelle der olfaktorischen Reizüberflutung wird uns aber auch dort vorenthalten.

Wer mit dem Zeug seine Geruchsknospen befruchten will, kann sich auf die vielsagende Homepage schleichen: smellmeand.com

Dort sollte man sich unbedingt das geschmacklich einwandfreie Werbevideo genehmigen: Zu sehen gibt’s einen verzückten Kerl, dessen Nase am nassgeradelten Sattel einer nicht weniger nassen Blondine kleben bleibt. Das Ganze sprudelt natürlich vor ästhetischer Raffinesse. Männer wollen ihn und Frauen so sein wie er! Vielleicht auch andersrum.

Riecht jedenfalls nach Erfolg und bestimmt ist das nächste Wässerchen aus Urin, Schweiß und Penissaft auch schon in Planung. Ideal gegen Reiseübelkeit wären auch Duftbäumchen mit der Essenz eines gebrauchten Tampons. Aphrodisierende Momente auf romantischen Autobahnraststätten sind quasi vorprogrammiert!

Genug davon, an einer Kaffeebohne zu schnüffeln, könnte jetzt helfen.

Übrigens, wer von der duften Website aus beschließt, auf Ausgang zu klicken, wir direkt zu Benjamin Blümchen weitergeleitet.

Filmtage in München

Wer beim Anblick der weißen Pest draußen winterschläfrig wird, darf nun zumindest cinéastischem Eskapismus fröhnen: Der Filmfrühling ist ausgeborchen.

https://auteursnotebook.s3.amazonaws.com/daily/113009cineaste718.jpg

In den nächsten Tagen jedenfalls lohnt es sich, wach zu bleiben! Denn neben den Jüdischen Filmtagen, die vom 14.-17. März im Neuen Gabriel und unter Anwesenheit einiger Regisseure stattfinden, bespukt das Fantasy Filmfest im Rahmen einer deutschlandweiten Tour vom 13.-14. März das Münchner Cinema.

Auf den gegenwärtigen 3D-Zug ist man natürlich auch in Japan aufgesprungen. Wie sich der Effekt im Horrorfilm macht, kann man in Takashi Shimizus neustem Nervenmassaker The Shock Labyrinth (2009) erleben. Wer also pubertierenden Teenies beim Verirren und Verbluten zusehen will, hier ein Vorgeschmack:

http://www.veoh.com/videos/v18919788pWwYKDzK

Auf die Lateinamerikanischen Filmtage, die momentan noch im Gasteig laufen, folgen vom 20.-28. März die 21. Türkischen Filmtage. Den Auftakt macht Üc Maymun-Drei Affen (2008) von Nuri Bilge Ceylan. Das Programm bietet jedenfalls mehr als den hierzulande gerngeförderten Problemfilm mit Opferweibchen und Identitätspatchworkthematik!

Wer da noch filmhungrig ist, dem empfehle ich, ins Filmmuseum zu gehen, wo gerade Gus Van Sant retrospektiert wird. Lust auf einen charmanten Kurzfilm? Voilà:

http://www.dailymotion.com/videox3mihp
Le Marais, Gus Van Sant, 2003

Mittelmeer-Filmtage 2010

Tief einatmen und hinriechen: Ja, man kann das Meer quasi schmecken! Zumindest vom 14. bis zum 31. Januar, denn da bespielen die 7. Mittelmeer-Filmtage den Münchner Gasteig.

Los geht’s heute abend mit Pandora’s Box/Pandoranin kutusu von Yeșim Ustaoğlu, also schnell in den Trailer:

YouTube Preview Image

Wann, wo, wieviel?

  • 19:30 Uhr, Carl- Orff Saal, 9€/erm. 7€.

Programmnachschlag gib’t hier.

 

Moustachismus

Zeit für organische Gesichtsschmeichler.Viele Menschen kennen es: Sie schauen in den Spiegel und fühlen sich irgendwie unvollkommen. Meist liegt das an der Nacktheit rund um den Labialbereich.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter akuter Bartlosigkeit. Grund genug, sich diesem testosteronträchtigen Thema semiseriös zu widmen. Hier werden einige vielversprechende Utensilien und Hintergrundinformationen rund um das haarige Stück Lebensfreude vorgestellt, also Mund zu und Augen auf und Humorhose an!

YouTube Preview Image

Wer nach diesem großartigen Einstieg, unbedingt auch Flusen unter die Nase will-  hier gibt’s was für den kleinen Geldbeutel und den großen Bastler. Bei freemoustache.com kann man gleich vierfacher Bartlust fröhnen. Der Klassiker- ausdrucken, ausschneiden und wohlfühlen:

Bei etsy.com findet sich auch so einiges zum haarigen Thema. Von Kissen, über Tassen bis hin zu Schmuck und Klamotten, es sprießt scheinbar aus allen Poren:

gesehen bei UIEgeek

Organische Bescheuertheit muss belohnt werden, Daumen hoch für folgende Pfotenwärmer:

gesehen bei sifuesignstudio

Und etwas weiter bauchnabelabwärts:

gesehen bei Undies

Aber auch für anatomisch besserbestückte findet sich passendes, wie diese exquisite Bartwichse:

gesehen bei MansFaceStuff

Genug davon. Definitiv ist der Moustache in den letzten Jahren Muse von allerlei Nutz-und Spaßartikelproduzenten geworden. Wer sich hier ausklinken will, kann sich bei sounds like me Verstärkung holen.

Horchen wir weiter in das Land des Schnurrbarts:

“Isch bin ein Orgasme von Konsert und mach dir dein Ueft bewege”

Bei solch einer Aussage, steigt die Erwartung natürlich enorm. Hier kommen also die Franzosen von Mini Moustache mit eingängigem Discozeug. Zugegeben, das Video der Kerls sieht stark nach hausgemacht aus:

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=43615798

Wem das jetzt zu hormonhaltig wird, kann sich mal hierüber Gedanken machen: Einer Studie zufolge, die eine Psychologiestudentin 2004 an er Uni Kiel erhob, werden angeblich bärtige Menschen als sympathischer, gebildeter und attraktiver eingestuft, als ihre bartlosen Mitmenschen. Mehr zum potenziellen Karriereschub durch Rasierentzug, gibt’s beim Manager Magazin.

Sind Bärte eigentlich autotroph? Hier noch ein gelungenes Stück Filmkunst, zauberhaft:

YouTube Preview Image

Manchmal kann man sich eine Person nicht ohne ihren Bart vorstellen, so beispielsweise bei den Mädels von ZZ Top. Versucht es mal!

YouTube Preview Image

Nach so viel Männlichkeit, werfen wir zum Schluss noch einen verstohlenen Blick in die Gegenrichtung. Hirsutismus nennt sich das haarige Phänomen bei Frauen.

YouTube Preview Image

Don’t panic, it’s organic!

KZZ3SWK9K9YB

Green Porno

Ab geht’s mit animalisch heißem Filmstoff, noch mehr Pappmaché und den akut-organischen Aufklärungsfilmchen von und mit Isabella Rossellini!

Warum nicht auf Pornofeldforschung im eigenen Vorgarten gehen, um mehr oder weniger Fleischliches unterhaltsam und gleichzeitig wissenschaftlich- korrekt darzustellen? Mit ihrem Regiedebüt zeigt Tochter von Ingrid Bergmann, Ex-Frau von Martin Scorsese und Muse von David Lynch, dass es funktioniert. Und zwar mit einer ordentlichen Portion Humor, einer Menge Papier und natürlich haufenweise organischer Kreativität. Achtung, es folgt Schneckensex:

Angeregt? Hier kommt Nachschub von der Spinnenfront:

Nicht zu vergessen, die Hermaphroditen, sehr anschaulich:

Auf der Berlinale von 2008 erstmals öffentlich zu sehen, gibt es jetzt schon die dritte Staffel von Green Porno, mittlerweile wird die grüne Seite stärker fokussiert. Vorher ergründet Isabella aber noch das Sexualverhalten von Meeresbewohnern. Hier ein Einblick in die asexuelle Fortpflanzung von Seesternen, man beachte das schelmische Grinsen:

Wer Lust auf Hintergrundiges und die dritte Staffel der einminütigen Dokuquickies bekommen hat, klicke sachte auf den Sundance Channel.