Category Archives: Kunsthappen

Kiezgeflüster Kunsthappen

Kiezknipser (1)

“Darum wird auch der von Leidenschaften oder Not und Sorge Gequälte durch einen einzigen freien Blick in die Natur so plötzlich erquickt, erheitert und aufgerichtet: Der Sturm der Leidenschaften, der Drang des Wunsches und der Furcht und alle Qual des Wollens sind dann sogleich auf eine wundervolle Art beschwichtigt.”

Arthur Schopenhauer, Hauptwerke Band I – Die Welt als Wille und Vorstellung

Da hat er Recht. Also Mund zu und Augen auf für Impressionen aus dem Kreuzköllner Kiez:

Und wenn man so durchs leicht gentrifizierte Neukölln schlendert, kann man einen Schwenk in die Boutique JR Sewing von Jana Reich, Nina Leonhard und Martin May machen, da gibt’s den legendären BIG BUSCHKOWSKY. Als namesgebende Muse diente der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky, der durch inspirierende Worte wie “Wo Neukölln ist, ist vorn- und sollten wir mal hinten sein, ist eben hinten vorn!”, diesen Accesoires sein Gesicht lieh:

JR Sewing

via flickr

Wer sich nicht traut, kann auch bei DaWanda online reinschnuppern.

Kiezgeflüster Kunsthappen Schlaumacher

ARTE Creative@transmediale.11

Der deutsch-französische Kulturkanal ARTE startet ab Januar 2011 die neue Web-Plattform ARTE Creative.

Das Organ dieser neuen Plattform ist kein Geringerer als Alain Bieber von rebel:art. Doch was genau ist ARTE Creative? Hier kommt ein prägnanter Auszug aus dem Pressetext, der euch hoffentlich einige Fragezeichen aus der Hirnrinde quetschen wird:

ARTE Creative ist ein internationales, redaktionell betreutes und interaktives Netzwerk für junge Künstler, Kulturproduzenten und alle an dem Thema „Kreativität“ Interessierten. Präsentiert werden dort qualitativ herausragende Arbeiten aller kreativen Felder – von Kunst (Fotografie, Malerei, Street Art, New Media, Netzkunst, Videokunst) über Popkultur (Musikvideos, Werbung, Gaming) bis hin zu Design (Grafik-, Produkt- und Webdesign, Typografie) und Architektur.

Der Fokus liegt dabei im Bereich „Bewegtbild“. Neben User-Generated-Content gibt es Inhalte aus Kooperationen von Hochschulen, Festivals, Museen und anderen Institutionen sowie eigene, gemeinsam mit der Community entwickelte, redaktionelle Formate. ARTE fördert damit aktiv den kreativen Nachwuchs und möchte die Zusammenarbeit mit jungen Kulturproduzenten aus ganz Europa verstärken. Ausgesuchte Inhalte der Kreativplattform werden auch auf dem Sender laufen.


Wer sich dem kreativen Webspielplatz beschäftigen will, kann das natürlich online tun oder sich auf der transmediale.11 einfinden. Das Festival für Kunst und digitale Kultur, bespielt vom 01. bis zum 06. Februar 2011 das Berliner HKW und Umgebung. Mit dem diesjährigen Titel RESPONSE:ABILITY spürt das Festival auf unterschiedlichen Feldern unserem Leben im und um das Internetz nach. Das Programm findet ihr hier. Parallel dazu mischt das Festival CTM- Club Transmediale
den Gehörgang mit progressiven Klängen auf.

Mehr zu ARTE Creative gibt es unter creative.arte.tv und einen Beitrag zur transmediale.11 findet ihr im aktuellen Kurzschluss und auf transmediale.tv, dem Channel der transmediale.11 bei ARTE Creative.

Filmfreak Kiezgeflüster Kunsthappen

Spike Jonze/Arcade Fire

Achtung, es wird kurz und geht ins Ohr– Spike Jonze, Meister der schrägen Melancholie, wird die diesjährige Berlinale erneut mit einem seiner großartigen Kurzfilme entzücken. Scenes From The Suburbs heißt er, vorkosten könnt ihr ein paar Happen davon im aktuellen Musikvideo von Arcade Fire- The Suburbs:

YouTube Preview Image
Youtube Direkt Suburbs
Kunsthappen Trash

Wim Delvoye– Kloaken und Küsse

Der belgische Konzeptkünstler Wim Delvoye tätowiert Schweine, produziert Exkremente und bestempelt Briefpapier mit Rosettenküssen. Und weil das alles so extrem organisch ist, machen wir hier ein bisschen Platz für Wim. Also Mund zu und Augen auf!

Anal Kiss A01 1999 53 x 44 cm (framed) lipstick on hotel stationery

Anal Kiss A01 1999 53 x 44 cm (framed) lipstick on hotel stationery

Wim Delvoye zeigt uns in folgendem Video, wie die von ihm im Jahr 2000 konzipierte Maschine Cloaca das erzeugt, was man sonst gerne unbeachtet den Tiefen des Abflusses überlässt. Denn:

The thing is, that most people don’t give a shit about shit (Wim Delvoye)

YouTube Preview Image

Cloaca konnte man 2002 im Museum Kunst-Palast in Düsseldorf bei der Arbeit beobachten, hier ist die bereits restlos ausverkaufte Miniaturausgabe für den Privatgebrauch zu sehen:

Personal Cloaca 2006 100 x 68.5 x 105 cm Mixed Media Casino Luxembourg, Cloaca 2000-2007 (30.09.2007 - 06.01.2008)

Personal Cloaca 2006 100 x 68.5 x 105 cm Mixed Media Casino Luxembourg, Cloaca 2000-2007 (30.09.2007 - 06.01.2008)

Wie man merkt lässt Wim Delvoye seinen berüchtigten Zynismus nicht nur sachte hervorblitzen. Wer die vakuumverpackten Erzeugnisse von Cloaca erwerben will, darf sich noch immer auf eine kilometerlange Warteschlange freuen. Das werbewirksame Video dazu gibt es hier und das umworbene Produkt sieht so aus:

Cloaca Faeces (Vienna) 12.05.2001 21 x 17,2 x 4,5 cm vacuum-packed Cloaca Faeces, plexi

Cloaca Faeces (Vienna) 12.05.2001 21 x 17,2 x 4,5 cm vacuum-packed Cloaca Faeces, plexi

Wer nun Lust bekommen hat, sich intensiver mit den Facetten der menschlichen Fäkalie zu befassen, dem sei der Text “Engel mit kotgefleckten Flügeln” von Peter Bexte (in Wim Delvoye: skatalog. Düsseldorf 2001, S. 9 – 18) empfohlen. Für aktuelle Ausstellungen des Künstlers bitte hier klicken.

Kunsthappen

Organisches von Joseph Barbaccia

Wer schon immer die Küchenwand mit Körperteilen dekorieren wollte, darf jetzt die Mundwinkel nach oben biegen! Der US- Künstler Joseph Barbaccia hat einst kulinarisch funktionale Utensilien verfremdet und organisch aufgepimpt:

Joseph Barbaccia, Obesity 2006

Joseph Barbaccia, Obesity 2006

via lostateminor

Joseph Barbaccia, Service 2006

Joseph Barbaccia, Service 2006

via lostateminor
Joseph Barbaccia, Naked Aggression 2004

Joseph Barbaccia, Naked Aggression 2004

via thinkingaboutart

Schlaulesen kann man sich in diesem Interview und mehr von Joseph Barbaccia gibt’s hier und auf www.paradisestudio.com.

Filmfreak Kunsthappen

Stop Motion von Kirsten Lepore

Neues Jahr, neue Filme! Wir starten mit einem animierenden Stück Filmkunst von Kirsten Lepore.  In ihrem Stop-Motion Leckerbissen Bottle zeigt sie uns die tragische Brieffreundschaft zwischen einem Schneehaufen und einem Sandberg:

Vimeo Direktbottle

Wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich unbedingt Zeit für Sweet Dreams nehmen:

Vimeo Direktdreams

Mehr über die talentierte Filmkünstlerin erfahrt ihr hier und auf ihrem Blog.

Kunsthappen Webgestöber

Lynn Palewicz – Skin Drawings

Der Körper wird für die US- Künstlerin Lynn Palewicz in ihrer Serie Skin Drawings zur organischen Leinwand.

Die unkonventionellen Selbstporträts der Künstlerin spielen mit der Materialität, Subjektheit und Kreativität des eigenen Körpers. Dabei kombiniert sie Fotografie, Zeichnung und plastische Elemente miteinander. In Skin Drawings sorgen die mit einem schwarzen Stift erzielten Trompe-l’œil- Effekte für mindestens zweimaliges Hingucken– einen Vorgeschmack gibt’s hier:

Lynn Palewicz, Shovel, 2006 C-Print, 22 x 40 in.

Lynn Palewicz, Shovel, 2006 C-Print, 22 x 40 in.

Lynn Palewicz, Raking, 2005 C-Print, 40 x 26 in

Lynn Palewicz, Raking, 2005 C-Print, 40 x 26 in.

Lynn Palewicz, Pin Cushion, 2006 C-Print, 30 x 37 in.

Lynn Palewicz, Pin Cushion, 2006 C-Print, 30 x 37 in.

Lynn Palewicz, Landscape, 2006 C-Print, 40 x 30 in.

Lynn Palewicz, Landscape, 2006 C-Print, 40 x 30 in.

Lynn Palewicz, Knife, 2005 C-Print, 26 x 40 in.

Lynn Palewicz, Knife, 2005 C-Print, 26 x 40 in.


gesehen bei beautiful/decay

This series of drawings describes a relationship between touch, tension, and surface.  Each piece uses the body to distort a variety of images and marks drawn onto skin.  Pinches, creases, and scratches marked onto its surface function as drawing elements alongside these penned images and marks.  Photography more than documents the performance of these drawings; it disorients the viewer’s relationship to the body and represents the skin as a drawing surface.

(Lynn Palewicz)

Für mehr Organisches von Lynn Palewicz bitte www.lynnpalewicz.com klicken.

Kunsthappen Umami Webgestöber

Voina Group – How to Snatch a Chicken

Schonmal darüber nachgedacht, wie man ein Hühnchen am besten an der Supermarktkasse vorbeischmuggeln könnte? Die Aktivisten der Voina Group schon. Ihre Methode ist vielleicht nicht wirklich alltagstauglich, aber mit Sicherheit extrem organisch. Neugierig? Bitte tief durchatmen, Mund zu und Augen auf:


Liveleak Directchicken gesehen bei nerdcore


Fragezeichen im Kopf? Da hilft vielleicht das das Statement zur Aktion:

Voina DIY Handbook.
Section 1. How to snatch chicken.
The tale of how one cunt fed the whole of the group Voina. Activist of the group Voina named Vacuous Cunt With Inconceivably Huge Tits steals a chicken from a supermarket by hiding it in her vagina. At the same time The Voina Activists assisted Cunt, showing the CCTV cameras and security guards their motto. FUCK WHORING YOURSELF! declared the Voina motto.

Die Mitglieder der russischen Voina Group, bekannt durch Aktionen wie 3500 Kakerlaken im Gericht oder der Penisbrücke von St.Petersburg, verstehen sich als politische Aktivisten, die gesellschaftliche Probleme mit der Sprache der Kunst zu unterlaufen suchen. Hintergrund dazu gibt es bei rebel:art und hier geht’s zum Interview mit der Künstlergruppe.

Wer jetzt Hunger bekommen hat, sollte sich dieses semi-jungendfreie Rezept für Hühnchen vornehmen.

Bon appétit.

Kunsthappen

Nan Goldin@Berlinische Galerie

Vom 20. November 2010 bis zum 28. März 2011 bespielt Nan Goldin die Berlinische Galerie mit 80 Werken, die teilweise noch nie zuvor zu sehen waren.

Bea with the blue drink, O-Bar, West-Berlin, 1984 © Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York

Bea with the blue drink, O-Bar, West-Berlin, 1984 © Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York

Viele der gezeigten Bilder haben einen ganz speziellen Bezug zu Berlin– der Stadt, die für Goldin mehrere Jahre lang zum Lebensmittelpunkt und kreativen Nährboden wurde. Auf den ersten Blick vielleicht voyeuristisch anmutend, ist Nan Goldins facettenreiches Werk vielmehr ein Zugeständnis an die Flüchtigkeit menschlicher Existenz.

Hinter der Dokumentation ihres Mikrokosmos blitzt eine Umittelbarkeit hervor, die eine eigene Qualität entfaltet. Das Umklammern von Vergänglichkeit scheint auf diesen Bildern visuell erfahrbar zu werden.Vielleicht ist es genau dieser Drang, der ihnen eine auratische Substanz verleiht und sie so sehenswert macht.

Unbedingt anschauen:  I’ll be your mirror, eine 50-minütige Dokumentation, die Nan Goldins persönlichen Zugang zur Fotografie widerspiegelt und im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist.

Eine kleine Heimschau kann man bei den artschoolvets genehmigen. Mehr audiovisuellen Input bekommt man im Video zur Ausstellung (19,8 MB) und bei artnet.

Nan Goldin – Berlin Work
Fotografien 1984-2009
20. November 10 bis 28. März 11

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin-Kreuzberg
http://www.berlinischegalerie.de
Öffnungszeiten:
Mi bis Mo 10 – 18 Uhr

Kunsthappen

Nowhere Near Here

Der britische Street Artist Pahnl Whatnow lässt sich gerne von Straßenschildern und Comics inspirieren. Seine kreativen Erzeugnisse sind oft subversiv und ironisch aber vor allem wollen sie unsere Mundwinkel nach oben treiben. Dieses audiovisuelle Häppchen ist ganz besonders charmant, sicherlich nicht nur für Stop-Motion Aficionados:

Musik: “What Else Is There”/ Røyksopp
Vimeo Direct Pahnl

‘Nowhere Near Here’ is a stop motion animation that uses a combination of light with stencils and long exposure photography to tell the story of a dog running around the city at night, doing whatever a dog does. The animation was first exhibited at the The Herbert, in Coventry, on the 7th October 2010. (Pahnl)

Mehr zum Künstler fndet ihr unter www.pahnl.co.uk und visuellen Nachschlag gibt’s hier.

Filmfreak Kunsthappen

Banksy – Exit Through the Gift Shop

Ist Exit Through the Gift Shop (2010) wirklich so sehenswert, wie man munkelt? Hier erfahrt ihr es!

Ich wollte einen Film machen, der für Street Art das bewirkt, was “Karate Kid” für den Kampfsport bewirkt hat- ein Film, der jedes Schulkind dazu bewegen würde eine Spraydose in die Hand zu nehmen und los zu legen. Aber wie sich herausstellt, haben wir einen Film gemacht, der für Street Art so viel getan hat, wie der “Der weiße Hai“ für den Wassersport. – Banksy

Wo sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen kommerzieller Gefälligkeit und sinniger Könnerschaft? Sind Kunst und Kommerz überhaupt trennbar? Exit through the Giftshop wirft viele Fragen auf – und wir einen Blick in den Trailer:

YouTube Preview Image

In den 1990er Jahren ist Franzose Thierry Guetta ein gemütlich aussehender Familienvater und Betreiber eines ramschigen Modeladens in Los Angeles. Thierry lässt eine Sache niemals aus der Hand: Seine Videokamera. Er zeichnet alles auf, was um seinen Radius herum passiert. Auch als er seinen Cousin in Frankreich besucht, läuft die Kamera weiter. Das Besondere: Sein Cousin bereichert unter dem Pseudonym Invader die urbane Umgebung mit den Portagonisten des Videospiels Space Invaders. So fängt alles an.

Thierry Guetta beginnt sich immer mehr für das Aufzeichnen von Street Art zu begeistern. Der Nervenkitzel wird für ihn zur Sucht. Weil auch die Künstler der Kurzlebigkeit ihrer Werke entgegenwirken wollen, dulden sie den quirligen Beobachter. Schließlich will dieser das aufgezeichnete Material irgendwann in einen Dokumentarfilm über Streeet Art wandeln.

Thierry knüpft Kontakte zu anderen Street Art Größen, wie Shepard Fairey, Swoon oder Borf, trifft auf Seizer, Ron English und viele mehr. Doch sein größtes Wunschobjekt ist Banksy – und der scheint einfach unerreichbar. Bis eines Tages Thierrys Handy klingelt und man ihn um einen traumhaften Gefallen bittet: Er soll Banksy in Los Angeles assistieren. Und das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Ende.

Naja, nicht ganz. Der gute Thierry kann sich zwar das Vertrauen des Schablonenmeisters sichern, doch als es darum geht, die vielen Kilometer Material endlich in einen ansehnlichen Film zu verbasteln, scheitert der kurze Franzose unerbittlich. Daraufhin nimmt sich Banksy den Film vor und entlässt Thierry mit dem Auftrag, sich weiterhin mit Street Art zu befassen.

Dank der Beschäftigungstherapie mutiert Thierry Guetta zu Mr. Brainwash. Er verkauft seinen Laden, beschäftigt Kreativkräfte unter prekären Umständen, lässt photoshoppen und reproduzieren und erklimmt in kürzester Zeit den Street Art-Olymp. Der manische Aufzeichner wird zum schlagseitigen Quereinsteiger, der die unausgesprochenen Regeln der Street Art-Szene gnadenlos bricht und einfach so absurd viel Geld verdient. Zumindest im Film.

Daneben werden auch die Mechanismen des Kunstmarkts scheinbar offengelegt. Wird das Subversive domestiziert indem man es ausstellt oder auf Film bannt? Wann ist ein Künstler ein Künstler? Laut Beuys ist jeder Mensch ein Künstler, wieso nicht auch Mr. Brainwash? Exit Through the Gift Shop entzieht sich diesen Fragen mit einem ironischen Augenzwinkern.

Wer Mr. Brainwash wirklich ist, ob er tatsächlich existiert oder alles ein ominöser Streich an unserer Wahrnehmung ist, bleibt offen. Egal ob Docu- oder Mockumentary, fest steht jedenfalls, dass dieser Film funktioniert. Und das tut er richtig gut.

[rating=5]

Kunsthappen Webgestöber

Mark Jenkins und die Plastikmenschen

Mark Jenkins, London

Mark Jenkins, London 2009

Wie steht der Mensch zu seiner sozialen Umwelt? Das ist eine der zentralen Fragen, die Street Artist Mark Jenkins sich selbst und uns immer wieder stellt. Der 1970 in Fairfax, Virginia geborene Künstler ist vor allem für seine provokanten Interventionen bekannt, mit denen er den öffentlichen Raum mal spielerisch und mal verstörend zurückzuerobern sucht. Allein die Tatsache, dass Jenkins’ Interventionen regelmäßig Notrufleitungen heißlaufen lassen, macht neugierig! Bevor wir uns aber seinen eigentlichen Installationen widmen, erfahren wir wo die Babies wirklich herkommen:

YouTube Preview Image

Mark Jenkins YouTube Direkt babies


Mit seinem Storker Project (2005-2009) hat Jenkins dann diese Babies unter die Leute gebracht:

Mark Jenkins, Storker Project

Mark Jenkins, Storker Project

Mit der Installation Skate or Die (Bordeaux, 2009) beweist der Künstler, wie menschliches “Miteinander” aussehen kann:

YouTube Preview Image

Mark Jenkins YoutTube Direkt Skate


Und irgendwie erinnert dieser kopflose Dummy stark an Hans Bellmers “Die Puppe” aus dem Jahre 1935:

Mark Jenkins, Tape Sculpture

Mark Jenkins, Tape Sculpture

gesehen bei rebel:art via mark jenkins

Wer nun von der akuten Lust zum Plastizieren gepackt wurde, darf sich bei tapesculpture.org Verstärkung holen. Was Mark Jenkins sonst mit seinen Plastigerzeugnissen anstellt, kann man xmarkjenkinsx.com und reinkingprojekte.com ausgiebig bewundern. Und wer mehr über illegale Skulpturen und Interventionen im öffentlichen Raum erfahren will, kann sich hier schlaulesen!

Kunsthappen

Organische Gehänge von Hanna Hedman

Mund zu und Augen auf für Hanna Hedman, einer schwedischen Designerin, die unser Kunstorgan mit ihrer aktuellen Ausstellung ESCAPE vorbildlich erweitert!

Hanna Hedman, Human Tree 2010, Foto: Sanna Lindberg

Hanna Hedman Necklace: Human Tree 2010 Silver, oxidized silver, copper, paint, Foto: Sanna Lindberg

Hanna Hedman, Human Tree 2010, Foto: Sanna Lindberg

Hanna Hedman, Human Tree 2010, Foto: Sanna Lindberg

gesehen bei paperschmaper

Häßliches wird mit Schönem kontrastiert, Realität mit Kunst und Funktionalität konfrontiert und menschlichen Ängsten wird die individuelle Fantasiewelt entgegengesetzt. Die Schmuckstücke selbst sind inspiriert vom mexikanischen Körper- und Totenkult, wirken surreal und sollen zu wilden Assoziationen anregen, aber gleichzeitig Einblicke in die suggestive Welt der Designerin vermitteln.

Hanna Hedman über den kreativen Entstehungsprozess ihrer organischen Schmuckstücke:

My art reference jewellery of past centuries, but the development of each piece progress organically with limited predefined planning. Fragments are created individually and then combined in a similar fashion as stories develop over time. The pieces are extension of one’s body, but also a sense of escape.

Die Ausstellung ESCAPE ist momentan noch bis zum 30. Oktober 2010 im SODA Istanbul zu bewundern. Wer Lust auf eine digitale Führung hat, klick hier:

Mehr Informationen zur Ausstellung und über die Designerin gibt es hier.

Kunsthappen

KATRINA IS A BITCH

Platz für Post-Katastrophenkunst: Hurricane Katherina brauste 2005 durch New Orleans und entfachte seitens der Bush-Regierung sowas wie ein Fingerzucken. Umso mehr beschäftigten sich engagierte Künstler mit der Essenz dieser verheerenden Katastrophe.

via metmuseum.org

Einer davon ist der Fotograf Robert Polidori, dessen beeindruckende Bilder man hier verdauen kann. Die Ausstellung zu seiner Reihe After the Flood im New Yorker Metropolitan Museum of Art war extrem beeindruckend. 2009 gab es Polidoris Impressionen von New Orleans auch in Montréal zu sehen, hier folgt ein Mashup (bitte frankophones Ohr hinhalten, aber ich glaube man kapiert auch so):

YouTube Preview Image

Über flavorwire bin ich nun auf eine etwas plakativere urbane Herangehensweise gestoßen. Fotograf Richard Misrach hat das hier festgehalten:

Untitled (New Orleans and the Gulf Coast, 2005) © Richard Misrach, excerpted from the book Destroy This Memory, published by Aperture

via flavorwire

Filmfreak Kunsthappen

Sorry, but…

not available

Robert Poulsen via rebel:art

Visuell anregend ist auch der thailändische Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. Hier findet ihr eine Kurzkritik zu Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives. Der Film entstand aus dem “Primitive”-Projekt, welches 2009 im Münchner Haus der Kunst zu sehen war. Auf ARTE +7 findet ihr noch ein paar Tage lang den filmischen Geschmacksverstärker A Letter to Uncle Boonmee und mehr über das “Primitve”- Projekt erfahrt ihr hier.

Am besten schnell Kurzfilm schauen, weil Sorry but… und so.

Kunsthappen

OFF/ON FORUM

Wer ein bisschen Off-Beat Kunst schnuppern will, sollte sich vom 10.-12. September unter eine der finanziell anspruchsvollsten Einkaufsmeilen Münchens begeben.

OFF/ON Forum


Im Rahmen der Open Art 2010 fungiert die Galeria Autonomica im Maximilansforum als Mitveranstalterin einer Sammelaustellung mit experimentellem Programm – das OFF / ON FORUM. Kunsthungrige bekommen die rare Chance, den „Underground der Münchner Kunstszene“ zu goutieren, wenn 16 Münchner Off Spaces die Grenzen visueller Präsentationsformen ausloten.

OFF / ON FORUM ist das erste gemeinsame Ausstellungsprojekt zwischen den Off Spaces und den Kunsträumen der Stadt. Gemeinsam ist allen Beteiligten eine nicht kommerzielle Ausrichtung und die Fokussierung auf junge Positionen. Außerdem will man natürlich frei von den fiesen Begleiterscheinungen urbaner Kunst sein: Irgendwann landet selbst die äußerste subkulturelle Antizipation in den seichten Gefilden von Mainstream und Massengeschmack. Dort will das OFF/ON FORUM nicht hineingeschubst werden, also geht hin und prüft nach!

Neben Installationen, die durch Form, Material, Inhalt den Charakter des jeweiligen Off Raums vermitteln wollen, werden Videoarbeiten und Publikationen gezeigt. Zusätzlich entsteht in einem Hinterraum des Maximiliansforums eine von den Initiatoren der Off Räume gemeinsam kuratierte Ausstellung, die das Spektrum der jungen Münchner Kunstszene sichtbar macht.

Beteiligt an OFF / ON FORUM sind:

DAS KLOHÄUSCHEN

E|324 – RAUM FÜR KUNST

EINWAND

GALERIA AUTONOMICA

GEBRÜDER

HEADEGG – DER RAUM

KUNSTBÜRO REILLPLAST

KANAL 12

RAUM 58

RSTR 4

STATION FOE 156

SUN GALLERY

SYNTOPISCHER SALON

VORSCHAU

WARENANNAHME

WELTRAUM


Der Eintritt ist frei, für mehr Informationen bitte hier klicken.

Kunsthappen Webgestöber

Boobsieb vs. Wurst am Stil

Dieses organisch bestickte Sieb gibt es übrigens auch in dunkleren Nuancen, unterschiedlichen Größen und Verformungen:

Embroidered 'Sieve Boob'

via Buzzfeed/etsy

Bei den happigen Preisen überlegt man es sich dann doch, ob man dem reizvollen Gedanken nachgehen sollte, Nudelwasser da durchzujagen. Mehr von der Künstlerin findet ihr hier.

Hitzewallungen? Wie wär’s mit einer tiefgekühlten Portion Mett von Schleck oder Buletto! Das Wurstblog hat uns eine fleischlustige Eiskarte zusammengestellt:

Wursteis

gesehen bei nerdcore via wurstblog

Kunsthappen

Marcel the Shell

Ich war Fischen und hab für euch eine kleine Muschel aus dem Vimeo-Meer gezogen: Marcel the Shell. Sein Erzeuger nennt sich Dean Fleischer-Camp und die zuckersüße Muschelstimme stammt aus dem Mund von Jenny Slate. Bitte zurücklehnen und bemuscheln lassen:

vimeo direktmarcel