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Kiezgeflüster Kunsthappen

STROKE.01 – Impressionen

Hier wird der fein überladene Kunstmarkt semisäuberlich durchwühlt. Diesmal gehen wir der Frage nach, was Subkultur mit einem bayerischen Autohersteller gemeinsam hat oder auch: Impressionen von STROKE.01, der ersten Urban Art Fair Europas in München, die vom 29.-31.10.2009 in einer alten BMW- Niederlassung stattgefunden hat. Wem Kunst im Tresor im Mai 2009 feuchte Augen verschaffte, der konnte hier ebenfalls mit optischer Ekstase rechnen.Weil mehr als 15 internationale Galerien teilgenommen haben, gibt’s hier nur eine subjektive Auswahl an organischen Leckereien.

Bei artnet und auf kunstmarkt.com findet ihr weitere Eindrücke.

Kunst und Kommerz, geht das zusammen, gerade jetzt? Urban Art gehört doch eigentlich auf die Straße und zeichnet sich dadurch aus, dass sie das System anprangert, statt kopfnickend mitzumachen.

Aber vielleicht ist manchmal Mitmachen auch eine Art, zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht kann man als Künstler hier Menschen ansprechen, die man sonst nicht erreicht hätte und umgekehrt hat man als Kunstkonsument Gelegenheit, sich ein Bild vom Produzenten zu machen. Denn auf den großen Kunstmessen können sich diese meist im semi-profitablen Bereich arbeitenden Galerien und Projekte oft (noch) keine Präsens leisten.

Also Mund zu und Augen auf!

skore183Einen politischen Anfang macht hier skore183 der mit dem Projekt street-alphabet anwesend war. Die Botschaft steht im Zentrum des Münchner Graffiti-Künstlers.

Dass er es ernst meint merkt man, wenn man ihn reden hört. Hier geht’s zu seinem blog.

Wer an kritische Urban Art denkt, kommt an einem nicht vorbei. Banksy‘s Echo schallt nach. Sein Einfluss triefte auch bei STROKE.01 aus vielen Ecken.Ähnliches konnte man bei Galeria Autonomica beobachten:

Christian Minke Kettensegen Tatjana Trölfzehn, Foto: dontpanicitsorganic

Der angegebene Preis, ein vierstelliger Betrag, war nicht ernst gemeint und sorgte bei manchem Messebesucher sicherlich Kopfschütteln gepaart mit der klammen Angst, als Banause aufzufliegen. Dabei hatte Kettensegen Tatjana Trölfzehn etwa genausoviel Tiefgang, wie die mit 2600 € beschilderte Schwarze Banane.

Als organsicher Gag neben der ernstgemeinten Kunst, bestehend aus Alltagsfotografien und Malerei machte sie sich dennoch gut. Die Jungs von Galeria Autonomica mit Sitz im hessischen Wetzlar stehen natürlich für Kunst, für die man keine Kreditwürdigkeit vorweisen muss.

Wer bei Scherenschnitt an Bastelbeilagen von Hausfrauenmagazinen und bei Linoleum an drittklassige Mietwohnungsböden denkt, hat noch nichts von Swoon gehört. Ihre Werke sind absolut einnehmend und strahlen eine unglaubliche Aura aus. Und das trotz Einzwängung in urbane Räumlichkeiten:

Swoon, urban art info, Foto: dontpanicitsorganic

Swoon, urban art info, Foto:dontpanicitsorganicAls die Wahl- New Yorkerin 2003  ihre erste Einzelausstellung hatte, konnte man ein beklebtes Fenster noch für einen dreistelligen Betrag erwerben, mittlerweile muss man mitunter um zwei Stellen großzügiger werden. Kellnern muss sie auch nicht mehr, denn jetzt stellt sie im MoMA aus, war auf der Biennale von Venedig vertreten und hatte kürzlich wieder eine Ausstellung in der Berliner Galerie urban art info.

Swoon, urban art info, Foto: dontpanicitsorganicWer Zeit hat und Swoon umfassender kennenlernen will, klicke bitte sachte auf Play:

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Einige Projekte setzen komplett auf Sex sells, andere tun es so organisch und provokativ, dass sie hier ewähnt werden. Boris Hoppek von Since gehört dazu. Hier zunächst das grob-zensierte Daumenkino

…und nun die Erwachsenenversion:Boris Hoppek La Vagina 2, Foto: dontpanicitsorganicBoris Hoppek, Vagina, Foto:dontpanicitsorganic

Wem die drolligen Köpfe bekannt vorkommen, der kann beim Gedanken an den Opel Corsa Spot von 2006 mit den C’mons (Bimbo-Dolls) laut Ahh schreien- soweit zum angespannten Verhältnis von Kunst und Kommerz. Aber dabei scheut der gebürtige Siegener nicht, auch politische Konfliktlinien zu betreten:

Wer demnächst einen Trip nach Barcelona plant, kann sich dort in der Iguapop Galery von mehr Hoppek überzeugen lassen.

Zeit für ein wenig Surrealismus und Malerei. Das Online-Magazin Castle hatte einige interessante Künstler zu bieten. Hier Daniel Schüßler, der sich in seinen Bildern mit Discordianismus beschäftigt. Seine Werke scheinen wie Visionen postapokalyptischer Zukunftsszenarien. Sie wirken wie präzise Räume, die jedoch nirgendwo verortbar sind und gehen eine beeindruckend-surreale Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein.

Die Beschreibung postdestruktive Kreativität, trifft es gut. Wer mehr erfahren will, Daniel hat einen blog. Außerdem kann man seine Arbeiten vom 3.bis zum 5. Dezember 2009 im Gartenhaus der Kunst sehen. Konstanze Schöffl, ebenfalls via Castlemagazin zu sehen, setzte sich äußerst organisch mit gesellschaftlichem Konsumfetischismus auseinander. Heraus kamen folgende Chimären, die aus Digitalcollagen bestehen:

Auf über 2.000 m² konnte man seinen Kunsthunger stillen und dass zu äußerst humanen Öffnungszeiten und Anschlussbummbumm. Wem der schwammige Begriff Urban Art nur Aerosolhaltiges sagte, konnte sich von der werklichen Vielfalt überrascht geben: Neben den überlebensgroßen Linolschnitten, altmeisterlicher Malerei und sonstigem Materialmix, wurde auch die gute, alte Sticknadel wieder hervorgeholt. Die Berliner ATM Galery hatte Graffitigröße Eliot dabei. Von seiner 2003er Ausstellung “Seemannsgarn” waren folgende Arbeiten zu sehen, deren Modelle vielleicht irgendwann in der Burda landen werden:

Zu den weiteren Highlights zählte sicherlich dieser Hubschrauber, den die Galerie Richter & Masset in den Innenhof des ehemaligen Autohauses schleuste:

Won ABC, Beastiestylez, I ARE UGLY, Casiegraphics and Dog ISK From war to peace, 2009 Graffiti, Airbrush, Fasermaler auf Helikopter (Typ Mil Mi 2T, 1968) Courtesy of Galerie Richter & Masset, München

Warum die Berliner Hauptveranstalter rund um Marco Schwalbe das Großprojekt in München aufgezogen haben? Während die Hauptstadt arm aber sexy bleibt, wird im Süden neben Interesse auch Kaufkraft vermutet. Bei insgesamt über 7000 Besuchern, konnten einige Galerien jedenfalls Umsätze verbuchen. Diese tänzelten jedoch meist unter dem vierstelligen Bereich.

Der nächste Streich ist für Mai 2010 geplant. Bis dahin Augen offenhalten, denn manches wirkt draußen einfach besser:

Enstanden ist dieses großartige Projekt von BLU und David Ellis auf dem FAME Festival im italienischen Grottaglie im September 2009.

Kiezgeflüster Umami Webgestöber

Stadtgeflüster

Einige Objekte sollte jede Stadt haben. Hier kommt eine absolut subjektive Auswahl an sinngerechten Happen. Also Mund zu und Augen auf!

Kürzlich in Mainz gesehen und für nachahmenswert befunden: Die offene Bibliothek. Eine feine Sache, wenn im Laufe der Zeit nicht nur Super- Illus von 1996 ausleihbar sind…

Die offene Bibliothek

Hier geht’s zum Faktenfutter.

Wir bleiben intellektuell. Glücklicherweise findet man in vielen Städten eine Goethestraße. Die in München ist bekanntlich besonders deutsch, in etwa so wie diese wundervolle Eiskreation, auf die man in den gutdurchmischten Tiefkühltruhen der dortigen Feinkostbasare stoßen kann. Gleich neben den gefrorenen Sardienen, extrem organisch:

Döner Eis!

Sowas schlägt auch bei Ben&Jerry’s an:

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Um den Speichelfluss umzulenken und meiner Frage nachzugehen, was folgende Objekte bezwecken sollen, blicken wir verstohlen westwärts.

Neulich auf einem Straßburger Trödelmarkt gefunden und für dubios erklärt:Strasbourg (156)

Ist das vielleicht Kunst? Um akuter Ratlosigkeit und aufsteigendem Banausengefühl zu entgehen, kann man sich von einem Mundspray goßzügig helfen lassen:

understand modern art!

Mehr von Dana Wyse gibt’s hier und da, sowie francophon bei paris-art.com

Ist das euch zu abstrakt oder einfach nur zu weit weg? Also zurück nach München und an die Bruchlinien von Werbung, Streetart und dem Wunsch sich sofort ein ABC-Pflaster zuzulegen. Tief Luft holen und in Deckung gehen:

Die Boxfabrik

Mehr dazu gibt’s hier.

Filmfreak Kiezgeflüster

future Shorts im August

Die Registratur geht in die letzte Runde, da müssen natürlich alle Ecken und Ritzen gut genutzt werden- mit Bierbankkino im Innenhof natürlich!

Am Mittwoch, 26. August, kann man sich in der heißgeliebten Blumenstraße 28 im Rahmen der future Shorts eine Auswahl der besten Kurzfilme aus dem Jahr 2008 schmecken lassen, Hintergrundiges gibt’s auf myspace und hier bei mir.

Jetzt schnell rein in den ohrwurmträchtigen Trailer:YouTube Preview Image

Ach ja, beim BBQ darf man sein Grillgut übrigens vorher in Rohform begutachten, extrem organisch!

Jetzt noch ein Appetithäppchen auf die Augen:

Oft klappt’s auch ohne Anleitung ganz gut, aber manche brauchen immernoch ein wenig Nachhilfe. Hier erfahrt ihr, wie man eine Beziehung am besten kaputt macht:

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Mehr Infos und Faktenfutter gibt’s hier und da.

Im Anschluss lässt Dana Niemann jazziges auf eure Ohrmuscheln los, warmhören auf myspace!

Einlass ist um 21 Uhr, Beginn 22 Uhr und Kostenfaktor beträgt 8 Euro.

Kiezgeflüster

Favorit Bar

Wir erweitern unsere Kietzstammstrecke und bezwinkern Münchens Sehnsucht nach Subkultur.


Favorit Bar

via muenchenblogger

Graffiti an den Wänden, trashige Sanitäranlagen, Abwrack-Flair mit scheinbar provisorischen Sitzmöbeln, umgeben von unebener Bodenbeschaffenheit. So gewollt es auch klingt: Ein Stück Berlin in München, das ist die Favorit Bar. Fernab von Schicksen und Schlipsen, bietet die kantige Schummerbude (von der SZ durchweg positiv als Negation von Style bezeichnet) im Münchner Hackenviertel unangestrengten Nachtvertreib umhüllt von feinsten Elektroklängen und ohne Kindergartenatmosphäre.

Mit der eigenen Homepage verhält es sich ähnlich wie mit einem ausgeschilderten Eingang, beides existiert nicht. Allenfalls an der Rauchertraube kann man die Barhaftigkeit erahnen. Dennoch wird die Bar massenhaft favorisiert, 200 Ausgehwütige quetschen sich an guten Tagen hinein, was bei der offiziellen Anzahl von 30 Sitzplätzen im Winter für geringe Energie- und im Sommer für hohe Deokosten sorgen dürfte.

Wer mitquetschen will, hier kommen die Fakten:

Damenstiftstr. 12,

80331 München,

Öffnungszeiten:  So-Do 20.30-2, Fr/Sa 20.30-3

Filmfreak Kiezgeflüster

futureShorts

Die Registratur macht ernst, die Blumenstraße 28 wird in naher Zukunft nicht mehr Hort für den extasehungrigen Nachtschwärmer spielen.

Ein Grund mehr, sich am kommenden Mittwoch, den 22. Juli ab 21.30 Uhr nochmal in das nostalgiebeladene Stück zu begeben.

Was geboten wird? Ca. 7 Filme und im Anschluss Feines auf die Ohren. Genauer: Das futureShorts-Festival befeiert die Regi und bringt neben The Loneliness of the short-order cook (Marcel Sawicki,USA/2008) auf 35mm auch Live-Musik mit. Wir werfen einen Blick auf den Trailer:

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Das 2003 in London gegründete Label, futureShorts, versteht sich als weltweit innovativste Alternative zu üblichen Filmfestivitäten, da neben Film auch Kunst und Literatur in ein abwechslungsreiches Sinnvergnügen verwachsen. Gerade sind also die true pioneers of petit cinema (Guardian) auf Tour, da und dort gibt’s Faktenfutter zu den monatlichen Screenings und zum youtube channel gehts hier entlang.

Multikulti ist gescheitert, sprach sich einst la Merkel in grenzüberschreitendem Optimismus in Sachen Integration aus. Inspirierend für Pepe Danquart, Regisseur des folgenden, u.a. oscarprämierten, deutschen Kurzfilms mit dem programmatischen Titel “Schwarzfahrer”, den man ebenfalls am Donnerstag in Leinwandformat genießen kann:

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Die Delicious Groove Gourmets sorgen im Anschluss mit Funk und Soul für organische Töne. Bei schönem Wetter im Innenhof, bei Regen geht’s ins Clubgewölbe, Eintritt 8 €.

Reservierung unter urs@futureshorts.de oder henrik@futureshorts.de

Kiezgeflüster Trash Umami

Bergwolf

Für ein paar Tage werde ich die heißgeliebte Tastatur nicht drücken können. Zuvor muss die Kietzstammstrecke noch um ein weiteres Imbisserlebnis erweitert werden.

Es folgt die äußerst einladende und nicht minder organische Speisekarte aus dem Münchner Szenewurstladen Bergwolf :

Bergwolf-Speisekarte

Appetitliche Speisekartensemantik, wenn der Gedanke an Drüsenflüssigkeit für feuchte Mundwinkel sorgt:

Bergwolf

Jetzt etwas versöhnlicher und vegan:

Bergwolf-vegane Currywurst

Fotos: dontpanicitsorganic

Wie kommt man hin?

Fraunhoferstr. 17

80469 München

Tel.: 089 23259858

Zurück zum Thema, natürlich verschwinde ich nicht, ohne für ebenbürtige Vertretung gesorgt zu haben. Eventuell kennt ihr sie bereits, umso besser. Ich wünsche bon amusement mit folgenden Gesellen:

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via hamsteronapiano.net

Im Grunde sind wir ja alle kleine Wesen, rücklings auf der Suche nach ein wenig Harmonie und Popcorn. Es geht intellektuell und höchst philosophisch weiter:

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via

Zuletzt verfolgen wir die sardonischen Machtspiele dieser drei Wichte- und  Einwurf!

YouTube Preview Image

via

Anspruch unten? Bis bald!

Kiezgeflüster Umami

Fleischlutschen in der Pommesboutique

Erweitere deine Kietzstammstrecke: Pommesboutique und Blue Nile

Foto: http://www.pommesboutique.de/minigolf/bilder.html

Foto: http://www.pommesboutique.de/minigolf/bilder.html

Wer kennt das nicht: Man kommt ermattet aus Vorlesung oder sonstwoher, hat immenses Magengrummeln nach deftiger Currywurst und verspürt gleichzeitig den Drang, sein Handicap zu verbessern? Nun hat man die Gelegenheit, beide Triebe, quasi synchron und in grün auszuleben. In der Pommesboutique, Amalienstraße 46,  findet man die lang herbeigesehnte Synthese aus  Minigolf- und Bio- Currywurstgenuss, belgische Pommes gibt’s obendrauf, das wurde auch Zeit! Ebenfalls auf der wohlbestückten Speisekarte: Bio-Cevapcici-Lollies mit Ajvar. Fleisch zum Lutschen, hmm!

Pommesboutique, Foto: blocbuster

Pommesboutique, Foto: blocbuster

Pommesboutique

Foto: blocbuster

Haptisch geht’s weiter mit dem potenziellen Gegenpol: Euch ist nach einem Hauch Exotik zumute und euer favorisiertes Besteck besteht aus wohlgekrümmten Fingerkuppen? Unbedingt ausprobieren: Das äthiopische Restaurant Blue Nile, wahlweise in der Schwabinger Viktor Scheffler-Str. 22 oder Siegesstr. 22a. Die Speisung sieht gewöhnugsbedürftig und ansatzweise vorverdaut aus, schmeckt aber großartig und bedient den Drang nach infantilem Handgemenge, absolut organisch. Wer will, kann seiner Lust nach bodenhafter Sitzfleischpflanzung nachgehen, pure, unbestuhlte Anarchie!

Mund auf, Augen zu

Mund auf, Augen zu

Kiezgeflüster Umami

m.c. mueller

Hier geht’s zur Erweiterung der Kietzstammstrecke.

Heute im Fokus: Das m.c. mueller in der Müller-, Ecke Frauenhoferstraße. Egal ob man nach Bier, BioBurger oder einem Ingwer Sling verlangt, keine Lust auf minderjähriges Klientel hat, oder gerade von einem hartnäckigen Rosenverkäufer gestalkt wird: Im m.c. mueller findet man den geeigneten Unterschlupf, letzteren zwei Kategorien wird der Eintritt explizit per Piktogramm verwehrt.

Ein bisschen derb, nicht immer ganz pc und mit der nötigen Prise Nonchalance, kann man hier vorpistlich Proteine und Promille auftanken und bis 22h im kultigen Biergarten freiluftschnuppern.

Die fleischfreundliche Jause lässt sich zur happi-hour von 18-20h günstiger verdauen, später reichern DJs die Atmosphäre mit Clubgedöns an.

Wer also mal wieder die temporal arbiträre Eintrittgrenze beim famosen Café King verpasst hat, weniger Szenennarzissmus, dafür mehr deftige Bodenständigkeit sucht, braucht nur einige Tanzschritte auf der barhaftigen Müllerstrasse investieren- und ein bisschen Zaster:

  • Softes 2,50€
  • Bier 3€
  • Mischbrause 8€
  • Burger mit Sättigungsbeilage ab 8,50€
Kiezgeflüster Kunsthappen

Nude Visions

Hier wird der  Kunstmarkt semisäuberlich durchwühlt, einige beachtenswerte Prachstücke werden aufgegriffen und sinngerecht portioniert. Also Mund zu, Augen auf:

Will McBride, Barbara in unserem Bett, 1959

via stadtmuseum-online

Seit gestern gibt’s im Münchener Stadtmuseum viel nacktes Fleisch zu begutachten. Genauer gesagt 190 Werke, die im Rahmen der Ausstellung Nude Visions-150 Jahre Körperbilder in der Fotografie bis zum 13. September die Ausstellungsräume ansehnlich bekleiden. Als die Exposition 1985 erstmals gezeigt wurde, konnte sie noch schockieren, heute wird’s nicht erst versucht.

Klar, wir sind abgeklärt, dennoch fasziniert der menschliche Körper, wie kein anderes Sujet. Dass es die Zurschaustellung von Nacktheit schon Mitte des 19. Jahrhunderts gab und wie unzüchtig es damals herging, kann man sich in Form von originalen Daguerrokopien schmecken lassen.

Von den zaghaften Anfängen um 1855 bis 2005 kann man die Aktstudien im Wandel der Zeit nachverfolgen, einige nette Zitate, wie “Kunst sollte nicht mehr Sex haben, als Mathematik” durchmischen die sinnlichen Stücke.

So jetzt schmeiß ich noch mit ein paar bekannten Namen, wenn’s animiert, umso besser: Guy Bourdin, Jürgen Teller, Frank Stürmer, Willy Zielke, Herbert List, Dennis Oppenheim, Charles Gatewood, Warwick Brookes, Jan Mutsu, Lucien Clergue,Will McBride. Weiter mit weiblicher Perspektive: Ruth Bernhard, Ulrike Frömel, Marta Hoepffner, Marianne Leissl, Elfriede Reichelt, Hanna Seewald und Karin Székessy. Klar, Helmut Newton bleibt auch nicht unerwähnt, hier eine Hommage an den 2004 verstorbenen Meister, leider ist sonst nur ein einziges seiner Fotos zu sehen.

 Hermann Stamm, Hommage à Helmut Newton, 1985
Hermann Stamm, Hommage à Helmut Newton, 1985

via abendblatt.de

 

 

Und neben Humorigem, wie auf diesem Schmankerl, das ebensogut ein Schnappschuss vom Filmset eines “Unter’m Dirndl wird gejodelt” -Schmuddelstreifens sein könnte, sieht man auch Groteskes, Enthüllungsreflexionen gibt’s hier

Kiezgeflüster Trash Umami

X-Cess

München leuchtete. Wir reden natürlich Neon und Leuchtstoff. Wo und wie es wann für wieviel mit wem unbedingt (nicht) auszuprobieren gilt, erfahrt ihr hier.


via muenchenblogger

Heute unbedingt ausprobieren: X-Cess

Lohnt sich für alle, die mal wieder das Bedürfnis in sich hegen, sich wenigstens lokalpolitisch vom hochkragigen Poloshirtträger und dessen weiblichem, mit Longchamp/George Gina & Lucy -Taschen beseelten Pendant abzusetzen.

Erwartungen herunterschrauben, denn hier batteln sich gelegentlich enorm talentierte Hobby- DJs in gefühlten 32 qm. Ein großes Plus ist auf alle Fälle die geschmackvolle Tapete, die von erotischer Eklektik zeugt und bei steigendem Alkoholpegel beinahe psychedelische Züge annimmt, der rote Samtvorhang hilft direkt proportional.

via muenchenblogger.de

Zu später Stunde werden hier kostenfreie amuse-geuls in Form von Cola-Lutschern und Leckmuscheln verteilt (geschlechtsspezifische Präferenzen werden bedient), zu denen man sich sich herrlich die Stammgäste mental einverleiben und sich an absturzträchtigen Promilleopfern bei der kläglichen Suche nach ihren Schöffel Anoraks halbmitleidig erschadenfreuen kann.

via muenchenblogger

Unbedingt mitnehmen: Fetenfreudige  und nicht gänzlich humorfreie Couchsurfer, die zum Thema München bisher nur mit einer Käfer- Einser-Dallmayr- Denkblase  reagieren. Lieber zu Hause lassen: Ebensolche, die die Denkblase wohlgefällig mit geschmatzem Bussibussi beträten…


via muenchenblogger.de
Die Koordinaten:

Kolosseumstr.1 , 80469 München

Tel. 089-23 000 083