Monthly Archives: September 2010

Der Roboter und das Baby

Es gibt Erfindungen, die aus unerfindlichen Gründen für spontane Panik sorgen. Egal was ihr gerade macht, lasst es sein und schaut diesem mechanischen Geburtentorso bei der Arbeit zu:

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Vertont wurde das übrigens von seinem Kollegen. Das soeben goutierte audio-visuelle Trüffelchen muss erstmal verdaut werden. Folglich bleibt schon wieder keine Zeit für die lästigen Dinge, die erledigt werden wollen. Für die schnelle Ablenkung gibt es nun einen völlig unverstörenden und daher nötigen Clip, der sich mit dem hassgeliebten Phänomen der Prokrastination befasst:

via ism studios

Wie schimmelt das?

Wer schon immer wissen wollte was passiert, wenn man die Wurstplatte 12 Tage aufm Tisch stehen lässt, darf gespannt sein!

Denn ein schimmelresistenter Brite hat das für uns ausprobiert. Sein Name ist Dr. Yan und er wird gleich in fröhlich nerdiger Manier kommentieren, wie organisch Essen sich jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums verhält.
Also Mund zu und Augen auf für 12 Tage Schimmel und Maden gepackt in eine gute Minute:

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via BuzzFeed

Mehr dazu findet ihr auf bang goes the theory.

Rubber

Über Mr. Oizo aka Quentin Dupieux ersten Kinofilm Rubber (2010) hatte ich hier schon berichtet. Nun kommt die Review zum aggressiven Reifen, der das Morden nicht lassen kann!

Rubber

Zum Plot:
Rubber handelt von einem Reifen (Robert) der langsam zum Leben erwacht, seine psychokinetischen Kräfte und daraufhin seine Lust am Morden entdeckt. Er lässt durch pure Willenskraft zunächst ein bisschen Müll und Kleinvieh zerplatzen, bevor er sich an größeres Getier und schließlich menschliche Wesen macht. Diese “Coming of Age”- Story ist eingebettet in eine weitere Geschichte – nämlich die der Zuschauer, die in der Wüste von Los Angeles den Killerreifen per Fernglas beim Morden beobachten. Schließlich finden beide Handlungsstränge zueinander und wir spähen in den aktuellsten Teaser:

Kritik:
Für Quentin Dupieux – das wird ziemlich schnell klar- ist Rubber eine Hommage an die Sinnfreiheit. Klingt zunächst spannend, verliert aber in Anbetracht des ständigen Bestehens auf Absurdität ziemlich schnell an Witz. So wirken Dupieux Bemühungen wie ein nervendes –weil streberhaftes– Aufbegehren gegen gängige Genrebestimmungen und gipfeln in der puren Lust an Selbstbestätigung.
Aus der überschaubaren Handlung, die zum Glück nicht ganz humorfrei ist, wäre wohl ein knackiger Kurzfilm geworden. Denn in 85 Minuten kann man sich trotz beeindruckender Optik und der netten Idee eines Killerreifens das sporadische Gähnen nicht verkneifen. Zumindest dreht der Sound am Kreislauf:

Fazit:
Obwohl er bereits als Kultfilm gehandelt wird, muss man Rubber nicht gesehen haben. Sollte Dupieux seine Attitüde loswerden und den dringenden Willen zur Absurdität in eine subtilere Form zwängen, darf man auf sein nächstes Filmerzeugnis gespannt sein!
Der Film war bislang nur auf Fantasy-Filmfestivals zu sehen, ob er einen deutschen Kinoverleih findet, ist unklar. [rating=3]

Sorry, but…

not available

Robert Poulsen via rebel:art

Visuell anregend ist auch der thailändische Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. Hier findet ihr eine Kurzkritik zu Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives. Der Film entstand aus dem “Primitive”-Projekt, welches 2009 im Münchner Haus der Kunst zu sehen war. Auf ARTE +7 findet ihr noch ein paar Tage lang den filmischen Geschmacksverstärker A Letter to Uncle Boonmee und mehr über das “Primitve”- Projekt erfahrt ihr hier.

Am besten schnell Kurzfilm schauen, weil Sorry but… und so.

Popwurst im Fleischmantel

Fleischlustig, geschmacklos oder einfach nur gefällige Provokation? Lady Gaga hat sich für die MTV Video Music Awards in ein fetziges Fleischkleid des Designers Franc Fernandez geschmissen:

Fleischkleid

Lady Gagas Fleischkleid

via BuzzFeed

Für mehr Fleischinfos bitte hier entlang. Was demnächst von der schillernden Popwurst zu erwarten ist? Vielleicht eine Variation mit Fisch und Meeresfrüchten…

Sofia und der Löwe

Sofia Coppola hat also Venedig gerockt– Zeit einen kleinen Blick auf ihr neustes Baby zu werfen! Somewhere (2010) kommt am 11. November 2010 in die deutschen Kinos. Voilà der Trailer, unterlegt mit einem Ohrenschmeichler von Phoenix:
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OFF/ON FORUM

Wer ein bisschen Off-Beat Kunst schnuppern will, sollte sich vom 10.-12. September unter eine der finanziell anspruchsvollsten Einkaufsmeilen Münchens begeben.

OFF/ON Forum


Im Rahmen der Open Art 2010 fungiert die Galeria Autonomica im Maximilansforum als Mitveranstalterin einer Sammelaustellung mit experimentellem Programm – das OFF / ON FORUM. Kunsthungrige bekommen die rare Chance, den „Underground der Münchner Kunstszene“ zu goutieren, wenn 16 Münchner Off Spaces die Grenzen visueller Präsentationsformen ausloten.

OFF / ON FORUM ist das erste gemeinsame Ausstellungsprojekt zwischen den Off Spaces und den Kunsträumen der Stadt. Gemeinsam ist allen Beteiligten eine nicht kommerzielle Ausrichtung und die Fokussierung auf junge Positionen. Außerdem will man natürlich frei von den fiesen Begleiterscheinungen urbaner Kunst sein: Irgendwann landet selbst die äußerste subkulturelle Antizipation in den seichten Gefilden von Mainstream und Massengeschmack. Dort will das OFF/ON FORUM nicht hineingeschubst werden, also geht hin und prüft nach!

Neben Installationen, die durch Form, Material, Inhalt den Charakter des jeweiligen Off Raums vermitteln wollen, werden Videoarbeiten und Publikationen gezeigt. Zusätzlich entsteht in einem Hinterraum des Maximiliansforums eine von den Initiatoren der Off Räume gemeinsam kuratierte Ausstellung, die das Spektrum der jungen Münchner Kunstszene sichtbar macht.

Beteiligt an OFF / ON FORUM sind:

DAS KLOHÄUSCHEN

E|324 – RAUM FÜR KUNST

EINWAND

GALERIA AUTONOMICA

GEBRÜDER

HEADEGG – DER RAUM

KUNSTBÜRO REILLPLAST

KANAL 12

RAUM 58

RSTR 4

STATION FOE 156

SUN GALLERY

SYNTOPISCHER SALON

VORSCHAU

WARENANNAHME

WELTRAUM


Der Eintritt ist frei, für mehr Informationen bitte hier klicken.

The American

Am 16. September kommt The American (2010), Anton Corbijns sehnsüchtig erwarteter zweiter Film in die deutschen Kinos. Ob er mit seinem erfolgreichen Erstling Control (2007) mithalten kann, erfahrt ihr hier!

The American

Zum Plot:

Eine fehlgeschlagene Mission in Schweden bringt den amerikanischen Profikiller Jack (George Clooney) zu dem Entschluss, dass sein nächster Auftrag auch sein letzter werden soll. Dazu zieht er sich in die Isolation eines Bergdorfes in die Abruzzen zurück und gibt sich bei den neugierigen Einwohnern als Naturfotograf aus. Er soll für die mysteriöse Auftraggeberin Mathilde (Thekla Reuten) eine maßgeschneiderte Waffe anfertigen. In einem abgelegen Haus abseits des Dorfes bastelt er mit fetischistischer Präzision an der bestellten Schusswaffe, deren Zweck ihm jedoch vorenthalten wird.

Und obwohl sich der Einzelgänger geschworen hat, keinen unnötigen Kontakt zur Außenwelt aufzubauen, verspricht das Intermezzo mit der verführerischen Prostituierten Clara (Violante Placido) mehr als nur geschäftlicher Natur zu sein. Doch wem kann Jack noch trauen? Berufsbedingte Paranoia und die dunkle Vergangenheit stacheln sein Misstrauen an und die idyllische Berglandschaft beginnt, zum zwielichtigen Gefahrenherd zu mutieren. Un nun ab in den Trailer:

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Hintergrund:

The American basiert auf dem erstmals 1991 erschienenen Roman von Martin Booth mit dem Titel A Very Private Gentleman. Seit 2010 ist das Buch auch in deutscher Sprache erhältlich.

Die Filmmusik stammt aus der Feder von Herbert Grönemeyer.

Wie bei seinem Erstlingswerk Control, hat Anton Corbijn die Dreharbeiten zu The American in dem Bildband „Inside the American“ festgehalten; einen Teil davon kann man sich auch auf dem Blog zum Film anschauen.

Kritik:

Nach seinem erfolgreichen Debüt, dem Musikdrama Control, in dem Anton Corbijn den Sänger Ian Curtis von Joy Division mit einnehmenden Bildern auf seinem Weg zum Ruhm bis zum frühen Tod inszenierte, wendet er sich mit dem Thriller The American einem gänzlich anderen Genre zu.

Wieder lässt der frühere Starfotograf Bilder sprechen, Dialog setzt er nur sparsam ein. Die raue Schönheit von L’Aquila –zu Drehbeginn von einem der heftigsten Erdbeben der Region geschüttelt– dient Corbijn nicht etwa als bloße Szenerie, sondern spielt neben Clooney quasi eine zweite Hauptrolle. Doch schaffen die ästhetischen Landschaftsaufnahmen The American zu einem gelungen Thriller zu machen? Eher stehlen sie der Handlung die Show. Denn ein Mann, der in der Fremde versucht, ein neues Leben aufzubauen und von seiner Vergangenheit eingeholt wird, bietet nicht wirklich revolutionäres Kinomaterial.

Von der Struktur her gleicht der Film vielmehr einem altbekannten und überholten Genre: dem Western. Nun wäre das an sich nicht schlimm, wenn Corbijn das Material innovativ umgesetzt hätte, statt zu sehr auf das Pendeln zwischen langatmigen Detailaufnahmen des MacGuffins –in diesem Fall der Waffe– und den ästhetisierten Landschaftsinszenierungen zu setzen. Zudem spielt Clooney hier nicht wie gewohnt den smarten Charismaten, sondern einen unscheinbaren Einsiedler– und das macht er so gut, dass man ihm am liebsten nicht zu Nahe kommen will. Schon zu Filmbeginn distanziert der Zuschauer sich vom Filmhelden und findet nicht zu ihm zurück.

The American

Jack entwickelt sich zu einer etwas faden Figur, während die weiblichen Charaktere stereotype Rollen verkörpern dürfen. So wird dem männlichen Part einerseits Clara an die Hand gegeben: Eine warmherzige Prostituierte, die in Jack stillschweigend ihren Seelenverwandten sieht und den Zuschauer mehr durch Erotik als Eloquenz überzeugt. Daneben bleibt Mathilde als kühle und unberechenbare Waffenamazone eher gesichtslos, anstatt einen gelungenen Gegenpart zu Jack zu bilden.
Dennoch sind die Schauspieler nicht Schuld an der Mittelmäßigkeit von The American. Sicherlich geht die gemütliche Dörflichkeit gepaart mit dem Thrillerplot eine ergiebige Symbiose ein und verleiht dem Film die nötige Spannung. Doch der Esprit von Control fehlt gänzlich. Was bleibt ist ein optisch ansprechender und gutbesetzter Film, der vielleicht Reisefieber weckt, jedoch aufgrund der überholt wirkenden Handlung dem Anspruch an Corbijn nicht gerecht wird.

[rating=4]

Diese Review findet ihr auch auf independentfilme.com, wo es in Zukunft öfter mal was aus meiner Tastatur zu naschen geben wird!