Monthly Archives: Juli 2010

Badi-Turkish E.T.

Achtung, es folgt Trash in absoluter Reinform, nämlich eine ziemlich abgefahrene Interpretation von E.T. dem Außerirdischen: Badi turkish E.T. (1983)

Badi turkish E.T.

Badi ist in dieser Version böse  –naja, ein bisschen vielleicht–er dampft jedenfalls mächtig untenrum. Neugierig? Bitteschön:

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Der leicht cholerische Mann mit dem schicken Bart hält Badi zunächst für seinen bescheuert verkleideten Sohn und wird ziemlich wütend. Bis er merkt, dass sein Junge auf der Treppe sitzt, ist Badi bereits dabei, alle mit seinem betörenden Nebel in ein herrliches Chaos zu manövrieren. Weil’s so köstlich ist, noch ein Knusperchen:

http://www.dailymotion.com/videox7xlak

via nerdcore

Die Errettung der Vorhaut und so

Ja, richtig gelesen. Wir kommen gleich zur Sache: Bei HEEB bin ich über einen recht eigenwilligen Comic-Helden gestoßen, nämlich Foreskin Man.


Foreskin Man

foreskinman.com via heeb

Was er macht? Na er rettet natürlich Buben vor dem bösen Dr. Mutilator. Dieser sieht selbst aus wie ein fleischgewordenes Stück- ähm- Sülze und hat die Maxime, möglichst viel frühkindliche Vorhaut abzukratzen. Unvorstellbar? Na dann schaut her:

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Erfunden hat das Ganze Matthew Hess, mehr Infos dazu findet ihr hier.

“Woanders ist auch schlecht!?”

Mund zu und Augen auf für Urban Contemporary Art abseits von Banksy.

Die Galeria Autonomica aus Wetzlar bespielt am 24. Juli  das Foyer der alten Kongresshalle mit einer temporären Gruppenausstellung.


Galeria Autonomica


Die bewusste Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit von Street-Art im Kontext von Urbanität soll wieder in den Mittelpunkt der am Mainstream kratzenden urbanen Kunst gerückt werden.

Wie wirkt sich die potenzielle Kurzlebigkeit auf den Entstehungsprozess der Werke aus? Wie und worin manifestiert sich das latente Risiko des Bald- nicht- mehr- Seins?

Zu sehen gibt es Illustrationen, Malerei, Installation und Mixed-Media- Erzeugnisse, deren philosphischen Kern man bei Bedarf mit einer gediegenen Flasche Gustl oder Biobrause magenfreundlich machen kann.


Christian Minke, Safety First, 2009

Mit dabei beim 12-stündigen Kunstquickie sind diesmal Pisa73 [Superplan/CTink] // Berlin, Base23 [Superplan] // Berlin, Beastiestylez // München, The Conestruction Inc. [Cone] // Saarbrücken, Veronika C. Dräxler // München, Czarnobyl // Berlin, Emess [ATM] // Berlin, Pabo [Superplan] // Berlin, Eliot [BK/AFM] // Berlin, mK [Südlibanesengang] // Fulda, Hate one [DAT] // Gießen, Preston Spurlock // New York, Mr. Jones // München, Johannes König // München

Für einen Eindruck, bitte den Flickr-Knopf oben rechts betätigen.

Hier kommen die Koordinaten:

Wann: Vernissage am Samstag den 24.07.2010 ab 12 Uhr

Ort: Foyer Alte Kongresshalle
Straße: Teresienhöhe 15
U4/U5 – Schwanthalerhöhe

Aftershowparty: ab 22:00 Uhr

Splatter-Kitsch und organische Möbel

Was passiert, wenn Jeff Koons auf George A. Romero trifft? Dieser Frage scheint die britische Künstlerin Jessica Harrison mit ihren kitschigen Splatter-Porzellanpüppchen nachgegangen zu sein. So sieht das dann aus:

Jessica Harrison

Maria 2010,  jessicaharrison.co.uk via nerdcore

Gemütlich und ein bisschen weiter bauchnabelabwärts geht es hier zu:



Jessica Harrison

jessicaharrison.co.uk, Armchair 2009, mixed media


A synonym of our model of understanding, the work is an attempt to dissect and understand the bodily surface, reflecting our own shifting surface and a cultural quest to cut into that surface to increase knowledge. Fragile anatomies caught in limbo, silenced, blinded, swaddled, the work describes our urge to cut, to compare, to construct. (Jessica Harrison)


Mehr davon findet ihr hier.

All Women Are Bad, Bang! Bang!

Abgeschmackte und trasghaltige B-Movies aus den 1960ern und 70ern gehn immer.

Also Mund zu und Augen auf für ein paar semi-verstörende, sexistische und herrlich niveaulose Klassiker!


Problem Girls

via flavorwire


Den Anfang macht The Deadly Organ (1967) von Regisseur Emilio Vieyra- Ein bizarrer Kerl mit einer freakigen Maske verführt reihenweise Frauen mit Drogen und betörenden Klängen aus seinem tödlichen Organ-

It’s a nightmare in psychadelic suspense

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via SomethingWeirdDotCom

War noch nicht bescheuert genug? Dann schnell weiter mit Fredric Hobbs’ The Godmonster of Indian Flats (1973), wo ein mutiertes Über-Schaf eine Ranch verwüstet:

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via SomethingWeirdDotCom

Tanzende Frauen in Bikinis werden auf einer Beach Party von einem Monster beobachtet. Es geht natürlich nicht gut aus.The Beach Girls and the Monster (1965) von Jon Hall

Yeh Yeh Yeh! This One Will Kill You!

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gesehen bei nerdcore via SomethingWeirdDotCom

Mehr davon gibt’s bei somethingweird.com.

Wer jetzt Lust auf aktuellere Horrorerzeugnisse bekommen hat, kann sich auf’s Fantasy Filmfest freuen, für Infos auf independentfilme.com klicken!

David Lynch und PayPal

David Lynch

via moviepilot

Wer Lust hat, Teil eines Lynchprojekts zu werden, sollte seinen Geldbeutel zücken. Der Meister des surrealen Beigeschmacks lässt einen Film über sich selbst produzieren, bestehend aus Archivmaterial der letzten Jahre, kombiniert mit Interviews und finanziert mit dem Geld seiner Fans.

Jeder der 50 US-Dollar spendet, bekommt die Kopie seines abstrakten Selbstporträts, ein T-Shirt oder eine Jutetasche und die die Möglichkeit, Fragen an den Regisseur in das Projekt miteinfließen zu lassen. Producer Jon Nguyen in The Independent:

“Not only are we looking for financial support, but we’re also very interested in connecting with his fans for feedback and input. There are so many questions that we would like to ask David and building a network of his fans enables us to reach out to them and hear what his fans would like to ask him if they could hold the camera”

Das Modell der popularisierten Filmförderung via Internetz nennt sich “crowd funding” und erfährt im derzeit schwäbischen Hollywood zunehmende Beliebtheit.

Das fanfinanzierte Projekt soll LYNCHthree heißen und bildet den dritten Teil einer Doku-Trilogie. Wer spenden wil, klickt auf www.lynchthree.com.

Dort erfährt man auch:

We gladly accept major credit cards such as Visa, MasterCard, American Express, and Discover or direct payments, all through PayPal.

Twilight in 3 Minuten

Die globale Twilight-Hysterie brennt Fragezeichen in viele Hirnrinden. Für alle orientierungslosen Seelen, folgt eine kleine Zusammenfassung über die Funktionsweise der Vampirkolportage:

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Mehr davon gibt’s bei The Oatmeal. Währenddessen haben sich die Fünf Filmfreunde unter Teenies und Konsorten gewagt und erläutern hier, was vom dritten Teil Twilight- Biss zum Abendrot (Kinostart 15. Juli) zu halten ist.

Übrigens, bei etsy kann man sich mit hochgradig trashigen Bisswunden eindecken. Eine verschmerzbare Variante:


Twilight- Halsband


etsy via meekssandygirl

Zur Ablenkung bitte hier klicken und erfahren warum ein Oktopus besser ist als deine Mutter (seit Orakel Paul sollte das klar sein).

Frau via Spende (Reloaded)

Sexvertising- oder wie man Frauen, Männer und potenzielle Spender in einem dubiosen Rundumschlag für die Organspende gewinnen kann:


Organspende

via BUZZ/imgur.com

Hätte durchaus auch als Filmplakat Potenzial. Ich denke da an einen Erotikthriller oder auch eine trashige Splatterkomödie. Es geht natürlich um Prostitution und Organschmuggel und wie ein nichtsahnender, wilder Bursche (Jack McBrayer- bekannt aus 30 Rock oder vielleicht Matthias Schweighöfer) in die Fänge einer Organmafia gerät, weil er sich von ihrem attraktiven Köder (Sasha Grey oder Nora Tschirner) in eine verhängnisvolle Falle locken lässt.

Er verliert nicht nur Herz, Verstand und enorme Mengen an Körperflüssigkeit, sondern mindestens eine Niere und ein bisschen Dünndarm oder so.

Fehlt nur noch ein passender Regisseur: Wahlweise Robert Rodriguez oder Wolfgang Murnberger. Fatih Akin könnte damit sogar seine Liebe,Tod und Teufel -Trilogie komplettieren. Die Rechte gibt’s dann bei mir. Natürlich wird die Organ Donor Foundation irgendwo in den Credits Erwähnung finden.

BIG BANG BIG BOOM

Eine Art Evolutionsgraffitologie – oder nach BLU

“an unscientific point of view on the beginning and evolution of life … and how it could probably end.”

via rebel:art

My Son, My Son what have ye done?+++Cleveland vs. Wall Street

Weiter geht’s mit den letzten Perlen vom Filmfest-München 2010!

My Son, My Son what have ye done?

Wenn Werner Herzog seinen neusten Film von David Lynch produzieren lässt, hochkarätige Charakterköpfe castet, und die Story von einem Wahnsinnigen handelt, der seine Mutter mit einem Schwert halbierte, dann klingt das vielversprechend. Wir spähen in den Trailer von My Son, My Son what have ye done? (2009):

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San Diego. Als Detective Hank Havenhurst (Willem Dafoe) und Detective Vargas (Michael Peña) zum Tatort kommen, ist es bereits geschehen. Mrs. McCullum (Twin Peaks- Ikone Grace Zabriskie) liegt leblos in ihrer eigenen Blutlache auf dem Wohnzimmerboden ihrer Nachbarin. Zuvor war ihr Sohn Brad (Michael Shannon) mit seinem antiken Schwert auf eine Tasse Kaffee vorbeigekommen.

Nach der Tat verschanzt er sich mit zwei Geiseln im Haus seiner Mutter. Die Detectives umstellen das Haus und versuchen Brad herauszulocken. Eine Pizzalieferung später gesellen sich Brads dumpfe Verlobte Ingrid (Chloë Sevigny) und sein Schauspiellehrer Lee Meyers (Udo Kier) zu der Truppe. In Rückblenden berichten sie, wie Brads Persönlichkeit sich seit dem Peruaufenthalt vor zwei Jahren radikal verändert hat.

Dort war er mit einer Gruppe von Freunden unterwegs und hatte sich als Einziger gegen eine Rafting-Aktion auf dem Urubamba-Fluss gesträubt- und somit überlebt. Seither wollte er Farouk genannt werden und glaubte, dass Gott ihn in der Form des Oatmeal Quakers und mit der Stimme eines asiatischen Schlagersängers kontaktierte.

Ingrid schildert Brads ödipales Verhältnis zur Mutter, und Lee Myers erinnert sich an einen gemeinsamen Ausflug zur Straußenfarm (Herzogs Geflügel- Aversion kommt hier durch) von Brads Onkel Ted (Brad Dourif). Dort hatte Brad das Schwert zunächst als Requisite besorgt. Dass er in Myers’  Theaterstück den Orestes miemte, der in der greichischen Mythologie ebenfalls die eigene Mutter umbringt und wahnsinnig wird, spricht für sich.

Das Versprechen einer Lynch-Produktion strotzt dem erwartungsfrohen Zuschauer bereits in den Eröffnungscredits entgegen. Das Lyncheske von My Son… zieht sich dann auch durch den gesamten Film, schwingt in der Flamingo-im-Vorgarten-Atmosphäre mit und ist den Szenen besonders präsent, in denen die Figuren zu einem statischen Gemälde einfrieren und uns vielsagende Blicke zuwerfen. Da scheint dann Herzogs Vorliebe für Exotik und Surreales perfekt zu passen. Vielleicht auch zu perfekt.

Einige Fragen werden in den Raum geworfen, andere beantwortet- vieles bleibt im Leeren. Das kann zwar durchaus reizvoll sein, in diesem Falll wirkt es allerdings zu gewollt. Das Ergebnis hinterlässt einen eher mauen Nachgeschmack, sodass die Story sich letztendlich spannender anhört, als sie filmisch umgesetzt wurde. Die ununterbrochene musikalische Beschallung kann hier getrost als nervend bezeichnet werden. [rating=3]

Sehenswerter ist hingegen Jean-Stéphane Brons Cleaveland vs. Wall Street-Mais mit dä Bänkler (2010).

Cleveland vs. Wall Street

Der Dokumentarfilm handelt von den Ursachen und Auswirkungen der US-Bankenkrise, dargestellt anhand eines halbfiktiven Gerichtsverfahrens zwischen der Stadt Cleveland und der New Yorker Wall Street:

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Ein Film wie eine Erleuchtung: Diese 105 Minuten machen jeden Menschen schlauer- versprochen. Jetzt fehlt nur noch ein deutscher Verleih. Also Daumen drücken oder warten, bis er irgendwann auf ARTE ausgestrahlt wird! [rating=5]

Copie Conforme

Weiter geht’s mit einem Festivalbonbon vom Filmfest-München 2010, also Mund zu und Augen auf!


Copie Conforme

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Eines ist klar: Wer nach Abbas Kiarostamis Copie Conforme (2010) nicht ein kleines bisschen in Juliette Binoche verknallt ist, dem ist nicht zu helfen. Also schnell in den Trailer:

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Eine französische Galeristin (Juliette Binoche) und ein britischer Schriftsteller (William Shimell) begegnen sich in der Toskana. Als man sie für ein Paar hält, spielen sie mit-und hören nicht mehr auf. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Realität- zwischen Kopie und Original.

“Our work starts with a lie on a daily-routine basis. When you make a film you bring elements from other places, other environments, and you gather them together in a unity that really doesn’t exist. You’re faking that unity. You call someone a husband or a son. [...] In cinema anything that can happen would be true. It doesn’t have to correspond to a reality, it doesn’t have to ‘really’ be happening. In cinema, by fabricating lies we may never reach the fundamental truth, but we will always be on our way to it. We can never get close to the truth except through lying.”

(Abbas Kiarostami via Filmfest-Blog)

Wieder hat Kiarostami seine für ihn typischen Autofahrten eingebaut, und für ein paar Momente schmiegt sich unser Mageninhalt an die kurvigen Straßen von Lucignano, während ein Mann und eine Frau Wortgefechte mit manchmal allzu klischeehafter Ladung austragen.

Eigentlich war für die Rolle des Schriftstellers Robert De Niro vorgesehen, doch für Kiarostami schien der britische Opernsänger William Shimell besser zu passen. Er verleiht er seiner Rolle eine gewisse Undurchschaubarkeit, die sich gut in die gesamte Dramaturgie einfügt.

Der Präsenz der weiblichen Hauptrolle hinkt er aber ein bisschen nach- Copie Conforme ist eine Hommage an die hinreißende Juliette Binoche.  [rating=4]

Vor 15 Jahren- bevor Der Geschmack der Kirsche 1997 in Cannes ausgezeichnet wurde- hat das Fimfest-München den damals noch fast unbekannten Abbas Kiarostami an die Isar gebracht- seitdem wird das Festival regelmäßig von ihm bespielt und hat iranischen Filmen eine Nische eingeräumt. Wer Shirin (2008) im letzten Jahr verpasst hat, kann sich freuen:

Ab dem 17. September gibt es im Rahmen der Ausstellung Zukunft der Tradition-Tradition der Zukunft eine Retrospektive zu Abbas Kiarostamis Œvre im Haus der Kunst zu sehen.