25. Juli 2009 – 16:30
Unglaublich, wie die Atmosphäre flimmert! Wohin der Augapfel späht, sprießt und gedeiht die Frucht des Kinobaums. Hier gibts Naschanweisung für die Erntezeit!
Wir steigen groß ein: Wer sich ärgert, dass er bei einigen Filmköstlichkeiten nicht mitreden kann, darf sich auf die Filmkunstwochen freuen, die vom 29. Juli bis zum 26. August mit 84 Filmen und 200 Vorstellungen in 7 Münchner Kinos Wurzeln schlagen. Genuss für alle Cinephilen: The Pervert’s Guide to Cinema (2006).
Cinema is the ultimate pervert art: It doesn’t give you what you desire, it tells you how to desire.
Der Psychologe und Philosoph Slavoj Zizek scheint als Kind in den Kinotopf gefallen zu sein und demonstriert uns unter der Regie von Sophie Fiennes das Kino als Sehnsuchtsmaschinerie:
Auf dem Programm stehen Arthausperlen, thematische Reihen und einige abseitige Neustarts, wie Almodovars neuster Wurf Zerissene Umarmungen/Los abrazos rotos (2008) am 3. 8. im Atelier, Vorgeschmack kommt hier, Penélope Cruz, wie immer hinreißend:
Ebenfalls im Atelier: Eine Wohltat für alle, die gut und gern ihrer Originalpedanterie fröhnen, Die besten Originale, z. B. jeweils ab 21 Uhr:

- 1.8. Into the Wild (Sean Penn)
- 14.8.There will be Blood (P.T. Anderson)
- 16.8. Le Mepris (Jean-Luc Godard)
- 18.8.Amores Perros (A.G. Iñárritu)
Unter die Wunschfilme, die in allen sieben Kinos zu sehen sein werden, hat’s auch Brügge sehen…und sterben? geschafft, den ihr hier vorkosten könnt.
Ihr wisst, seit einiger Zeit geht der Langzahnwahn um: Mit Twilight scheint Stephenie Meyer bei Teens und dem rührseeligen Rest voll ins Schmachtnäpfchen getroffen zu haben, aber das sollte ein -und ausgefleischte Vampirfilmlinge nicht von folgendem Schmecktakel abhalten:

Am 2.08. startet die Vamprifilmreihe im Monopol mit der Horrorsatire Shadow of the Vampire (2000), einer Hommage des Regisseurs Elias E. Merhige an Friedrich Wilhelm Murnaus Kultuntoten Nosferatu, um 20 Uhr. Mit dabei ist Prof. Dr. Begemann von der LMU-München, der zum Vampirismus in Literatur und Film forscht. Außerdem in dieser Reihe und einer meiner Favoriten: Der Tanz der Vampire von Roman Polanski (1967). Das schwedische Twilight-Pendant stellt Tomas Alfredson mit seinem Coming of Age-Film So finster die Nacht (2008). Um den Gruselfaktor zu erhöhen, hier der Trailer im Original:
Sehens- und vor allem hörenswert: Berlin Calling (Hannes Stöhr 2008). Wenn der Gute nach München kommt, folgen wir seinem Ruf und drängen uns ins Clubgetümmel. Paul ist klasse und am 14. 08. im Monopol (2D, versteht sich).
Wer schon immer Shazaam! auf Leinwandformat bewundern wollte, bekommt im Rahmen der Schnüfflerfilmreihe die ultimative Gelegenheit dazu:
Shaft (Gordon Parks, 1971) am 11. 08 und gleich darauf die filmische Anthithese mit The Big Lebowski (Joeal u. Ethan Coen, 1998) am 12.08, beide im Neuen Arena.
Das waren nur einige besonders reife Filmfrüchte, es geht weiter mit Frischgepflücktem, wir spähen Richtung HFF. Die präsentiert nämlich vom 27. bis zum 31. Juli mehr als 50 ihrer neuesten Werke im Rahmen der 5. Filmschau. Eintritt ist frei, Filmemacher vor Ort und hier geht’s zum Programm.Veranstaltungsort ist die HFF:
Hochschule für Fernsehen und Film München,
Frankenthalerstr. 23, U/S-Bahn Haltestelle „S-Bahnhof Giesing“
Für Pragmatiker: Am Freitag, 31. 07., kann man ab 20 Uhr Der rote Punkt von HFF- Absolventin Marie Miyayama anschauen, gleich da bleiben, um ab 22.30 Uhr die Preisverleihung mit anschließender Party mitzunehmen. Ab in den Trailer:
Mund zu, Augen auf und bon amusement!