Fashionterrorismus

Ab geht’s mit neuen und wiederentdeckten Filmerzeugnissen!

Schraubt eure P.C.-Latte sachte runter und verabschiedet euch von idealistischen Wertevorstellungen, es wird subversiv!

Drei Jahre lang haben wir auf ihn gewartet und wurden regelmäßig von Filmfetzten aufgestachelt, jetzt kommt Borats alter ego endlich auf die Leinwand. Von Sasha Baron Cohen als österreichische Fashonista Brüno kann man sich ab dem 9. Juli in gleichnahmiger Satire mit Schlagseite bezaubern lassen. Regie führte auch diesmal Larry Charles, der u.a. für die Sitcom Seinfeld mitverantwortlich war. Randgruppen nach vorn, Fremdschämen war selten so genussvoll. Hier der Trailer-for mature audiences only- na dann:

Ein Mann, zwei Dildos und eine ausgeklügelte Choreografie machen Lust auf Restegucken. Der Verleih Universal hat indes weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung von Filmkritiken vor offiziellem Filmstart unternommen. Eventuell ein Hinweis auf einen extrem gehypten, aber desperaten Flop? An öffentlichen Popup-Einlagen wurde nicht gespart. Ich warte jedenfalls gespannt auf die ersten Fashion Victims mit den extrem attraktiven Nacktanzügen in rosé, oder wie die SZ sagt rosafarbener Ganzkörperstrickanzug mit mehr oder weniger expliziten Details, enorm organisch:

YouTube Preview Image

Unter all den virtuell umhergeisterneden Szenen, hier ein spirituelles Highlight:

YouTube Preview Image

Konträr und denkwürdig  geht es weiter mit einem Beitrag vom  Evilfest, Ohren auf es wir nuschlig:

YouTube Preview Image

Dass nett nur eine Euphemisierung von scheiße ist, wussten wir. Und wie nice es hinter den Kulissen von Entertainmentformaten zu geht, sehen wir hier:

YouTube Preview Image

Das lässt einige Fragen in der postbrünalen Hirnspalte aufleuchten:

Wie viele Prozesse wird der 83- minütige Spass entfachen? Schmerzfrei kam Cohen jedenfalls nicht davon: Für seine Rolle ließ sich der Ästhet nicht nur Brust und Beine rasieren, sondern auch die Haare rund um seinen Anus bleichen. Danach ging’s ab ins Krankenhaus und der Gute konnte einige Tage nicht sitzen, von Reue aber keine Spur: I’m bleached and I’m proud.” Ein Spruch, der sitzt.

Wann wird das unentbehrliche Wort Spunk als Germanismus in britische Wörterbücher aufgenommen? Darf sich Österreich auf einen warmen Tourismusschauer freuen?

Und viel wichtiger: Wird die Dildochoreographie ihren Weg in die ästhetisch orientierten Schlafzimmer dieser Welt finden oder in Selbstverteidigungskursen enden?

Ab 9. Jüli wissen wir mehr!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>