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The American

Am 16. September kommt The American (2010), Anton Corbijns sehnsüchtig erwarteter, zweiter Film in die deutschen Kinos. Ob er mit seinem erfolgreichen Erstling Control (2007) mithalten kann, erfahrt ihr hier!

The American

Zum Plot:

Eine fehlgeschlagene Mission in Schweden bringt den amerikanischen Profikiller Jack (George Clooney) zu dem Entschluss, dass sein nächster Auftrag auch sein letzter werden soll. Dazu zieht er sich in die Isolation eines Bergdorfes in die Abruzzen zurück und gibt sich bei den neugierigen Einwohnern als Naturfotograf aus. Er soll für die mysteriöse Auftraggeberin Mathilde (Thekla Reuten) eine maßgeschneiderte Waffe anfertigen. In einem abgelegen Haus abseits des Dorfes bastelt er mit fetischistischer Präzision an der bestellten Schusswaffe, deren Zweck ihm jedoch vorenthalten wird.

Und obwohl sich der Einzelgänger geschworen hat, keinen unnötigen Kontakt zur Außenwelt aufzubauen, verspricht das Intermezzo mit der verführerischen Prostituierten Clara (Violante Placido) mehr als nur geschäftlicher Natur zu sein. Doch wem kann Jack noch trauen? Berufsbedingte Paranoia und die dunkle Vergangenheit stacheln sein Misstrauen an und die idyllische Berglandschaft beginnt, zum zwielichtigen Gefahrenherd zu mutieren. Un nun ab in den Trailer:

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Hintergrund:

The American basiert auf dem erstmals 1991 erschienenen Roman von Martin Booth mit dem Titel A Very Private Gentleman. Seit 2010 ist das Buch auch in deutscher Sprache erhältlich.

Die Filmmusik stammt aus der Feder von Herbert Grönemeyer.

Wie bei seinem Erstlingswerk Control, hat Anton Corbijn die Dreharbeiten zu The American in dem Bildband „Inside the American“ festgehalten; einen Teil davon kann man sich auch auf dem Blog zum Film anschauen.

Kritik:

Nach seinem erfolgreichen Debüt, dem Musikdrama Control, in dem Anton Corbijn den Sänger Ian Curtis von Joy Division mit einnehmenden Bildern auf seinem Weg zum Ruhm bis zum frühen Tod inszenierte, wendet er sich mit dem Thriller The American einem gänzlich anderen Genre zu.

Wieder lässt der frühere Starfotograf Bilder sprechen, Dialog setzt er nur sparsam ein. Die raue Schönheit von L’Aquila –zu Drehbeginn von einem der heftigsten Erdbeben der Region geschüttelt– dient Corbijn nicht etwa als bloße Szenerie, sondern spielt neben Clooney quasi eine zweite Hauptrolle. Doch schaffen die ästhetischen Landschaftsaufnahmen The American zu einem gelungen Thriller zu machen? Eher stehlen sie der Handlung die Show. Denn ein Mann, der in der Fremde versucht, ein neues Leben aufzubauen und von seiner Vergangenheit eingeholt wird, bietet nicht wirklich revolutionäres Kinomaterial.

Von der Struktur her gleicht der Film vielmehr einem altbekannten und überholten Genre: dem Western. Nun wäre das an sich nicht schlimm, wenn Corbijn das Material innovativ umgesetzt hätte, statt zu sehr auf das Pendeln zwischen langatmigen Detailaufnahmen des McGuffins –in diesem Fall der Waffe– und den ästhetisierten Landschaftsinszenierungen zu setzen. Zudem spielt Clooney hier nicht wie gewohnt den smarten Charismaten, sondern einen unscheinbaren Einsiedler– und das macht er so gut, dass man ihm am liebsten nicht zu Nahe kommen will. Schon zu Filmbeginn distanziert der Zuschauer sich vom Filmhelden und findet nicht zu ihm zurück.

The American

Jack entwickelt sich zu einer etwas faden Figur, während die weiblichen Charaktere stereotype Rollen verkörpern dürfen. So wird dem männlichen Part einerseits Clara an die Hand gegeben: Eine warmherzige Prostituierte, die in Jack stillschweigend ihren Seelenverwandten sieht und den Zuschauer mehr durch Erotik als Eloquenz überzeugt. Daneben bleibt Mathilde als kühle und unberechenbare Waffenamazone eher gesichtslos, anstatt einen gelungenen Gegenpart zu Jack zu bilden.
Dennoch sind die Schauspieler nicht Schuld an der Mittelmäßigkeit von The American. Sicherlich geht die gemütliche Dörflichkeit gepaart mit dem Thrillerplot eine ergiebige Symbiose ein und verleiht dem Film die nötige Spannung. Doch der Esprit von Control fehlt gänzlich. Was bleibt ist ein optisch ansprechender und gutbesetzter Film, der vielleicht Reisefieber weckt, jedoch aufgrund der überholt wirkenden Handlung dem Anspruch an Corbijn nicht gerecht wird.

Diese Review findet ihr auch auf independentfilme.com, wo es in Zukunft öfter mal was aus meiner Tastatur zu naschen geben wird!

Braune Wurst mit roter Pelle

Heute gibt’s hier mal nix Schöngeistiges– wir machen Platz für ein politisches Intermezzo. Im Sommerloch kommt das schäbige Blinken einer braunen Wurst mit roter Pelle besonders schön zur Geltung.

Wie lange soll es noch so weitergehen, liebe SPD? Wie lange will die Deutsche Bundesbank noch die faulen Parolen eines angeblich unkündbaren Rassisten in ihrer Armbeuge pochen lassen? Die Rede ist von Thilo Sarrazin.

Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen. So heißt das populärwissenschaftliche Hetzbuch des ehemaligen Berliner Finanzsenators. Darin werden auf 464 Seiten die bereits vorab in sporadischen Oraldurchfallereien geäußerten Hiebe gegen Migranten, Hartz-IV Empfänger und gesellschaftlich schlechter gestellten Menschen nochmal ausformuliert. Eine schöne Zusammenstellung seiner Sprüche gibt es hier. Nach dem Debakel um die Kopftuchmädchen, suggeriert Thilo Sarrazin nun, dass die hohe Geburtenrate von muslimischen Migranten zu einer Allgemeinen Verdummung dieses Landes führe. In einem Gastbeitrag für die BILD-Zeitung mahnt er:

„Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.“(via)

Als logische Folgerung könnte man ja Dachau oder Bergen-Belsen nochmal anschmeißen, oder Herr Sarrazin? Eigentlich ist es sowieso verwunderlich, dass sich die Zeit sich zu einem Streitgespräch mit Sarrazin herabgelassen hat, lesenswert ist es trotzdem. Dort findet man dann auch so hinreißende Behauptungen wie:

“Die Araberjungen kommen an ihre arabischen Mädchen nicht ran. (…) Sie nutzen die leichter zu kriegenden deutschen Unterschichtsmädchen.”

Sicherlich wäre es durchaus hilfreich, diese Wurst öffentlich ihrer Pelle zu entledigen und dann im politischen Giftmüll zu entsorgen. Sie stinkt nämlich gewaltig. Finden übrigens auch andere Blogger.

Derweil stelle ich mir vor, wie Sarrazin Deutschlands Intelligenzquotienten zum Beispiel durch Nachwuchs mit Eva Herrmann enorm in die Höhe treiben könnte. Ich passe dann gerne auf Ihre Kinder auf, Herr Sarrazin, damit aus ihnen mal was G’scheits wird.

Boobsieb vs. Wurst am Stil

Dieses organisch bestickte Sieb gibt es übrigens auch in dunkleren Nuancen, unterschiedlichen Größen und Verformungen:

Embroidered 'Sieve Boob'

via Buzzfeed/etsy

Bei den happigen Preisen überlegt man es sich dann doch, ob man dem reizvollen Gedanken nachgehen sollte, Nudelwasser da durchzujagen. Mehr von der Künstlerin findet ihr hier.

Hitzewallungen? Wie wär’s mit einer tiefgekühlten Portion Mett von Schleck oder Buletto! Das Wurstblog hat uns eine fleischlustige Eiskarte zusammengestellt:

Wursteis

gesehen bei nerdcore via wurstblog

Der Künstler ist ein Mensch

Christoph Schlingensief ist am Samstag, den 21.08.2010 gestorben. Für einen Nachruf fühle ich mich zu unqualifiziert. Aber weil ich diesem bemerkenswert kompromisslosen Künstler dennoch einen Platz einräumen will, empfehle ich euch Spreeblick –was dort steht, bewegt.

Allen, die gerne mehr über Christoph Schlingensief erfahren möchten, kann ich außerdem Georg Seeßlens Laudatio Mein idealer Künstler zurzeit aus der FAZ vom 4. März 2010 nahelegen. Auch Deutschland Deine Künstler bietet ein paar kleine Einblicke in die Welt eines Menschen, der immerzu vom Leben getrieben zu sein schien:

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Für die komplette Version bitte hier entlang. Fest steht, dass Deutschland nicht nur einen seiner wichtigsten Künstler, sondern auch einen wahren Humanisten verloren hat. Und von wie vielen Menschen kann man das sonst behaupten?

Slink-O-Mat

Was ist eigentlich aus dem Slinky, der einst gehypten und nun gelegentlich bei Jungend forscht vertretenen Kunststoff- bzw. Metallschraubenfeder geworden? Mittlerweile gibt es natürlich eine App, mit der sich von Nostalgie geplagte Smartphonebesitzer die magische Spirale in die Hosentasche laden können.

Zuvor gab es den Slink-O-Mat. Bitte Erwartungen zurückschrauben und Mundwinkel vorsichtshalber nach oben ziehen:

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via Buzzfeed

Und in den 1960er Jahren war man auf dämliche Handbewegungen, Kinder oder Treppenstufen angewiesen, wie in diesem Spot aus zu sehen ist:

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Was bleibt ist die Frage:

Who walks the stair without to care and makes the happiest sound?

Marcel the Shell

Ich war Fischen und hab für euch eine kleine Muschel aus dem Vimeo-Meer gezogen: Marcel the Shell. Sein Erzeuger nennt sich Dean Fleischer-Camp und die zuckersüße Muschelstimme stammt aus dem Mund von Jenny Slate. Bitte zurücklehnen und bemuscheln lassen:

vimeo direktmarcel

Licht aus dem Wasserhahn

Mund zu und Augen auf für Organisches aus dem Kunst- und Designkosmos!

Den Anfang machen diese charmanten LED-Lichtinstallationen aus recycelten Rohren, handgefertigten Glühbirnen und gefundenen Objekten. Die Liquid Lights unterstützen das zero footprint movement und sehen außerdem sehr organisch aus:

Liquid Light
Liquid Light


via BuzzFeed/thesteampunkhome

Die niederländische Künstlerin Marianne Lammersen hat sich ebenfalls mit den organischen Verflechtungen von Natur und Technik auseinandergesetzt – zu sehen in Dynamic Stills :


Gesehen auf der st-art 2009 in Strasbourg, mehr von Marianne Lammersen findet ihr beim Sandberg Berlin Project.

A Serious Man- ab 13. August auf DVD/Blu-ray

Ab dem 13. August lassen die Coen-Brüder mit A Serious Man (2009) den wohl bemitleidenswertesten Unglücksraben seit Peter Sellers in The Party (1968) auf die heimischen Bildschirme los. Eine ausführliche Review und was DVD und Blu-ray zu bieten haben, erfahrt ihr hier!

A Serious Man

1967, in einem jüdisch geprägten Vorort von Minneapolis ist Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) eigenltich ganz zufrieden mit sich und seinem monotonen Leben: An der Uni unterrichtet er Physik mit einer Leidenschaft, die sonst kein anderer mit ihm teilt, sein semi-debiler Bruder Arthur (Richard Kind) hat sich samt einer Nackenzyste in seinem Badezimmer eingenistet, Frau Judith (Sari Lennick) und die zwei Kinder leben jeweils im eigenen Mikrokosmos. Mittendrin und zugleich als Randfigur seines eigenen Lebens steht Larry Gopnik, dessen Charakter sich in der Oszillation zwischen bitterer Tragik und der daraus entstehenden Komik tief in unsere Filmorgane einbrennen wird- versprochen.

Denn das scheinbare Familienidyll wackelt gewaltig, als Judith die Scheidung verlangt, um mit Larrys Kollegen Sy Ableman (Fred Melamed) zusammen zu sein. Das ist nur der Anfang von Larrys Problemen, die an der Leine von Joel und Ethan Coen genüsslich und ausgiebig weitere Kreise um den Radius des korrekten Physikprofessors ziehen – auch die Rabbis seiner Gemeinde können ihm nicht helfen. Wo der Sinn des Schlamassels ist? Eben. Und nun ab in den Trailer:

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Nur die Hälfte verstanden? Für einen kostenfreien Jiddisch-Kurs bitte hier klicken:

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Die Coens bescheren uns mit einer ordentlichen Portion Humor, verschrobenen Charakteren und vor allem durch ihren zärtlich- zwinkernden Blick auf das Jüdischsein ein kultverdächtiges Sehvergüngen vom Allerfeinsten. Die Story um den geworfenen Larry Gopnik wird durch satte 90 Minuten DVD- Zusatzmaterial bereichert: Sehenswert ist neben dem gehaltvollen Interview mit dem New Yorker Theaterschauspieler Michael Stuhlbarg auch das Creating 1967-Feature, das den beeindruckenden Detailfetischismus der Coens bei der Erarbeitung ihres Settings zeigt. Und wieso Fred Melamed The Sex-Guy genannt wird, erfährt man ebenfalls! Hier die DVD- Koordinaten:

Regie/Drehbuch/Schnitt: Ethan Coen, Joel Coen
Kamera: Roger Deakins
Musik: Carter Burwell
Hauptdarsteller: Richard Kind, Michael Stuhlbarg, Fred Melamed, Sari Lennick, Simon Helberg, Adam Arkin, George Wyn
Produktionsland: USA (2009)
Länge: 98 (Min.)
Erschienen bei: Universum Film
Bildformat: 16:9
Ton/Sprache: Dolby Digital 5.1, Deutsch, Englisch
Extras: Featurettes, Trailer & TV-Spots (dt./engl.), Interviews, B-Roll, Making Of


Inception

Ist Christopher Nolans Über-Blockbuster Inception (2010) wirklich so gut, wie alle sagen? Hier erfahrt ihr es!

Incpetion

Auf das Wesentliche runtergebrochen erzählt Inception die Geschichte eines Mannes,  dessen innere Konflikte sich an den Grenzen von beruflichen und privaten Fehltentscheidungen entfachen und nach außen strahlen- und das machen sie ziemlich imposant, ab in den Trailer:

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Normalerweise hackt sich Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) in die Traumwelten seiner Opfer ein, um ihnen im Auftrag von Geschäftsleuten wichtige Geheimnisse zu entlocken. Weil er sich damit an den Grenzen der Kriminalität bewegt, wird er vom FBI gesucht und ist zum ewigen Berufsnomadentum verdammt. Diesmal soll er den Konkurrenten des japanischen Großunternehmers Saito (Ken Watanabe) dazu bringen, den vom Vater geerbten Großkonzern zu zerschlagen.

Anders als sonst muss Cobb, statt Geschäftsgeheimnisse zu extrahieren, eine Idee in das Unterbewusstsein seines Opfers einpflanzen. Was für ihn dabei rausspringt, ist die Erfüllung seines Traums: Die eigene Familie endlich wiederzusehen.

Inception

Für diesen heiklen Job rekrutiert Cobb ein hochqualifiziertes Team von Traumdesignern (Ellen Page, Joseph Gordon-Levitt, Tom Hardy, Dileep Rao). Um die Idee sicher zu platzieren beschließt die Crew, mehre Traumebenen ineinander zu verschachteln, also einen Traum in einen Traum in einen Traum zu designen. Dabei dient eine etwas plump aussehende Gerätschaft den Eindringlingen als Medium in die Träume ihrer Opfer. Hört sich kompliziert an, wird aber dank gut differenzierbarer Traumsettings für jeden halbwegs wachen Zuschauer nachvollziehbar.

Cobb selbst, so erfährt man, war mal einer der besten Traumarchitekten, bevor etwas passierte, das ihn und seine Fähigkeiten enorm beeinträchtigte. Dass dieses Ereignis gerade während der komplexen Mission aus den Tiefen seines Unterbewusstseins auftaucht, nagt massiv am Erfolg des minutiös gerplanten Coups und somit am Schicksal aller Beteiligten. Denn Cobbs private Erinnerungen penetrieren immer wieder die kreierten Traumwelten und zehrende Schuldgefühle treiben den Helden in die berufliche und private Vorhölle. Wo Realität aufhört und Traum anfängt, wird dabei immer unschärfer.


Inception

Ähnlich wie in Scorseses Shutter Island wird Leonardo DiCaprio auch in Inception ein Privatleben angeheftet, durch das er immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird. Auch wenn hier das Gegenteil behauptet wird, ist Inception bei weitem sehenswerter als Shutter Island, hat ein knackig-ambivalentes Ende und ist auch weniger kitschig. Durch den sparsamen Einsatz von digitaler Kamera erhalten die beeindruckenden Bilder eine besondere, fast haptische Qualität– ganz ohne 3D.

Was ist also das Manko dieses Films?

Nolan skizziert eine Welt mit eigenen Regeln, doch verdichtet sie nur so weit er es für nötig hält. Man erwartet von ihm zwar keine detailvernarrte Harry Potter- Zauberwelt und auch keine überbunte Light-Version eines LSD-Trips wie in Terry Gilliams Imaginarium des Dr. Parnassus. Aber wozu ist in einem Traum im Traum im Traum denn noch ein Maschinengewehr nötig, wenn nicht zur bloßen Befriedung von Actionfans und letztendlich zum Füllen der Kinokassen?

So interessant und universell das Traumsujet auch ist – das Gerüst, auf dem Inception sich filmisch auf unseren Verstand pflanzt, wackelt. Was bleibt ist ein visuell durchaus ansprechender, geschmeidig geschnittener Sommerlochstopfer, dessen Überlänge man nicht merkt – oder auch ein originell verpacktes Déjà-vu auf hohem Niveau.

Um den philosophischen Aspekt nochmal herauszukramen, lasse ich Woody Allen sprechen:

What if nothing exists and we’re all in somebody’s dream? Or what’s worse, what if only that fat guy in the third row exists? (Without Feathers, 1975)

58. Filmkunstwochen

Ihr habt alle guten Filme der letzten Jahre verpasst, könnt nirgendwo mitreden und euer Filmorgan ist quasi verkrüppelt? Dann atmet auf – ihr bekommt eine zweite Chance:  Die 58. Filmkunstwochen füttern vom 4. bis zum 25. August Filmhungrige mit brandheißen Premieren und den Glanzlichtern der vergangenen Kinojahre.

Everything you always wanted to know about sex

Meine dringende Empfehlung ist Hunger (2008) von Steve McQueen (Nein, nicht DER Steve McQueen). Mehr zum Inhalt gibt’s bei ARTE , hier kommt der Trailer:

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Eröffnet wird das Filmkunststück mit Männer im Wasser (2010). Premierenfanatiker kommen auch beim Berlinalegewinner Bal (2010) von Semi Kaplanoglu und London Nights (2009) von Alexis Dos Santos auf ihre Kosten. Reviews zu weiteren knusprigen Filmhappen findet ihr hier:

Außerdem tourt Paul Kalkbrenner in Hannes Stöhrs Berlin Calling (2008) durch’s Programm, Wes Andersons Royal Tenenbaums (2007) dürfen geschicktes product placement für Adidas machen, und wer will, kann sich von Michael Hanekes Caché (2005) ordentlich verstören lassen, um sich danach von Michel Gondrys Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004) massiv verzaubern zu lassen.

In der Reihe Sex & the Arthouse läuft übrigens ein Klassiker von Woody Allen: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten (1972). Bevor man über die Titellänge nachdenken kann, schnell in eine der besten Szenen – unterlegt mit einem herrlichen Blubbern:

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Das Programm und weitere Infos gibt es hier.

“Bitte könnte ich vielleicht?”

Die Schweiz und ihre Migranten- A Love-Story? Naja, eher weniger. Schauen wir uns die hinreißenden Plakate an, mit deren Hilfe man sich einen Quantensprung in Sachen Integration erhofft.

Die 10 verschiedenen Motive der Züricher Integrations-Kampagne sind teilweise in der Landessprache der jeweiligen Migranten verfasst, damit auch jeder weiß, welches Verhalten von ihm (nicht) zu erwarten ist.


Integrationsplakat Schweiz

via blick.ch

Deutsche Mitbürger werden z.B. gebeten, die schweizer Autobahnen weniger schnell zu befahren und sich beim Bäcker von der höflichen Seite zu präsentieren.

Integrationsplakat Schweiz

via blick.ch

Weitere Motive sollen dazu anregen, auch mal einheimische Gerichte zu goutieren, sonntags keine Flaschen zu entsorgen oder statt immer gleich ins Krankenhaus, erstmal zum Hausarzt zu gehen– Auah.

Badi-Turkish E.T.

Achtung, es folgt Trash in absoluter Reinform, nämlich eine ziemlich abgefahrene Interpretation von E.T. dem Außerirdischen: Badi turkish E.T. (1983)

Badi turkish E.T.

Badi ist in dieser Version böse  –naja, ein bisschen vielleicht–er dampft jedenfalls mächtig untenrum. Neugierig? Bitteschön:

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Der leicht cholerische Mann mit dem schicken Bart hält Badi zunächst für seinen bescheuert verkleideten Sohn und wird ziemlich wütend. Bis er merkt, dass sein Junge auf der Treppe sitzt, ist Badi bereits dabei, alle mit seinem betörenden Nebel in ein herrliches Chaos zu manövrieren. Weil’s so köstlich ist, noch ein Knusperchen:

http://www.dailymotion.com/videox7xlak

via nerdcore

Die Errettung der Vorhaut und so

Ja, richtig gelesen. Wir kommen gleich zur Sache: Bei HEEB bin ich über einen recht eigenwilligen Comic-Helden gestoßen, nämlich Foreskin Man.


Foreskin Man

foreskinman.com via heeb

Was er macht? Na er rettet natürlich Buben vor dem bösen Dr. Mutilator. Dieser sieht selbst aus wie ein fleischgewordenes Stück- ähm- Sülze und hat die Maxime, möglichst viel frühkindliche Vorhaut abzukratzen. Unvorstellbar? Na dann schaut her:

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Erfunden hat das Ganze Matthew Hess, mehr Infos dazu findet ihr hier.

“Woanders ist auch schlecht!?”

Mund zu und Augen auf für Urban Contemporary Art abseits von Banksy.

Die Galeria Autonomica aus Wetzlar bespielt am 24. Juli  das Foyer der alten Kongresshalle mit einer temporären Gruppenausstellung.


Galeria Autonomica


Die bewusste Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit von Street-Art im Kontext von Urbanität soll wieder in den Mittelpunkt der am Mainstream kratzenden urbanen Kunst gerückt werden.

Wie wirkt sich die potenzielle Kurzlebigkeit auf den Entstehungsprozess der Werke aus? Wie und worin manifestiert sich das latente Risiko des Bald- nicht- mehr- Seins?

Zu sehen gibt es Illustrationen, Malerei, Installation und Mixed-Media- Erzeugnisse, deren philosphischen Kern man bei Bedarf mit einer gediegenen Flasche Gustl oder Biobrause magenfreundlich machen kann.


Christian Minke, Safety First, 2009

Mit dabei beim 12-stündigen Kunstquickie sind diesmal Pisa73 [Superplan/CTink] // Berlin, Base23 [Superplan] // Berlin, Beastiestylez // München, The Conestruction Inc. [Cone] // Saarbrücken, Veronika C. Dräxler // München, Czarnobyl // Berlin, Emess [ATM] // Berlin, Pabo [Superplan] // Berlin, Eliot [BK/AFM] // Berlin, mK [Südlibanesengang] // Fulda, Hate one [DAT] // Gießen, Preston Spurlock // New York, Mr. Jones // München, Johannes König // München

Für einen Eindruck, bitte den Flickr-Knopf oben rechts betätigen.

Hier kommen die Koordinaten:

Wann: Vernissage am Samstag den 24.07.2010 ab 12 Uhr

Ort: Foyer Alte Kongresshalle
Straße: Teresienhöhe 15
U4/U5 – Schwanthalerhöhe

Aftershowparty: ab 22:00 Uhr

Splatter-Kitsch und organische Möbel

Was passiert, wenn Jeff Koons auf George A. Romero trifft? Dieser Frage scheint die britische Künstlerin Jessica Harrison mit ihren kitschigen Splatter-Porzellanpüppchen nachgegangen zu sein. So sieht das dann aus:

Jessica Harrison

Maria 2010,  jessicaharrison.co.uk via nerdcore

Gemütlich und ein bisschen weiter bauchnabelabwärts geht es hier zu:



Jessica Harrison

jessicaharrison.co.uk, Armchair 2009, mixed media


A synonym of our model of understanding, the work is an attempt to dissect and understand the bodily surface, reflecting our own shifting surface and a cultural quest to cut into that surface to increase knowledge. Fragile anatomies caught in limbo, silenced, blinded, swaddled, the work describes our urge to cut, to compare, to construct. (Jessica Harrison)


Mehr davon findet ihr hier.

All Women Are Bad, Bang! Bang!

Abgeschmackte und trasghaltige B-Movies aus den 1960ern und 70ern gehn immer.

Also Mund zu und Augen auf für ein paar semi-verstörende, sexistische und herrlich niveaulose Klassiker!


Problem Girls

via flavorwire


Den Anfang macht The Deadly Organ (1967) von Regisseur Emilio Vieyra- Ein bizarrer Kerl mit einer freakigen Maske verführt reihenweise Frauen mit Drogen und betörenden Klängen aus seinem tödlichen Organ-

It’s a nightmare in psychadelic suspense

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via SomethingWeirdDotCom

War noch nicht bescheuert genug? Dann schnell weiter mit Fredric Hobbs’ The Godmonster of Indian Flats (1973), wo ein mutiertes Über-Schaf eine Ranch verwüstet:

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via SomethingWeirdDotCom

Tanzende Frauen in Bikinis werden auf einer Beach Party von einem Monster beobachtet. Es geht natürlich nicht gut aus.The Beach Girls and the Monster (1965) von Jon Hall

Yeh Yeh Yeh! This One Will Kill You!

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gesehen bei nerdcore via SomethingWeirdDotCom

Mehr davon gibt’s bei somethingweird.com.

Wer jetzt Lust auf aktuellere Horrorerzeugnisse bekommen hat, kann sich auf’s Fantasy Filmfest freuen, für Infos auf independentfilme.com klicken!

David Lynch und PayPal

David Lynch

via moviepilot

Wer Lust hat, Teil eines Lynchprojekts zu werden, sollte seinen Geldbeutel zücken. Der Meister des surrealen Beigeschmacks lässt einen Film über sich selbst produzieren, bestehend aus Archivmaterial der letzten Jahre, kombiniert mit Interviews und finanziert mit dem Geld seiner Fans.

Jeder der 50 US-Dollar spendet, bekommt die Kopie seines abstrakten Selbstporträts, ein T-Shirt oder eine Jutetasche und die die Möglichkeit, Fragen an den Regisseur in das Projekt miteinfließen zu lassen. Producer Jon Nguyen in The Independent:

“Not only are we looking for financial support, but we’re also very interested in connecting with his fans for feedback and input. There are so many questions that we would like to ask David and building a network of his fans enables us to reach out to them and hear what his fans would like to ask him if they could hold the camera”

Das Modell der popularisierten Filmförderung via Internetz nennt sich “crowd funding” und erfährt im derzeit schwäbischen Hollywood zunehmende Beliebtheit.

Das fanfinanzierte Projekt soll LYNCHthree heißen und bildet den dritten Teil einer Doku-Trilogie. Wer spenden wil, klickt auf www.lynchthree.com.

Dort erfährt man auch:

We gladly accept major credit cards such as Visa, MasterCard, American Express, and Discover or direct payments, all through PayPal.

Twilight in 3 Minuten

Die globale Twilight-Hysterie brennt Fragezeichen in viele Hirnrinden. Für alle orientierungslosen Seelen, folgt eine kleine Zusammenfassung über die Funktionsweise der Vampirkolportage:

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via

Mehr davon gibt’s bei The Oatmeal. Währenddessen haben sich die Fünf Filmfreunde unter Teenies und Konsorten gewagt und erläutern hier, was vom dritten Teil Twilight- Biss zum Abendrot (Kinostart 15. Juli) zu halten ist.

Übrigens, bei etsy kann man sich mit hochgradig trashigen Bisswunden eindecken. Eine verschmerzbare Variante:


Twilight- Halsband


etsy via meekssandygirl

Zur Ablenkung bitte hier klicken und erfahren warum ein Oktopus besser ist als deine Mutter (seit Orakel Paul sollte das klar sein).

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